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Fregatte Jupiter - Teil 10: Fertigstellung Drucken
Mittwoch, 06. Dezember 2006 um 21:08

Fertigstellung des Modells


Nachdem die Anker auf ihrer Position an den Fockrüsten angebracht waren, konnte auch die Takelung der unteren Segel abgeschlossen werden. Das waren hauptsächlich Schoten und Halsen der Untersegel und Blinde.
Für die Position des Großschotleitblocks an der Bordwand hat mir ein Modellbaukollege freundlicherweise Fotos aus einem schwedischen Museum überlassen.



Die Ankerboje in den Fockwanten wurde aus einem Stück Rundstab hergestellt. Von der Mitte aus wurden die beiden Enden einfach konisch zugeschnitten und gefeilt. Das Holz wurde gebeizt und mit schwarzem Zwirn umwickelt.
Anschließend habe ich sämtliches aufgeschossenes Tauwerk hergestellt.



Am Rumpf fehlten jetzt noch die Trittstufen, die an der Bordwand nach oben führen, die Stückpfortendeckel, die Fensterkreuze der Heckfenster, das Ruderblatte mit Sorgleinen (Ketten). Diese Teile wurden nach und nach hergestellt und angebracht. Die Kette hatte ich mal auf der Intermodellbau in Dordmund gekauft. Die Kette ist mit einer Gliederlänge von ca. 0,7 mm sehr filigran und stammt von Elde Modellbau



Nachdem dieses Baustadium erreicht war, konnte die Grundplatte angegangen werden.
Das Schiff soll auf bewegter See dargestellt sein. Ich habe mich für die Silikon - Methode entschieden, wie sie auf Modellmarine vorgestellt wurde.
Allerdings bin ich von der Beschreibung in einigen Punkten abgewichen. Vor einiger Zeit hatte ich mit Herbert (hwe) über die Darstellung von Wellen diskutiert, und daß mit der Silikon - Methode meist chaotische Wellensysteme herauskommen. Da mein Modell mit 1/160 doch deutlich größer ist als 1/350 oder 1/700 Kriegsschiffmodelle, würde ich viel Silikon auftragen müssen. Spiegelglatte See wollte ich nicht haben. Ob die Masse wirklich beim Trocknen klar wird wußte ich nicht und Trocknungsrisse wollte ich auch nicht riskieren.
Deshalb hatte ich mich entschlossen das Wellensystem in die Grundplatte zu schnitzen. Aus diesem Grund habe ich auch kein Styropor verwendet, da dieses zum Bröseln neigt. Ich habe mir deshalb aus dem Baumarkt eine Dämmplatte mit sehr kleinen Luftblasen besorgt.
Das Wellensystem habe ich mit dem Bleistift aufgezeichnet, ebenso die Konturen vom Schiffsrumpf und den Booten. Anschließend die Wellen mit dem Messer hinein geschnitten und die Schiffsform ausgeschnitten. Beim Schiff bin ich ein wenig zu tief gekommen, außerdem soll der Rumpf ca. 7° Krängung haben. Deshalb hatte ich das Loch teilweise wieder mit Spachtelmasse aufgefüllt, wie man auf dem Foto sehen kann.



Die Bemalung ging dann wieder nach Vorschrift. Um den Rumpf herum in helleren Blautönen, nach außen dunkler werdend und schließlich Schwarz.
Das Silikon habe ich gegen Acryl ausgetauscht. Die Geruchsbelästigung ist um vieles geringer. Die größten Flächen habe ich mit Lukas Künstleracrylpaste modelliert. Auftragen und bearbeiten wieder laut Vorschrift. Im Gegensatz zum Silikon trocknet die Acrylpaste sehr langsam. Ich hatte mich laut Vorschrift sehr beeilt, um dann nach 24 h immer noch in der weichen Pampe rumzustochern.
Die Acrylmasse ist beim Auftragen milchig weiß und wird nach vollständigem austrocknen tatsächlich transparent. Einige Stellen mit größerer Schichtdicke bleiben leicht opaleszent, was aber einen hübschen Effekt ergibt. Ein wenig gestört haben mich die kleinen Luftblasen, die sich beim Trocknen bildeten. Die fallen aber nur bei näherer Betrachtung wirklich auf.



