Modell: USS John Rodgers
Hersteller: Arii
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: A948-1000
Material: Spritzguss
Preis: ca. 13 €

Modell: USS Fletcher
Hersteller: Lee
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 01090
Material: Spritzguss
Preis: ca. 6 €

Modell: USS Spruance
Hersteller: Mini Hobby Models (MHM)
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 80913
Material: Spritzguss
Preis: ca. 6 €


Modell: USS Spruance
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: 05007
Material: Spritzguss
Preis: wird nicht mehr produziert

 

Original


Die Spruance-Klasse wurde entworfen, um die umgebauten Zerstörer der Fletcher-, Sumner- und Gearing-Klasse zu ersetzen. Um die Klasse in hohen Stückzahlen bauen zu können, wurden sie in Serie von Ingalls gebaut. Der Rumpf wurde im Vergleich zur ursprünglichen Bewaffnung sehr groß konzipiert, so dass er sich nicht nur als Basis für die stärker bewaffneten Zerstörer der Kidd-Klasse und die Kreuzer der Ticonderoga-Klasse eignete, sondern auch die Installation von zusätzlichen Systemen möglich war. Die Spruance-Klasse waren als U-Jagdschiffe ausgelegt, erhielten dann aber später mit Harpoon und Tomahawk auch eine sehr starke Bewaffnung gegen Schiffe und Landziele.


Die Spruance-Klasse ist 171,6 m lang und 16,8 m breit. Mit 9100 ts (8190 t) Verdrängung ist der Tiefgang 8,8 m. Die Gasturbinen, die hier erstmal in der U.S.-Marine verwendet wurden, leisten 80.000 PS, womit 33 kn erreicht werden.


Bewaffnung USS Spruance 1975

2 x 12,7 cm L/54 Mk 45
1 x Mk 29 NATO Sea Sparrow-SAM-Starter (Achtfach-Starter, NSSMS)
1 x Mk 16 ASROC-ASM-Starter (Achtfach-Starter)
6 x 32,4 cm Mk 32 Torpedorohre (zwei Drillinge)
1 x Kaman SH-2F Seasprite (theoretisch zwei Seasprite oder eine Seaking)

Bewaffnung USS Conolly 1984

2 x 12,7 cm L/54 Mk 45
2 x 2 cm Mk 15 Phalanx CIWS (zwei sechsrohrige Geschütze)
2 x Tomahawk Mk 44 SSM-Starter (zwei Vierlings-Starter)
2 x Harpoon Mk 141 SSM-Starter (zwei Vierlings-Starter)
1 x Mk 29 NATO Sea Sparrow-SAM-Starter (Achtfach-Starter, NSSMS)
1 x Mk 16 ASROC-ASM-Starter (Achtfach-Starter)
6 x 32,4 cm Mk 32 Torpedorohre (zwei Drillinge)
1 x Kaman SH-2F Seasprite (theoretisch zwei Seasprite oder eine Seaking)


Bewaffnung USS Nicholson 1998
2 x 12,7 cm L/54 Mk 45
2 x 2 cm Mk 15 Phalanx CIWS (zwei sechsrohrige Geschütze)
1 x Mk 41 VLS (61fach Senkrechtstarter für Tomahawk, ASCROC, möglich auch Sea Sparrow, SM-2)
2 x Harpoon Mk 141 SSM-Starter (zwei Vierlings-Starter)
1 x Mk 29 NATO Sea Sparrow-SAM-Starter (Achtfach-Starter, NSSMS)
1 x RAM Mk 43 SAM-Starter (21fach)
6 x 32,4 cm Mk 32 Torpedorohre (zwei Drillinge)
2 x Sikorsky SH-60B Seahawk


