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Jagdflugzeug McDonnell Douglas Phantom FG.1 (1/48, Hasegawa) von Ralph Lehmann Drucken
Freitag, 27. November 2015 um 06:00

Das Original

Die McDonnell Douglas F-4K Phantom wurden 1964 als Abfangjäger als Ersatz für die De Havilland Sea Vixen bestellt. Ursprünglich sollte die Sea Vixen durch die Hawker Siddeley P.1154 ersetzt werden, die gemeinsam für die Royal Navy und Royal Air Force als Jagdflugzeug und Jagdbomber entwickelt wurde. Es gelang nicht die Anforderung der Marine und Luftwaffe in einen akzeptablen Entwurf zu vereinen, so dass die Royal Navy schließlich aus dem Projekt ausstieg. Stattdessen wählte man die F-4 Phantom, die sich bei der US Navy bereits bewährt hatte. Das trug zum Scheitern des P.1154-Projekts bei. Gemeinsam mit dem Einstellen des BAC TSR-2-Programms war dies ein schwerer Schlag für die britische Luftfahrtindustrie.

Um die Probleme für die britische Luftfahrtindustrie abzumildern, wurde aus der F-4J-Variante der US Navy die F-4K-Variante entwickelt. Diese enthielt im großen Umfang britische Technik, u.a. britische Triebwerke, wurde aber drei Mal teurer als die F-4J. Dadurch musste die Zahl der bestellten Maschinen reduziert werden. Da der neue CVA-1-Flugzeugträger nicht gebaut wurde und die neuen Maschinen nur von den Trägern Ark Royal und Eagle operieren konnten, wurde die Bestellung erneut, dieses Mal auf nur 48 Maschinen reduziert. Diese wurden 1968 als Phantom FG.1 in Dienst gestellt. Neben den anderen Triebwerken war der auffälligste Unterschied das Bugfahrwerk, das stark ausgefahren werden konnte, um einen günstigeren Anstellwinkel bei den Starts von den kleineren britischen Trägern zu haben. 1969 kam der nächste Rückschlag für die Phantom-Flotte der Royal Navy: die Überholung der Eagle wurde gestrichen und das Schiff wurde vorzeitig 1972 außer Dienst gestellt. Die für die Eagle vorgesehen Phantom wurden stattdessen an die Royal Air Force geliefert und die Zahl der Phantom der Royal Navy so auf 24 reduziert. 1978 mussten auch die an die Royal Air Force abgegeben werden, als die Ark Royal außer Dienst gestellt wurde. Die Royal Air Force setzte die Maschinen bis 1989 ein, als sie durch Panavia Tornado F.3. ersetzt wurden.

Die Phantom FG.1 waren 17,6 m lang, hatten eine Spannweite 11,7 m und ein maximales Startgewicht von 26 t. Die Phantom waren 1204 kn (2231 km/h) schnell. Die Besatzung bestand aus zwei Mann. Die Bewaffnung bestand aus vier Sparrow- und vier Sidewinder-Raketen.

Das Modell

Ich freue mich, Euch meine britische Phantom aus dem Phantom-Contest im Modellboard vorzustellen. Der Bau zog sich erheblich länger hin, als von mir geplant und beabsichtigt. Aber nicht zuletzt dank der Anregungen und Aufmunterungen der immer fleissigen Boardler bin auch ich dann endlich fertig geworden. Das Auf und Ab des Baus habe ich in meinem Baubericht zum Contest beschrieben.

Die Royal Navy Phantoms der HMS Ark Royal haben es mir von je her angetan. Daher fiel meine Wahl als Contest-Beitrag auf eine britische Phantom. Bei der Recherche stieß ich zufällig auf eine Geschichte aus der Tradition der "Zapped Aircraft" – also Maschinen, die von den Wartungsmannschaften als böser Spaß teilweise umlackiert wurden. Das betraf z.B. Flieger, die auf dem falschen Flugzeugträger landeten. In meinem Fall möchte ich eine Phantom der "Colonial Navy" darstellen, einer Maschine der Ark Royal, die sich zu lange an Bord der USS Forrestal befand. Die "Zapped"-Geschichte meiner Phantom habe ich hier aufgeschrieben.

Für die Darstellung der "Colonial Navy" Phantom in "meinem" Maßstab 1/48 fiel meine Wahl auf den Hasegawa-Bausatz "British Phantom". Als Extras leistete ich mir das Aires-Cockpit für diesen Bausatz, Eduard-Schablonen für die Kanzeln, AeroMaster-Abziehbilder für meine gewünschte Maschine und gedrehte Staurohre von Air Masters.

Das Fazit

Mit dem Ergebnis bin ich wirklich zufrieden. Eigentlich zum ersten Mal kann ich behaupten, wirklich mein Bestes gegeben und die meisten Katastrophen umschifft zu haben. Natürlich fallen mir wieder eine Menge Dinge auf, die ich gern besser gemacht hätte und mit den nächsten Modelle vielleicht auch besser hinbekomme – aber für heute bin ich schlicht glücklich mit der fertigen Phantom.

Ralph Lehmann

(Text über Original von Lars)