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Amodel: sowjetischer Seeaufklärer Berijew Be-10 (1/72) Drucken
Freitag, 03. November 2017 um 06:00

Berijew Be-10 Deckelbild

Modell: Be-10
Hersteller: Amodel
Maßstab: 1/72
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 72329
Preis: ca. 87 €

Das Original

Die Berijew (Beriev) Be-10 war ein sowjetisches jetbetriebenes Flugboot, das ab 1956 vom Designbüro Berijew gebaut wurde. Insgesamt wurden bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1961 (nur) 27 Einheiten ausgeliefert. Einsatzgebiete waren die Bekämpfung feindlicher Schiffe sowie Seeaufklärung. Im Dienst blieb das schwer zu handhabende Flugzeugmuster noch bis 1968, wurde dann zugunsten der Berijew Be-12 ausgemustert, die bessere Flugleistungen zeigte. In der kurzen Zeit gelangen aber zwölf Weltrekorde, die zum Teil noch bis heute ungebrochen sind. Dazu gehören Rekorde in den Bereichen Geschwindigkeit, Flughöhe und Nutzlast.

Der Bausatz

Die Be-10 ist mit einer Länge von fast 44 cm und einer Spannweite von etwa 40 cm kein kleines Modell! Es besteht aus 167 Bauteilen aus hellgrauem Kunststoff und zwei kleinen Ätzteilplatinchen mit zusammen 30 Messingteilen.

Rumpf

Der Rumpf von Amodels Beriev-Be-10 hat keine klassische Aufteilung in linke und rechte Hälfte, die nach dem Einbau von Cockpit und Bombenschacht entlang der Mittelachse zusammen geklebt werden kann. Das wäre auch viel zu einfach. Insgesamt setzt sich der Rumpf aus neun Einzelteilen zusammen. Vorne ist das gut einzusehende Cockpit, hinten der ebenfalls gut zu sehende Heckstand zwischen zwei Rumpfteile einzubauen und im mehrteiligen „Schulterstück“ sitzen die beiden Triebwerke. Beim Blick in die Schachtel drängt sich ein wenig der Verdacht auf, die Stückelung ist der Größe der Schachtel angepasst - wohl aber eher der Größe der Gussplatten des im Shortrun hergestellten Modells.

Kleinteile

Dem Bausatz ist dank zahlreicher kleinerer, wie größerer Fischhäute das Shortrunverfahren anzumerken. Passstifte zwischen den Teilen sind Mangelware. Obere und untere Flügelhälften müssen stumpf aufeinander geklebt werden. Zumindest sind einige Nut- und Steckverbindungen vorhanden, sowie genau Anklebepunkte mehrerer Kleinteile markiert. Oberflächenstrukturen, wie zum Beispiel die Blechstösse der Außenhaut des Flugzeuges hingegen sind sauber und filigran widergegeben.

Die Fotoätzteile

Die zwei kleinen, identischen Ätzteilplatin(ch)en mit den Maßen drei auf eineinhalb Zentimeter sind leicht zu übersehen. Viel ist damit nicht zu detaillieren. Aber es gibt Abhilfe!

Die Abziehbilder

Amodel bietet zwei Abziehbildervariaten an. Eine einheitlich „Ghostgray“ gehaltene mit einer großen roten 15 markiert und eine farbenfrohere grau weiße Maschine mit zahlreichen roten Teilflächen und einer großen roten 41 als Kennzeichnung. Inwieweit diese beiden Maschinen historisch verbürgt sind, kann ich nicht sagen. Eine - zugegeben relativ oberflächige - Internetrecherche hat keine Treffer ergeben.

Zur einfacheren Bemalung bietet Amodel Maskierfolien für sämtliche Glasflächen der Maschine. Die Farbangaben beziehen sich auf das Humbrol-Sortiment

Die Anleitung

In 32 Bauabschnitten entsteht ein schönes großes Flugzeugmodell. Da Passstifte im Großen und Ganzen fehlen, bietet die Bauanleitung durch die Abbildung fertiger Baugruppen besonders im Cockpitbereich wertvolle Hinweise auf die Positionierung der Einzelteile.

Zubehör

Der bulgarische Hersteller NH Detail hat einen Ätzteilsatz zu Amodels Beriev Be 10 auf den Markt gebracht. Neben den Grenzschichtzäunen auf den Flügeln wird damit vor allem das Cockpit massiv aufgewertet.

Zusätzlich zu den Ätzteilen liegt eine kleine durchsichtige Kunststofffolie mit vier aufgedruckten Elementen voller Bordinstrumente bei, die zwischen Bauteil des Bausatzes und dem Ätzteil der Cockpitkonsole eingeklebt wird.

Fazit

Amodel bietet mit ihrer Beriev Be-10 das einzige Modell dieses Flugzeugtyps in Spritzguss in 1/72. Als Vorbild dient ein relativ unbekanntes Muster, das dennoch für zahlreiche Rekorde in die Geschichte eingegangen ist. Abzuwarten bleibt wie die Passgenauigkeit ausfällt, aber der erste Eindruck reicht auf alle Fälle für die Bewertung:

alt empfehlenswert


Wolfgang

Wir danken IBG für das Bausatzmuster