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Tamiya: Japanischer Schwerer Kreuzer Mogami (1/350) Drucken
Dienstag, 06. Mai 2014 um 05:00

Seitentitel

Modell: Japanese Heavy Cruiser Mogami
Hersteller: Tamiya
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol, ABS, Neusilber
Art.Nr.: 78023
Preis: ca. 160,- €

Das Original

Um die Vorgaben des Washingtoner Flottenabkommens zu umgehen, konstruierten japanische Schiffbauingenieure zwischen 1931 und 1937 die vier Einheiten der Mogami-Klasse als große Leichte Kreuzer. Die aus 15 155 mm-Geschützen bestehende Hauptartillerie wurde dabei in fünf Drillingstürmen in der unkonventionellen Anordnung von drei auf dem Vorschiff (wobei die ersten beiden direkt hintereinander auf Hauptdecksniveau platziert wurden, während der dritte Turm überhöht war) und zwei auf dem Achterdeck aufgestellt.

Von vornherein war dabei vorgesehen, die Türme zu einem späteren Zeitpunkt gegen 203 mm Doppeltürme auszutauschen und die Mogami-Klasse als Schwere Kreuzer zu reklassifizieren. Nachdem Japan die Flottenverträge aufgekündigt hatte, wurde die Bewaffnung auf allen Schiffen zwischen 1939 und 1940 gemäß Plan geändert.

Zu Beginn des Krieges wurde Mogami im Rahmen der Landungen auf den indonesischen Inseln eingesetzt, wobei sie mit dem Schwesterschiff Mikuma am Gefecht in der Sunda Straße teilnahm. Zwischen dem 01. und 22. April 1942 unternahm sie mit den anderen Einheiten der Kreuzer Division 7 Ausfälle in den östlichen Indischen Ozean, wobei drei britische Frachtschiffe versenkt wurden. Nach einer Überholung im Trockendock von Kure wurde sie der Sicherungsgruppe der Invasionsverbände von Midway zugeteilt. Während der Kämpfe und Geschehnisse um Midway kam es zu einer schweren Kollision zwischen Mogami und Mikuma. Die dabei von Mikuma verursachte Ölspur führte amerikanische Sturzkampfbomber zu den beiden beschädigten Schiffen. Bei den Angriffen der Flieger trug Mogami schwere Beschädigungen davon und Mikuma wurde versenkt.

Wegen des Verlusts von vier Flottenträgern bei Midway fiel schlussendlich die Entscheidung, Mogami während der anstehenden Reparaturen grundlegend umzubauen. Da die japanische Marine aufgrund der Größe der pazifischen Inselwelt dringend Trägerschiffe für Aufklärungsflugzeuge brauchte, wurde die achtere Hauptartillerie entfernt und stattdessen mit einem Flugdeck überbaut. Diese Konzeption erlaubte den Transport und Einsatz von maximal elf Schwimmerflugzeugen.

Einsatzbereit schloss sich Mogami am 10.06.1943 wieder der Flotte im Südpazifik an. Während eines Flugzeugangriffs auf Rabaul erhielt sie einen Treffer hinter Turm Nr.1, was eine Rückkehr ins Marinearsenal von Kure zur Instandsetzung erforderte. Dabei wurden weitere leichte Flakgeschütze und Radaranlagen installiert.

Die Kämpfe in der Philippinensee überlebte sie unbeschädigt. Bei der versuchten Abwehr der amerikanischen Landungsverbände bei Leyte war sie der Kampfgruppe um die Schlachtschiffe Yamashiro und Fuso zugeteilt. Auf dem Weg durch die Surigaostraße in der Nacht des 24.10.1944 wurde dieser Verband von amerikanischen Schlachtschiffen und Schwere Kreuzern angegriffen, in dessen Folge die beiden Schlachtschiffe versenkt wurden. Mogami kollidierte bei einem Ausweichmanöver mit dem Kreuzer Nachi. Gedeckt durch den Zerstörer Akebono trat sie den Rückmarsch an. Am folgenden Tag wurde sie von 30 amerikanischen Trägerflugzeugen angegriffen. Schwer beschädigt musste sie aufgegeben werden und wurde schließlich durch einen Torpedo der Akebono unweit der Insel Panaon versenkt.

