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MikroMir: sowjetischer Torpedobomber Tupolew TB-1P (MTB-1) (1/72) Drucken
Dienstag, 13. Juni 2017 um 05:00

Tupolew TB-1P Deckelbild

Modell: Tupolev TB-1P (MTB-1) Seaplane Version
Hersteller: MikroMir
Maßstab: 1/72
Material: Kunststoff, Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 72-010
Preis: ca. 80 €

Das Original

Die Tupolew TB-1P (MTB-1) ist eine Version des russischen zweimotorigen Bombers TB-1, der 1925 seinen Erstflug absolvierte und nach einigen Änderungen und weiteren Tests ab 1929 in Serie produziert wurde. Von den insgesamt gebauten 218 Einheiten wurden zwischen 1932 und 1935 66 Exemplare mit Schwimmern ausgestattet. Nicht dazu zählt die "Strana Sowjetow" (deutsch: Land der Sowjets) genannte zivile Maschine, die 1929, mit Schwimmern einer Junkers G.24 ausgerüstet, zu Propagandazwecken von Moskau bis New York flog und dabei in mehreren Etappen eine Strecke von über 21.200 km zurücklegte.

Militärisch wurden die Schwimmerflugzeuge unter der Kennzeichnung TB-1P als Torpedobomber genutzt. Mit ihnen wurde der erste Torpedofliegerverband der sowjetischen Streitkräfte aufgestellt.

Heute ist nur noch ein aus Teilen zweier abgestürzter Maschinen "zusammengestückeltes" und restauriertes Exemplar einer TB-1 in einem russischen Museum erhalten.

Der Bausatz

MikroMir bietet mit dem Schwimmerflugzeug TB-1P (MTB-1) eine weitere Version des russischen Standardbombers aus den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts an. Das Modell ist gut 23 cm lang und hat eine Spannweite von über 38 cm.

Die Bauteile sind überwiegend aus grauem Kunststoff gespritzt, aber auch Klarsichtteile gehören zum Bausatz, sowie eine kleine geätzte Metallplatine und ein Bogen Abziehbilder.

Rumpf

Der Rumpf setzt sich aus den beiden Seitenflächen, dem Rumpfdach und zwei Bodenelementen, je einem vor und einem hinter den Tragflächen, zusammen. Das vordere Bodenelement dient zum Einbau des Cockpits. In den Rumpf einzubauen sind zudem zwei Streben zur Aufnahme der großen Vorderflügel, die auch gleich den Rumpf stabilisieren, sowie weitere kleinere Streben, die aber nur teilweise durch die zahlreichen Öffnungen (Cockpit und MG-Stände) sichtbar sein werden. Alle Bauteile des Rumpfes weisen eine feine Wellblechstruktur auf, die dem Maßstab entsprechend überzeugen kann. Auch bei den einsehbaren Innenseiten des Rumpfes ist das Wellblech deutlich erkennbar. Allerdings könnte die Passung des Wellblechs an den Kanten der Bauteile spannend werden.

Kleinteile

Beim Torpedobomber liegt der gesamte Grundbausatz inklusive Fahrgestell und Rädern bei. Zusätzlich finden sich zwei Spritzlinge für je einen der Schwimmer und ein Spritzling, der die Schwimmerstreben, ein Torpedo bzw. die zweite Außenlast, eine Seemine und ihr Fallschirmbehälter enthält.

Alle Teile sind versatz- und gratfrei gegossen, lediglich ein paar wenige Fischhäute gilt es zu versäubern. Die Wellblechstrukturen der Flügel sind, wie beim Rumpf, entsprechend fein dargestellt. Ein kleiner Spritzling Klarsichtteile für die markante Bugverglasung und die Windabweiser des offenen Cockpits sowie einige Scheinwerfer ist zwar sauber ausgeführt, das Material aber zu dick und sollte, insbesondere bei den Windschilden, dünner geschliffen werden.

Die Fotoätzteile

Eine Platine mit über 60 geätzten Kleinteilen liegt im Bausatz. Verfeinerungen für die MG-Stände gehören ebenso dazu, wie Antennen und das Armaturenbrett des Cockpits. Insgesamt eine gute und sinnvolle Mischung, um Details darzustellen, die in Kunststoff gegossen zu grob ausfallen würden.

Abziehbilder

Für die Markierung des Models liegt der gleiche Decalbogen mit vier Versionen bei, der auch im Grundbausatz der Tupolev TB-1 (ANT-1) zu finden ist. In wie weit diese Markierungen historisch verbürgt sind, kann ich nicht beurteilen. Die roten Sowjet-Sterne für die Tragflächen dürften hingegen zweifelsfrei passen. Das Aufbringen auf den welligen Untergrund bedarf sicherlich einer Menge an Weichmachern.

Eine sehr sinnvolles Zubehör sind die Maskierfolien, besonders für die verglaste Bugnase. Passend aufgebracht, dürfte damit bei der Bemalung der einzelnen Streben zwischen den Scheiben nichts schief gehen.

Die Anleitung

Leicht verständlich in 16 Einzelschritten aufgeteilt, führt die Bauanleitung zum fertigen Modell. Russisch und Englisch sind die verwendeten Sprachen. Die Ätzteile sind farblich (rot) hervorgehoben. Die Hinweise zur Bemalung sind einfach gehalten. MikroMir bezieht sich nicht auf irgendein Farbsortiment eines der üblichen Verdächtigen, sondern arbeitet nur mit allgemeinen Angaben wie "Schwarz", "Hellgrün", etc.,...

Fazit

MikroMir bietet für uns Modellbauer (immer) mehr Variationen des TP-1 Bombers an. In der vorliegenden Version mit Schwimmern ist sie auch für uns Marine-Narren und Wasser-Ratten von Interesse. Das Modell ist sauber und übersichtlich gestaltet. Die Qualität von MikroMir-Bausätzen steigert sich zusehends. Neben dem umfangreichen sowie abwechslungsreichen Angebot an U-Boot-Modellen erweitert MikroMir nun auch konsequent seine Flugzeug-Produktpalette. Der Preis der Tupolew mag vielleicht im ersten Moment abschrecken, doch darf nicht vergessen werden, dass auch die Ätzteile bereits mit im Bausatz liegen.

alt empfehlenswert

Wolfgang

Wir danken MikroMir für das Bausatzmuster