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Baubericht O-Class Zerstörer - Teil 1: Erste Ernüchterung Drucken
Donnerstag, 23. September 2004 um 13:19
Erstens kommt's anders und zweitens als man denkt...


Beim genauen Betrachten des Baukastens sind mir dann doch ein paar unschöne Dinge aufgefallen. Die Brücke enthält einen zusätzlichen Aufbau den ich so noch nie bei einem britischen Zerstörer gesehen habe. Ein auf dem Deck mit angegossenes Rettungsfloß ist völlig deplaziert weil es dem Torpedosatz im Weg ist.

Da aber sowieso die Fräse angeworfen wird um die Pyramidentreppen zum Vorschiff und den Sockel der 4'' Flugabwehrkanone (wird durch PE-Teile ersetzt) zu entfernen, werden halt auch gleich die erwähnten Merkwürdigkeiten weggeputzt.






Wegen der Fotoätzteile mußten einige Bohrungen auf dem Deck für z.B. die Bootskräne zugespachtelt werden. Gleiches gilt für die Löcher des Dreibeinmastes - es soll ja mal ein Gittermast dort stehen. Als extrem schwierig erwies sich die Schleiferei auf engstem Raum. Wenn hier jemand gute Tipps und Kniffe weiß - her damit.






Der größte Makel des Bausatzes ist aber das völlige Fehlen der Bullaugen! Der Rumpf und die Aufbauten sehen ohne einfach nur nach Spielzeug aus. Also habe ich den Rumpf mit Tamiyaband beklebt und darauf Hilfslinien und die Position der Bullaugen angezeichnet.


Mit einem 0,3mm Bohrer ging es dann von Hand mit viel Enthusiasmus los...


Lektion Nr.1: Die dünnen Bohrer müssen ganz kurz eingespannt werden. Nachdem ich drei Bohrer abgebrochen habe, hab ich's begriffen. Die Löcher sind jetzt alle 0,4mm im Durchmesser...


Lektion Nr.2: Ohne Führungseinrichtung verläuft der Bohrer auf dem Tamiyaband etwas. Das sieht man aber erst nach Entfernen des Klebebandes. Jetzt sieht es so aus als ob die Werftarbeiter stockbesoffen waren.


Lektion Nr.3: Von Hand ist das Bohren der ca. 60 Bullaugen ein Scheißjob.


Lektion Nr.4: Eine Dremel im Bohrständer ist wegen der hohen Drehzahl zum Bohren in Kunststoff nicht geeignet! Das Plastik schmilzt teilweise auf und bleibt am Bohrer kleben. Der bekommt dadurch eine Unwucht und fängt an zu eiern. Das gibt bei einem 0,4er Bohrer 1,0er Löcher. Also wieder zuspachteln.


Irgendwann läßt man's dann aber doch gut sein. Auf dem Bild kann man (hoffentlich) die Bullaugenlöcher erkennen. Zum Größenvergleich die 1 Centmünze...






Die erste Decksfarbe ist mittlerweile aufgesprüht und am Trocknen. Und dann ist eine Abklebeorgie im Mikrometerbereich angesagt...


Erstellt am 18.09.2004