Die frühen Schiffe erhielten bald nach der Fertigstellung zwei Phalanx-Nahbereichsabwehrgeschütze und zwei Harpoon-SSM-Starter, während die Späten schon bei der Fertigstellung über diese verfügten. Bis 1986 erhielten alle Schiffe eine Kevlar-Panzerung. Ab 1984 wurden auf Comte de Grasse, Merrill, Conolly, John Rodgers, Leftwich, Deyo und Ingersoll zwei Tomahawk-Vierfach-Starter neben dem ASCROC-Starter installiert. Der ASCROC-Starter wurde Mitte der 90er auch von den Schiffen entfernt, die nicht an dieser Position ein VLS-Senkrechtstarter erhielten. Während Harry W. Hill weder Tomahawk-Vierfach-Starter, noch einen VLS-Starter erhielt, wurden ab Ende der 80er auf 24 Schiffen vor der Brücke statt des ASCROC-Starter ein VLS-Starter montiert. Dies waren Spruance, Paul F. Foster, Kinkaid, Hewitt, Elliot, Arthur W. Radford, Peterson, Caron, David R. Ray, Oldendorf, John Young, O’Brien, Briscoe, Stump, Moosbrugger, John Hancock, Nicholson, Cushing, O’Bannon, Thorn, Deyo, Fife, Fletcher und Hayler. Viele Schiffe erhielten einen auf einer oder beiden Seiten verbreiterten Hangar für die Aufnahme der Seahawk und eine modifizierten Unterbau für die beiden Phalanx, der dem auf der Arleigh Burke-Klasse ähnelt. Elliot, Oldendorf, John Young, Briscoe, Nicholson, Cushing, O'Bannon, Thorn und Fife erhielten auch einen RAM-Starter achtern. Arthur W. Radford erhielt 1997 statt des Gittermasts einen neuen verkleideten Großmast (AEM/S), um dieses Konzept zu testen.


Insgesamt wurden zwischen 1970 und 1983 bei Ingalls 31 Schiffe (DD-963 – DD-992, DD-997) gebaut. Die Schiffe der Spruance-Klasse wurden u.a. im Ersten Golfkrieg gegen den Iran (1987/88), im Zweiten Golfkrieg (1991) und Dritten Golfkrieg (2003) gegen den Irak sowie bei weiteren Angriffen auf Grenada (1983), Libanon (1984), Libyen (1986), Haiti (1994), Irak (1993, 1996, 1998) und Afghanistan (2001) eingesetzt. Die Schiffe, die keine VLS erhielten, wurden 1998 außer Dienst gestellt, die Einheiten mit VLS zwischen 2000 und 2005. Als letztes stellte Cushing am 21.9.2005 außer Dienst. Mehrere Schiffen wurden bereits bei Waffentests versenkt bzw. verschrottet, während bei anderen der Verkauf an die Pakistan, Taiwan bzw. Türkei möglich sind.

 

Die Bausätze


Im Maßstab 1/700 sind zahlreiche Bausätze dieser Klasse herausgekommen. Pit-Road gehört zu den frühen Anbietern, deren Formen später, um einen Unterwasserrumpf ergänzt, von Revell und Dragon vertrieben wurden. Dragon bietet auch modifizierte Versionen dieses Bausatzes an: die Arthur W. Radford mit AEM/S und die Chandler, der aus der Spruance-Klasse abgeleiteten Kidd-Klasse. Dazu gibt es noch Bausätze der Firmen Arii, Fujimi, Lee, Minicraft und Mini Hobby Models. Wir werden einen Teil dieser Bausätze vorstellen und vergleichen.


USS John Rodgers von Arii


Arii bietet mehrere Versionen der Spruance-Klasse an, die aber bis auf die Namensschilder und die Abziehbilder identisch sein dürften. Hier wird die John Rodgers besprochen, die in der Version mit den beiden Tomahawk-Vierfach-Starter gebaut werden soll. Der Bausatz enthält Teile für eine Vollrumpf- oder eine Wasserlinienversion. Neben den benötigten Ausrüstungsteilen liegen auch zwei Mk 41 VLS-Starter und zwei Mk 26 SM-2 Starter bei, was daran liegt, dass ein Gussrahmen ebenfalls den Bausätzen der Ticonderoga-Klasse des gleichen Herstellers beiliegt. Zusätzlich liegen ein Rahmen mit einem Tragflügelboot der Pegasus-Klasse und diversen Landungsbooten bei. Die Abziehbilder enthalten nur die Kennnummer der John Rodgers in der high viz-Version, wobei die Decksmarkierungen sehr dick ausgeführt sind.


Der Bausatz ist gut detailliert und bei den meisten Teilen auf dem gleichen Niveau wie der Bausatz von Pit-Road/Revell/Dragon. Eine Ausnahme ist der Seahawk-Helikopter, insbesondere dessen Rotor. Bei den Gittermasten fehlen die Verstrebungen vorne und hinten. Die Verstrebungen der Rahe der Masten können auch verbessert werden und für die SPS-40-Radarantenne wäre ein geätztes Teil besser.


