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Eduard und Hasegawa: Fotoätzteile für Nakajima E8N1 (1/48) Drucken
Freitag, 30. September 2016 um 05:00

Nakajima E8N1

Quelle: Wikimedia Commons

Modell: E8N1 detail set for 1/48 Hasegawa JT 97 kit
Hersteller: Eduard
Maßstab: 1/48
Material: 78 Fotoätzteile, 26 davon farbig bedruckt
Art.Nr.: 49 771
Preis: ab ca. 13 €

Modell: Type 95 Reconnaissance Seaplane 1/48 Detail Up Etching Parts
Hersteller: Hasegawa
Maßstab: 1/48
Material: 74 Fotoätzteile
Art.Nr.: QG55 bzw. 72155
Preis: ab ca. 17 €

Seit einigen Jahren bietet Hasegawa eigene Foto-Ätzplatinen für einige wenige Bausätze des eigenen Sortiments an. Handelt es sich dabei um Bausätze von Flugzeugen, überschneiden sich diese Angebote in aller Regel mit jenen der Firma Eduard.

Vor dem Hintergrund der folgenden Doppelbesprechung kann nun jeder Interessierte im direkten Vergleich entscheiden, welches Produkt er für den Bau der E8N1 bevorzugt.

Hasegawas Eigenprodukt liefert in allererster Linie die Verspannung der Tragflächen und der Schwimmer. Alleine dafür muss man Hasegawa schon loben, denn die Verspannung der "Dave" wurde nicht mittels einfachem Verspannungsdraht vorgenommen, sondern mit profilierten Spannstäben, sogenannten 'flying wires', und die sind natürlich nicht so einfach darzustellen, wenn man nichts passendes hat.

Desweiteren liefert der Satz noch Instrumententafeln zur Verwendung in Kombination mit den Bausatzabziehbildern, Anschnallgurte, Visiereinrichtungen (sowohl für das bewegliche als auch das starre Maschinengewehr), einen Zündkabelkranz (der als flaches Ätzteil natürlich nicht wirklich überzeugen kann), den Propeller des Generators, Bombenleitwerke und Zünderpropeller, ein Ruder für den Zentralschwimmer, ein paar Handgriffe bzw. Trittbügel, sowie noch ein paar wenige überflüssige Merkwürdigkeiten. So sinnvoll es auch sein mag, die 'flying wires' mittels flachen Ätzteilen darzustellen, so wenig sinnvoll ist es, dies ebenso mit der Antennenverspannung zu tun. Dies macht man dann doch besser mit etwas, das einen dünnen und runden Querschnitt hat! Darüber hinaus bietet das Set noch eine Sprossenleiter, die sandwichartig aus drei Teilen zusammengeklebt werden soll. Sowas habe ich noch nie gesehen und die Leiter wäre wohl besser als Spritzgussteil Teil des Bausatzes gewesen!

Zum Ruderblatt möchte ich noch sagen, dass die überwiegende Anzahl von Fotos der "Dave", die ich in meinen diversen Büchern zur japanischen Marinefliegerei finden konnte, kein Ruder zeigten. Schön, dass man es hat, wenn man es braucht, aber es ist offenbar eher selten montiert gewesen.

Das Eduard-Produkt kommt räumlich sehr viel kleiner daher, denn es liefert keine Verspannungsteile, dafür aber insgesamt vier Teile mehr. Darüber hinaus sind 26 der 78 Bauteile farbig bedruckt. Dies betrifft die Instrumenten- und Funkgerätetafeln, Schaltkästen, sowie die Anschnallgurte.

Überschneidungen mit Hasegawa gibt es bei den Visiereinrichtungen, den Handgriffen bzw. Trittbügeln, dem Zündkabelkranz, dem Ruderblatt und dem Generatorpropeller. Eduard bietet zwar ebenso wie Hasegawa Bombenleitwerke und Zünderpropeller an, hat diese Teile aber mit mit einem cleveren Zusatzteil ergänzt und zwar einer aufzufaltenden Montagehilfe, die das Montieren und Ausrichten der filigranen Leitwerksbleche deutlich erleichtert. Sehr innovativ!

Begrüßenswerterweise liefert Eduard auch den Schacht des Beobachter-MGs mit, den Hasegawa auch im Bausatz komplett unterschlägt. Zwar hat Hasegawa den Deckel des Schachtes als separates Bauteil ausgeführt, aber darunter ist dann nichts. Man würde in den hohlen Hinterrumpf blicken, ließe man den Deckel offen stehen.

Wer möchte, kann auch noch die Tellermagazine mit diversen Teilen bestücken. Ich persönlich glaube aber, dass dies eher überflüssig ist, da es den Gesamteindruck des Cockpits nicht wirklich aufwertet. Auf der Platine finden sich noch einige runde Wartungsdeckel für die Schwimmer.

Fazit

Wenn Eduard auch noch die 'flying wires' liefern würde, wäre die Sache eindeutig: volle Punktzahl und Hasegawa könnte einpacken. Da dies aber nicht so ist und die Profilstäbe, meiner Ansicht nach, für einen realistischen Eindruck unverzichtbar sind, kommt man um das Hasegawa-Eigenprodukt ebenfalls nicht herum. Tatsächlich empfehle ich, beide Sets zu erwerben, wenn man es ernst meint, und das Maximum aus seiner "Dave" herausholen möchte.

Olaf Krabbenhöft

Wir danken Eduard und Faller für die Bausatzmuster