Modellsuche

Suchen


Zerstörer USS Ward 1918 und 1941 (1/700, FlyHawk) von Reiner Vögel Drucken
Montag, 27. Juli 2015 um 05:00

Das Original

Der Zerstörer USS Ward (DD-139) war einer der 111 Zerstörer der Wickes-Klasse, die gegen Ende des Ersten Weltkriegs gebaut wurden. Die Wickes-Klasse wird gemeinsam mit der vorhergehenenden Caldwell-Klasse und der folgenden Clemson-Klasse auch Glattdecker (flushdecker) oder Vier-Schornsteiner (four-pipers) genannt. Die Ward selbst wurde 1918 noch während des Ersten Weltkriegs fertig, nahm aber an keiner Kampfhandlung mehr teil. Berühmt wurde sie durch die ersten Schüsse im Pazifikkrieg, die sie auf ein japanisches Kleinst-U-Boot in der Einfahrt von Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 abfeuerte.

Mehr über das Original kann der Besprechung des FlyHawk-Bausatzes entnommen werden.

Ein Wickes-Klasse Zerstörer in zwei Bauzuständen

Nachdem die Bausatzbesprechung geschrieben war, hätte ich mit dem Bau beginnen können. Aber Halt – es gibt zwei interessante Bauzustände: 1918 mit Tarnanstrich und Dezember 1941 in Pearl Harbor. Ich habe mich entschieden, beide zu bauen.

Die 1941er Version

Zerstörer USS Ward 1941 (1/700)

Beim Bau des 1941er Modells habe ich die Baustufen mit und ohne Bonusteilen mit Fotos dokumentiert (siehe unten). So ist deutlich der Unterschied bei entsprechendem Mehraufwand zu sehen.

Den Rumpf verschraube ich immer mit dem Display oder dem Montagebrett. Meist erhalten kleinere Schiffe M3-Muttern, größere M4-Muttern oder Gewinde im Rumpf. Die Passgenauigkeit der Teile ist hervorragend. Allerdings erschienen mir die Regenrinnen über den Bullaugen etwas zu voluminös und für den 1918er Tarnanstrich wären sie sowieso hinderlich, somit habe ich sie an beiden Modellen entfernt. Recherchen haben ergeben, dass die Klüsen im Bugbereich erneuert werden müssen, allerdings nicht wie im Bausatz vorgesehen mit Ätzteilen, sondern dreidimensional aus Evergreen-Profilen. Für das Kleben der Poller mit Bonusteilen wird eine ruhige Hand und viel Geduld gefordert. Das Geräusch „snipp“ kann ich schon nicht mehr hören. Die Türen am Aufbau habe ich durch einfachere GMM-Türen ersetzt, denn 2x Falten und Kleben baut gut auf, dann kann man gleich die angespritzten Türen belassen.

Die gedrehten Geschützrohre sehen putzig aus. Auch die Ätzteile werten auf, aber Vorsicht bei der Lackierung. Die Farbe deckt meist die mühsam angebauten Details wieder zu. Speziell bei der Bugkanone bitte darauf achten, dass nicht alles zugekleistert wird. Auch die Resin-Torpedorohre sind eine Wucht, müssen aber sehr vorsichtig angefasst werden, da sie vorne sehr leicht ausbrechen.

Für die Masten ist Messingdraht die richtige Alternative. Das Ätzteil B11 für das Krähennest ist nicht verwendbar und sollte durch ein gedrehtes Teil ersetzt werden. Bei Verwendung der Ätzteile B13/14 für die Schornsteine sind diese zu niedrig. Also die Teile E24–27 verkleben, die Schornsteine aushöhlen und nur mit den geätzten Kreuzen versehen. Mit einer Kugel aus einem alten Kugellager und einer weichen Unterlage werden die Kreuze kugelig gedrückt und aufgeklebt. Die Ablaufgestelle für die Wasserbomben lassen sich gut biegen, aber die Wasserbomben selbst muss man vom Abstechbutzen befreien, damit sie gut in das Gestell reinrollen.

Die 1918er Version

Die Umbauarbeiten für die Version 1918 habe ich anhand von Originalfotos festgelegt. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Anfangs fehlten der Windabweiser und der feste Aufbau auf dem Brückendeck ganz, es gab nur ein mit Persenning bespanntes Gerüst.
  • Die Geschützplattform zwischen den Schornsteinen 2 und 3 war ebenfalls unten offen.
  • Der achtere Aufbau war kürzer und das 4. Geschütz stand auf dem Achterdeck.

Da diese Zerstörer auf sieben Werften gebaut wurden, gab es natürlich einige kleine Unterschiede innerhalb der Klasse.

Die 1918er Variante hat mich wegen des Tarnanstriches fasziniert. Leider muß man sich hier auf Versuche mit den Farben und das eigene Farbempfinden verlassen. Die Quellen sind nicht eindeutig zu interpretieren, da die Farben je nach SW-Film und Licht in anderer Helligkeit erscheinen. Auch die Meinung von Fachleuten hilft nur bedingt weiter, und das Farbgedächtnis alter Seeleute ist unzuverlässig. Also ganz einfach: Mut zum Tarnanstrich!

Farbangaben

USS Ward 1941
Rumpf und Aufbau Sea Blue 5S Humbrol 3x 104 + 2x 34
Deck Deck Blue 20B Humbrol 5x 112 + 34

USS Ward 1918
#1 Blaugrau Vallejo Model Air 5x 71.046 + 71.089
#3 Blau Vallejo Model Air 2x 71.090 + 71.001
Schwarz Vallejo Model Air 71.251
Weiß Vallejo Model Air 71.001
Deck Vallejo Model Air 71.053

Quellenangaben

Reiner Vögel