Nachdem das Modell eingeklebt war, habe ich den Spalt zur Platte mit weißer Holzpaste verschmiert, hellblau bemalt und mit Arylpaste aus der Tube die Bugwelle und die aufgewühlte See am Rumpf modelliert. Die Acrylpaste aus der Tube wird sehr viel schneller fest als die Künstler Acrylmasse. Sie eignet sich deshalb sehr gut für Korrekturen oder für zusätzliche Gebilde wie z.B. ins Wasser eingeschlagene Kanonenkugeln / Granaten - so als Anregung.



Nach dem Durchtrocknen der Acrylmasse werden die Wellenkämme, sowie Bugwelle und der Bereich ums Schiff mit weißer Farbe trocken gebürstet, so wie in der Anleitung beschrieben.
Etwas unsicher war ich mir bei der Hecksee. So stark aufgewühlt wie bei einem Schraubenschiff ist das Wasser nicht, aber die Spur des Rumpfes im Wasser ist trotzdem sichtbar. Ich habe mich an Fotos, auch eigene Aufnahmen von Segelturns und am Film Master & Commander orientiert. Demnach ist ein Streifen direkt hinter dem Rumpf eher unbewegt und hat relativ wenig Blasen. Das Wasser was auf beiden Seiten des Rumpfes vorbeiströmt zeigt dagegen einige Blasen. Hinter dem Schiff sind also zwei Streifen zu sehen, die aber bei weitem nicht so verquirlt wirkt wie bei einem Motorboot. Meine Beobachtungen stammen allerdings von Jachten und nicht von Großseglern.


Reichlich Zeit, Geld und Nerven hat mich der Rahmen um die Platte gekostet. Eigentlich sollte es kein großer Akt werden. Ein Brett, mit Leisten drum herum und die Dämmplatte hingeklebt.
Beim ersten Versuch hat sich das dünne Grundbrett total verzogen. Im Baumarkt stand zwar der Hinweis, daß man Pappelsperrholz nicht kleben kann, aber wer glaubt schon Hinweisen im Baumarkt?
Beim zweiten Versuch hatte ich eine Verzogene Leiste eingekauft, die sich leider nicht mit den drei anderen Leisten vertragen wollte.
Schließlich habe ich eine 10 mm starke Sperrholzplatte und dickere vierkantleisten gekauft. Bei den Vierkantleisten hatte ich den Strack jeder einzelnen Leiste vor dem Kauf geprüft. Die Leisten hatte ich dann mit dem Grundbrett verschraubt und nicht mehr geleimt. Bei diesem Versuch ging alles glatt. In Zukunft werde ich wohl auf Multiplex - oder MDF - Platten als Basis zurückgreifen.
Der Rahmen wurde mehrfach in mahagoni gebeizt und glatt geschliffen. Abschließend mit einem hoch glänzenden Lack lackiert.
Die Beiboote werden durch Leinen mit dem Schiff verbunden. Die beiden größeren Boote hängen an jeweils zwei Schleppleinen, das kleinste Boot ist mit einer Leine am Boot davor festgemacht.
Die letzte Bauphase sind die Flaggen. Das Modell führt zwei Stück. Die Nationalflagge am Heck und einen Wimpel am Großmast. Die Nationalflagge ist die königliche Kriegsflagge, die in drei Spitzen ausläuft. Die Verhältnisse von Länge zu Breite, den Spitzen und dem Kreuz habe ich aus dem Buch "Flags for ship modellers and marine artists" von A. A. Purves entnommen. Man findet die Flagge aber auch im Internet und kann die Verhältnisse der Seiten ausmessen.
Den Wimpel habe ich auf einer Internetseite gefunden.
Beide Flaggen bestehen, wie auch die Segel, aus bemaltem Seidenpapier. In beide Flaggen wurde ein Stück Draht eingearbeitet, um sie ausrichten zu können. Gerade beim Wimpel ist das wichtig, der hängt sonst nach unten durch. Auch das Dreieck, mit dem der Wimpel am Mast fest ist, besteht aus bemaltem Draht.

Abschluß


Das Modell selbst ist nun fertig. Die Besatzung fehlt noch und soll ergänzt werden. Außerdem sollen noch Riemen für die Boote hergestellt werden.
Ansicht Achtern:



Ansichten Steuerbord:



Ansicht Bug:



Ansichten Backbord: