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Special Navy: deutsches Kleinst-U-Boot des Typs Biber (1/72) Drucken
Dienstag, 28. November 2017 um 06:00

Deckelbild Biber

Modell: German Midget Submarine Biber
Hersteller: Special Navy
Maßstab: 1/72
Material: Polystyrol (Spritzguss), Abziehbilder
Art.Nr.: SN72006
Preis: 15 €

Das Original

Nach einem missglückten Angriff eines britischen Kleinst-U-Bootes Typ Welman (W-46) gegen ein Schwimmdock im Hafen von Bergen am 21. November 1943 fiel dieses Boot in deutsche Hände. Im selben Monat wurde es zwecks Studium und Untersuchung nach Deutschland verfrachtet. Nach einer Idee von Korvettenkapitän Hans Bartels sollte ein ähnliches Kleinst-U-Boot entwickelt werden. Die Konstruktion erfolgte durch den Konstruktionsleiter der Flender-Werke in Lübeck Herr Hermann Bunte.

Am 23. Februar 1944 legte er den ersten Entwurf vor. Der Prototyp wurde schon am 15. März 1944 fertiggestellt und bekam die Bezeichnung Adam. Ab 29. März 1944 erfolgte die Seeerprobung. Der erste Tauchversuch endete damit, dass das U-Boot sofort nach dem Lösen der Schleppleine auf den Grund der Lübecker Bucht sank. Der Pilot konnte sich glücklicherweise retten und das Boot wurde anschließend geborgen. Im Anschluss wurden einige Modifikationen durchgeführt. Bei einer weiteren Demonstration verlief alles erfolgreich. Es wurden daraufhin 300 Einsatzboote bestellt, die die Bezeichnung Klasse XXVIIc erhalten sollten. Diese Bezeichnung wurde dann doch nicht vergeben und das U-Boot wurde nur Biber genannt. Die schnelle Entwicklung bewirkte, dass das Konzept nicht ausgereift war und viele Einsätze durch technische Defekte abgebrochen werden mussten. Zwischen 60 und 70% der Biber-Fahrer kamen während der Einsätze ums Leben. Die insgesamt 324 Einheiten wurden zwischen Mai 1944 und November 1944 gefertigt. Der Preis betrug 29.000 Reichsmark pro Stück. Hergestellt wurden die U-Boote, wie schon erwähnt, in den Flender-Werken in Lübeck wie auch bei der italienischen Ansaldo-Werft, deren Endausrüstung bei Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm erfolgte.

Technische Daten:
Länge ü. Alles: 9,04 m
Breite max.: 1,57 m
Verdrängung: 6,3 t
Antriebsanlage: 2,5-Liter Opel Benzinmotoren
Siemens-Schuckertwerke Elektromotor auf 1 Propeller
Leistung: 32 PS (24 kW) bzw. 13PS (10 kW)
Brennstoffvorrat: 225 Liter
Geschwindigkeit: 6,5 kn (12 km/h) Überwasser, 5,3 kn (10 km/h) Unterwasser
Reichweite: 100 sm Überwasser bei 6,5 kn / 8,5 sm Unterwasser bei 5,3 kn
Tauchtiefe: 20 m
Besatzung: 1 Mann
Bewaffnung: 2 x Torpedos Typ G7 mit einem Durchmesser von 53,3cm

Der Bausatz

Der Bausatz des deutschen Kleinst-U-Bootes Biber kommt in einem ansprechend gestalteten Faltkarton auf den Basteltisch. Auf der Vorderseite ist eine Zeichnung abgebildet, auf der das U-Boot gerade einen Torpedo in Richtung eines Hafens abschießt und seinerseits von einem britischen Jagdflugzeug mit Bordwaffen beschossen wird. Auf der Rückseite sind fünf verschiedene U-Boote mit ihren jeweiligen Tarnschemen abgebildet.

Die 47, aus hellgrauem Kunststoff bestehenden Bauteile verteilen sich auf fünf Spritzgussrahmen. In einer Ziplocktüte befindet sich gut geschützt ein weiterer Gussast mit fünf Klarsichtteilen. Die Hauptbaugruppen bestehen aus einem U-Boot Rumpf, zwei Torpedos und einem Ständer.

Die Qualität der Bauteile ist durchweg hervorragend. Der ca. 12 cm lange Rumpf hat sowohl erhabene wie auch fein versenkte Details. Die runden Deckel weisen angedeutete Schraubenköpfe auf. Selbst die winzigen Löcher der beiden Kranösen sind durchbrochen. Die Einstiegsluke lässt sich geöffnet ankleben und gewährt einen Blick in das Innere. Im Cockpit des U-Bootes befindet sich ein Sitz, ein Armaturenbrett, bei dem die Skalen vertieft sind und zwei Steuerräder. Der Steuermechanismus der Ruder am Heck ist, mit Originalfotos (siehe z.B. hier) verglichen, sehr authentisch wiedergegeben.

Die Abziehbilder

Der 6,5 cm x 3,5 cm messende Decalbogen beinhaltet 15 Stück Nassschiebebilder. Die einzelnen Decals weisen keinen Überstand auf. Erwähnenswert sind zwei verschiedene Haifischgebisse.

Die Anleitung

Die Bauanleitung besteht aus drei DIN A4 Seiten, welche in Farbe gedruckt sind. Die erste Seite enthält einen geschichtlichen Abriss in englischer und tschechischer Sprache, gefolgt von einer Teileübersicht. Die neun Baustufen sind gut und einfach strukturiert. Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Gunze Sangyo

Fazit

Ein sehr schöner Bausatz des deutschen Kleinst-U-Bootes Biber, der Lust auf sofortigen Baubeginn macht. Geeignet, um an einem langen Winterwochenende ein tolles Modell fertig zu bekommen. Obwohl einige Kleinteile enthalten sind, ist der Bausatz auch für Einsteiger zu empfehlen.

alt empfehlenswert


Eberhard Sinnwell

Wir danken Special Navy für das Bausatzmuster