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Kampfflugzeug LTV A-7E Corsair II (1/48, Hasegawa) von Ralph Lehmann Drucken
Freitag, 26. Mai 2017 um 05:00

Das Original

Die LTV A-7 Corsair II ging auf eine Ausschreibung der US Navy von 1963 zurück, die ein leichtes Angriffsflugzeug als Ersatz für die Douglas A-4 Skyhawk forderte. Die Anforderungen waren u.a. größere Reichweite und Waffenzuladung, bessere Zielgenauigkeit bei Bombeneinsätzen und dass der Entwurf auf einem bereits existierenden aufbauen sollte. Ling-Temco-Vought (LTV) gewann die Auschreibung mit einem Entwurf, der auf der F-8 Crusader beruhte, aber einen kürzeren, breiten Rumpf, eine größere Spannweite und ein wirtschaftlicheres Triebwerk ohne Nachbrenner aufwies.

Die elektronische Ausstattung der Corsair II war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich, u.a. ihr Navigationssystem, Autopilot und ihr Head-up-Display. Die Corsair II flog 1965 zum ersten Mal und wurde 1966 bei der US Navy eingeführt. 1967 wurden die Maschinen zum ersten Mal im Vietnamkrieg eingesetzt. Auf die ursprüngliche A-7A-Version folgte die A-7B mit stärkerem Triebwerk und verbessertem Radar. Das Triebwerk der A-7A hatte sich in Vietnam als zu schwach erwiesen. 1965 entschied sich auch die US Air Force für die Corsair und bestellte die A-7D mit stärkerem Triebwerk und einer Gatling-Kanone statt der zwei Kanonen der früheren Versionen. Die US Navy bestellte eine Trägervariante der A-7D, die A-7E. Die ersten Maschinen wurden noch mit dem alten Triebwerk als A-7C ausgeliefert. Für die US Navy wurden insgesamt 991 Corsair II gebaut, 529 davon waren von der A-7E-Version.

Die Corsair II wurde von der US Navy in Vietnam von 1967-73 eingesetzt, außerdem 1975 während des Mayaguez-Zwischenfalls in Kambodscha, 1983 während der Invasion von Grenada, 1986 gegen Libyen und 1991 im Zweiten Golfkrieg. Ab Mitte der 1980er wurde die A-7 Corsair II durch McDonnel Douglas F/A-18 Hornet ersetzt. Die letzte aktive Einheit mit Corsair II wurde 1991 kurz nach dem Zweiten Golfkrieg außer Dienst gestellt.

Die A-7E Corsair II war 14,1 m lang, hatte eine Spannweite von 11,8 m und ein maximales Startgewicht von 19 t. Der Antrieb erfolgte über ein Strahltriebwerk mit 66,7 kN Schub, womit 600 kn (1111 km/h) erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus einem Piloten. Die Bewaffnung umfasste eine 2 cm Vulcan-Gatling-Kanone und 6,8 t Außenlasten an acht Stationen, u.a. für Sidewinder-Luft-Luft-Raketen, AGM-45 Shrike Luft-Boden-Raketen (gegen Radarstellungen) sowie ungelenkte und gelenkte Bomben.

Das Modell

Der fragliche Bausatz ist die A-7E "Golden Dragon" von Hasegawa (hier bei Scalemates). Gebaut wurde fast komplett aus dem Kasten, allerdings gönnte ich mir eine Maske für die Kanzellackierung von Eduard. Auch gefiel mir die Ausführung "Golden Dragon" nicht so wirklich. Daher fiel meine Wahl auf eine Maschine der VA-93 "Ravens", die Abziehbilder dafür lieferte die Firma SuperScale. Die Sitzgurte schließlich bestehen aus bemaltem Tamyia-Tape mit etwas Gussast als Simulation der Gurtverschlüsse.

Ich habe schon einige Hasegawa-Bausätze auf dem Tisch gehabt und war etwas erstaunt, dass es doch einige Schwierigkeiten mit der Passung gab. Gerade der Anschlussbereich Tragflächen-Rumpf und das Schließen der von mir nicht offen dargestellten Luken und Klappen zu den Innereien der Corsair brauchte einiges an Spachtel- und Schleifarbeit... bei mir oft mein "Schweinehund" beim Bau.

Ein paar Katastrophen gab es natürlich auch bei diesem Bau. So lernte ich, dass man beim Einsatz von Sekundenkleber auf ein Aktivierungsspray bei schon vorhandener Lackierung doch lieber verzichten sollte.

Die Zuladung meiner Corsair besteht aus MK-82 (geräubert bei einem F-4J-Bausatz, da nicht beiliegend) an den MER sowie den obligatorischen Sidewinders aus dem Bausatz und an den äußeren Pylonen AGM-45 Shrikes aus dem Hasegawa Weapon Set C. Meinen besten Dank an dieser Stelle für die Tipps aus dem Board (Diskussion siehe hier).

Lackiert wurde hauptsächlich mit Gunze und Tamyia Aquas. Nach Vorschattierung und Tarnlackierung gab es Humbrol-Klarlack, dann Abziehbilder, dann wieder Humbrol-Klarlack. Für die von mir gewünschte starke Alterung dieses Arbeitstiers der Navy gab es eine Betonung der Blechstösse (Weathering Set von Vallejo), eine Runde Seidenmattlack von Vallejo und schließlich habe ich mit Ölfarben Schlieren und Schmutz aufgebracht, um den von mir angepeilten Verschmutzungsgrad zu erreichen.

Ralph Lehmann

(Text über Original von Lars)