Insgesamt ein guter Bausatz, mit dem die frühen Versionen der Spruance-Klasse problemlos dargestellt werden können. Nur den Seahawk sollte man durch eine Seasprite ersezten. Für späte Versionen ist ein Eigenbau der Unterbauten der beiden Phalanx, des verbreiterten Hangars und der Satelliten-Antennen vor der Brücke und auf dem Hanger nötig. Eventuell muss auch ein RAM-Starter und ein Zodiac-Beiboot (statt des Whalers) selbst gebaut werden.


USS Fletcher von Lee


Lee bietet ebenfalls die Spruance-Klasse in diversen Versionen an. Die Verpackung und die Anleitung ähneln den Arii-Bausätzen sehr. Der Inhalt unterscheidet sich aber drastisch. Hier wird die Fletcher vorgestellt, die laut Anleitung in der Version mit VLS gebaut werden soll. Es ist nur eine Vollrumpfversion möglich. Die Aufteilung der Decks ist etwas seltsam und würde Spachtelarbeiten erfordern.


Ansonsten ähnelt die Aufteilung dem Arii-Bausatz, aber alle Teile, insbesondere die Waffen, Antennen und Masten sind deutlich schlechter ausgeführt. Die Qualität der Teile ist gering und auch die Gußqualität ist deutlich schlechter. Bei diesem, gebraucht gekauften Exemplar fehlen die beiden VLS und ein 12,7 cm-Rohr war zerbrochen. Abziehbilder – ebenfalls in schlechter Qualität – liegen nur für die Fletcher in der high viz-Version bei.


Insgesamt ein Bausatz, von dem man die Finger lassen sollte – egal für welchen Preis. Man kann hier praktisch, egal für welche Version der Spruance-Klasse, keine Teile verwenden.

 

USS Spruance von Mini Hobby Models


Mini Hobby Models (MHM) bietet ebenfalls Bausätze der Spruance-Klasse an. Hier wird Spruance selbst besprochen, die auf dem Deckelbild mit VLS zu sehen ist, aber laut Anleitung mit Achtfach-ASROC- und zwei Vierfach-Tomahawk-Starter gebaut werden soll (wobei ich keinen photographischen Beweis dafür gefunden habe, dass Spruance je in diesem Zustand gefahren ist). Im Gegensatz zu dem Lee-Bausatz unterscheidet sich hier die Schachtel von dem Arii-Bausatz stark, während der Inhalt sehr ähnlich ist.


Nur die Aufteilung der Teile auf den Rahmen ist unterschiedlich, während die Qualität etwas schlechter als der Arii-Bausatz ist. Neben den nach Anleitung notwendigen Teilen findet man VLS- und SM-2-Starter, sowie diverse kleine Ladungsboote und ein Tragflügelboot der Pagasus-Klasse. Abziehbilder fehlen bei dem besprochenen Exemplar komplett und auch in der Anleitung lassen sich keine Hinweise darauf finden, dass überhaupt welche vorgesehen waren. Die Masten sind hier sehr dickt und erneut fehlen die Verstrebungen bei den Gittermasten vorne und hinten. Auch die Abstützungen des Rahs am Fockmast sollten verfeinert werden.


Insgesamt ein Bausatz, der eine brauchbare Grundlage für den Bau einer frühen Version der Spruance-Klasse darstellt und einen ähnlichen Aufwand wie der Arii-Bausatz erfordert, um eine späte Version darzustellen.

 

USS Spruance von Revell


Die Spruance von Revell, die nicht mehr im aktuellen Angebot ist, aber noch leicht aufzutreiben ist, ist größtenteils mit dem Bausatz von Pit-Road identisch. Es liegen lediglich andere Abziehbilder und ein neuer Spritzrahmen für den Unterwasserrumpf bei. Letzteres ermöglicht den Bausatz neben der Wasserlinien-Version auch als Vollrumpfmodell zu bauen. Die gleichen Spritzlinge bietet auch Dragon an. Nach Anleitung kann eine Version mit dem ASCROC-Starter und den zwei Tomahawk-Vierfach-Startern gebaut werden. VLS-Starter liegen hier nicht bei. Da ein Spritzling mit dem Bausatz der Ticonderoga-Klasse vom gleichen Hersteller identisch ist, liegen auch SM-2-Starter und das Vorschiff der Ticonderoga-Klasse bei. Die Abziehbilder sind deutlich feiner ausgeführt als beim Arii-Bausatz. Es liegen high viz-Kennungen für Spruance, Conolly, Moosbrugger und Nicholson bei. Hier sind auch Abziehbilder für den Seahawk-Helikopter vorhanden, die aber überdimensioniert erscheinen.