Quelle: Bauanleitung Tamiya

Der Bausatz

Das Modell kann als Wasserlinien- oder Vollrumpfversion gebaut werden. Die Beplattung ist dabei durch feinste erhabene Linien, allerdings nur in Längsrichtung, angedeutet. Die Schlingerkiele und die Seitenwülste sind scharf und hinterschnittig geformt. Wie gewöhnlich gewährt Tamiya eine sehr stabile Verbindung der Hauptbauteile für Rumpf und Decks. Zusätzlich zu den stützenden Hilfsspanten sollen die Seitenteile mit Schrauben und Klammern daran befestigt werden. Ähnliches gilt für die Decksteile, welche zum einen durch Schrauben zueinander ausgerichtet und gleichzeitig fest mit dem Rumpf verbunden werden.

Einige Teile der Oberdecksausstattung sind leider bereits angeformt. Das dreigeteilte Hauptdeck hat seine Stöße in Bereichen, die später in den Aufbauten verschwinden. Die Schraubverbindungen sind ebenfalls so gewählt, dass diese mit weiteren Bauteilen verdeckt werden. Waren noch die Vorgängerklassen mit sehr verschachtelten Aufbauten versehen, sind jene der Mogami-Klasse direkt übersichtlich. Entsprechend hält sich die Anzahl der Bauteile in Grenzen. Die Stahldecks sind mit einer maßstäblich übertriebenen Tränenblechstruktur versehen und die Munitionskisten der leichten Flak sind bereits angeformt.

Ein Highlight des Bausatzes ist der aus nur vier Hauptbauteilen bestehende, elegant geschwungene Schornstein.

Bei den zahlreichen Mastbauteilen und den Dampfrohren entlang des Schornsteins beweist Tamiya wieder seine Spritzgussfähigkeiten. Diese sind allesamt sehr filigran und im Gegensatz zum Rest des Bausatzes aus Gründen der Festigkeit aus ABS gefertigt.

Um den frühen Bauzustand als Schwerer Kreuzer darstellen zu können, liegen frühe Katapulte nebst den passenden Bordflugzeugen bei. Für die mehrteilig aufgebauten Türme der Hauptartillerie liegen Rohre in den Ausführungen waagerecht, leicht erhöht (für Turm Nr. 2) und maximal erhöht bei. Alle Rohre werden in den Türmen durch Polycaps gehalten, so dass diese gegeneinander ausgetauscht werden können.

Doppelt vorhanden ist der Spritzling für die allgemeine Ausrüstung und Nebenbewaffnung. Hiervon sind die Doppelfernrohre besonders erwähnenswert, da sie nicht nur besser geformt sind als diejenigen der Konkurrenz, sondern auch die Anspritzpunkte besser gewählt sind.

Den Abschluss der Spritzteile bildet der kleine Gussrahmen mit Klarsichtteilen für die Brückenverglasung und Scheinwerfer sowie die Modellständer für das Schiff und die Bordflugzeuge, sofern diese „im Flug“ dargestellt werden. Der Modellständer des Schiffes wird wiederum durch Schrauben fest mit dem Rumpf verbunden.

Neben den Polycaps, Ankerkette, Schrauben und Muttern liegt ebenfalls passendes Werkzeug in Form eines Kreuzschlitzschraubenziehers bei. Für die Vollrumpfversion spendiert Tamiya als Propellerwellen Stahlstifte.

Die Fotoätzteile

Die beiliegende Ätzteilplatine aus 0,15 mm starkem Neusilberblech beinhaltet neben Teilen für die Flugzeugeinrichtungen Ergänzungen für den Schornstein, die Gitterstruktur des vorderen Mastes und den Propellerschutz.

Abziehbilder und Flaggen

Mit den Abziehbildern werden hauptsächlich Markierungen für die Bordflugzeuge bereitgestellt. Ein größeres Abziehbild stellt eine auf dem vordersten Turm aufgemalte japanische Flagge dar. Die Hoheitsflaggen sind je in wehender und starrer Erscheinung auf Seidenpapier gedruckt vorhanden. Außerdem finden sich Aufkleber zum einen für den Modellständer und zum anderen als Bohrlehre für die Befestigungspunkte der Antennenabtützungen auf den Türmen Nr. 3 und 4.

Die Anleitung

In der von Tamiya gewohnt übersichtlichen Bauanleitung mit perspektivischen Ansichten führen auf 24 Seiten 31 Baustufen zum fertigen Modell. Neben jeder Abschnittsnummer wird viersprachig in kurzen Überschriften erklärt, welche Bauteilgruppe man gerade bearbeitet. Darüber hinaus wird, falls nötig, in nebenstehenden Zeichnungen darauf eingegangen, welche Spritzüberstände entfernt werden müssen oder unter welchem Winkel ein bestimmtes Teil verbaut werden soll.

Fazit

Ein Bausatz in typischer Tamiya Qualität.

alt empfehlenswert

Sven

Wir danken Tamiya für das Bausatzmuster