Die Qualität ist durchschnittlich besser als bei dem Arii-Bausatz, allerdings gibt es die gleichen Probleme. An den Gittermasten fehlen wiederum die Verstrebungen vorne und hinten und auch die Verstrebungen der Fockrah sind erneut nur als Relief ausgeführt.


Insgesamt ist dies ein guter Bausatz, um eine frühe Version der Spruance-Klasse darzustellen. Hier muss nur eventuell der Seahawk-Helikopter gegen einen Seasprite-Helikopter ausgetauscht werden. Für eine späte Version ist nicht nur der Eigenbau der Hangarverbreiterungen, der neuen Unterbauten der Phalanx, der Satellitenantennen und des Zodiac-Schlauchboots und die Anschaffung von low viz- Kennnummern notwendig, sondern man muss sich auch zusätzlich noch einen VLS-Starter besorgen.

 

Die Bausätze von Dragon


Dragon bietet die Conolly und die Arthur W. Radford – letztere mit dem neuen AEM/S-Großmast – an. Der Bausatz der Conolly liegt den Autoren nicht vor, der Bausatz der Arthur W. Radford wird hier besprochen. Im Wesentlichen sind aber mit dem Revell-Bausatz identisch. So weit man dies ausgehend von den Bilder auf der Dragon-Internetseite beurteilen kann, liegen keinem dieser Bausätze Teile bei, die für die Darstellung einer späten Version der Spruance-Klasse notwendig sind. Dies ist bei Arthur W. Radford selbst nicht so problematisch, hier liegt die Hangarverbreitung nach Steuerbord bei und das Zodiac-Schlauchboot und teilweise die neuen Satellitenantennen müssen ergänzt werden. Für den letzten Zustand der Conolly müssen aber die Hangerverbreitungerungen auf beiden Seiten, neue Unterbauten für die beiden Phalanx und das Zodiac-Schlauchboot ergänzt werden. Der ASROC-Starter der Conolly wurde übrigens bereits vor der Außerdienststellung ausgebaut, während die beiden Tomahawk-Vierfach-Starter beibehalten wurden.


Die Bausätze von Fujimi


Fujimi bietet die Schiffe der Spruance-Klasse an, die in Japan als Teil der 7. Flotte stationiert waren. Den Autoren liegen keine Exemplare vor, so dass diese Bausätze nicht beurteilt werden können.


Die Bausätze von Pit-Road


Diese sind bis auf den fehlenden Unterwasserrumpf und anderen Abziehbildern mit den Bausätzen von Revell und Dragon identisch, es liegt aber den Autoren kein Exemplar vor.


Die Bausätze von Minicraft


Auch von diesem Hersteller liegt kein Exemplar zum Vergleich vor. Recherchen zu Folge sollen sich mit dem Bausatz die Schiffe mit den Nummern DD-963 - DD-972 bauen lassen. Auch erscheint es wahrscheinlich, dass das Schiff nur mit Unterwasserrumpf baubar ist (gegenteiliges bitten wir uns mitzuteilen, damit wir das berichtigen können).

Quellen


Fazit


Wenn man eine frühe Version der Spruance-Klasse nur mit dem ASROC-Starter vorne oder mit einem ASROC- und zwei Tomahawk-Starter vorne bauen will, empfiehlt sich der Bausatz von Dragon/Revell/Pit-Road, wobei das beste Preis-Leistungsverhältnis der Revell-Bausatz hat – wenn man noch einen findet. Auch der Arii-Bausatz und – mit Einschränkungen – der Mini Hobby Models-Bausatz eignen sich für den Bau einer frühen Version. Von dem Lee-Bausatz kann man – egal für welche Version – nur abraten. Keiner der besprochenen Bausätze ermöglicht den Bau einer späten Version direkt aus dem Kasten. Hier empfiehlt sich der Arii-Bausatz oder mit Einschränkungen der Mini Hobby Models-Bausatz, eventuell auch der Bausatz der Arthur W. Radford von Dragon, wobei diverse Änderungen notwendig sind, die aber auch für einen Anfänger bei Eigenbauten machbar sein sollten.


von Carsten und Lars