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Baubericht HMS Rose (Eigenbau, 1/700), Teil 1 Drucken
Freitag, 05. Januar 2007 um 23:32

HMS Rose

24-Kanonenschiff 6. Ranges von 1740

Das Vorbild

Die HMS Rose gehörte zu einem der typischen Kreuzer-Typen der Royal Navy in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Nachfolger dieses Typs waren dann die "echten Fregatten", die sich aber nicht aus diesem Typ entwickelt haben. Hier geht es um einen Namensvorgänger der Rose, deren Nachbau die HMS Surprise in "Master & Commander" spielte und nicht um das Schiff selbst, was in dem Film diese Rolle spielte.

Dieser Typ beruhte auf der Idee, eine möglichst starke Geschützbatterie mit einem hohen Freibord zu kombinieren. Ursprünglich gab es deshalb auch nur 20 Kanonen auf dem Oberdeck und nur minimale Aufbauten ohne Kanonen. Auf dem Hauptdeck, was wie bei den größeren Zweideckern über der Wasserlinie lag, gab es nur Öffnungen für Riemen. Dieser Typ konnte also auch gerudert werden, wurde aber in erster Linie gesegelt.

Da das Hauptdeck über der Wasserlinie war, konnte die Royal Navy der Versuchung dort auch dort Kanonen aufzustellen, nicht widerstehen, als die Bewaffnung verstärkt werden sollte. Im Ausrüstungszustand von 1733 gab es achtern zwei Stückpforten für 9-Pfünder-Kanonen. Im Establishment von 1745 kamen noch mal zwei 9-Pfünder dazu. Die Batterie auf dem Oberdeck wurde statt mit 6-Pfündern mit 9-Pfündern ausgerüstet. Dazu wurden noch die Aufbauten vergrößert und dort 3-Pfünder aufgestellt. Insgesamt wurde so die Toplastigkeit stark erhöht. Da auch den Rumpf bei dieser Auslegung sehr hoch war, waren diese Schiffe zusätzlich auch noch leegierig. Kurz: durch die verstärkte Bewaffnung wurden die See- und Segeleigenschaften massiv verschlechtert. Die Entwicklung dieses Kreuzertyps war daher eine Sackgasse und dieser Typ wurde in der Royal Navy ab 1748 durch echte Fregatten ersetzt.

Die Rose war 37,5 m lang (Rumpf über alles) und 9,5 m breit. Sie war als Vollschiff getakelt.

Bewaffnung
22 9-Pfünder (zwei auf dem Hauptdeck, 20 auf dem Oberdeck)
2 3-Pfünder (auf dem Achterdeck)
10 3/4-Pfünder Drehbassen

Die Rose war trotz dieser ungünstigen Eigenschaften ein recht erfolgreiches Schiff. Sie wurde 1740 in Rotherhithe nach den Kriterien des Establishment von 1733 gebaut und 1755 zum Abwracken verkauft. 1740 war der Spanische Erbfolgekrieg ausgebrochen und die Rose wurde gegen den spanischen Handel mit Südamerika eingesetzt. Zwischen 1740 und 1745 erbeutete sie diverse spanische Handels- und Kriegsschiffe und machte dabei so große Beute, dass sie als das am reichsten beladene englische Schiff bezeichnet wurde, was je von Amerika zurücksegelte.

Das Modell

Für den Bau der Rose benutze ich Pläne des Schwesterschiffs HMS Lyme von Laszlo Benczur, die ich auf 1/700 verkleinert habe. Auf diesem Plan beruhen auch Zeichnungen der Lyme in "The Story of Sail" von Veres Laszlo und Richard Woodman, die ich ebenfalls auf 1/700 verkleinert habe. An einem Plan der wie die Lyme 1740 in Rotherhithe gebauten Fox habe ich überprüft, ob die auf der gleichen Werft zum gleichen Zeitpunkt relativ identisch waren. Da dies der Fall war, habe ich mich für ein Schiff mit einem interessanteren Lebenslauf als die Lyme entschieden, eben die Rose.

Hier die benutzten Pläne:

Baupläne

Aus diesen habe ich Schablonen für die Wasserlinie, das Hauptdeck und das Oberdeck ausgeschnitten:

Schablonen

Das Modell wurde in Schichtbauweise aufgebaut. Die Abmessungen der einzelnen Schichten wurde mit Hilfe der Decksschablonen überprüft. Für die Höhe der Decks und die Ermittlung des Decksprungs haben ich den Längsschnitt benutzt.

Da ich die beiden 9-Pfünder auf dem Hauptdeck darstellen möchte, habe ich den Rumpf nur bis zum Hauptdeck massiv gebaut. Hierfür habe ich eine 0,5 mm dicke Plastikplatte verwendet. Um den Decksprung darzustellen, habe ich eine 0,25 mm dicke Platte aufgeklebt und vorne Füllmaterial zwischen diese Platten montiert, so dass das Deck nach vorne ansteigt. Den Bug und das Heck baue ich massiv. Auf dem nächsten Bild sisht man schon zusätzliche die 1 mm dicke Platten aufgeklebt, die aber noch nicht in Form geschliffen sind. Da nur achtern zwei Stückpforten auf dem Hauptdeck zu finden sind, habe ich den massiven Teil vorne länger gelassen.

Rumpfplatten

Als nächstes muss die Rumpfform herausgeschnitzt und geschliffen werden:

Bug und Heck geformt

Die Bordwand bis zum Oberdeck besteht aus drei Teilen. 1.) ein 0,5 mm dicken und 0,5 mm hohen Streifen, der bis zu der Unterkante der Stückpforten reicht:

1. Teil der Bordwand

2.) 1 mm hoher und 0,5 mm dicker Streifen, die jetzt bis zur Oberkante der Stückpforten reichen, der Bereich der Stückpforte selbst wurde ausgespart:

2. Teil der Bordwand

3.) der Teil über den Stückpforten besteht wieder aus einem 0,5 mm dicken und einem 0,5 mm hohen Plastikstreifen:

3. Teil der Bordwand

Das Deck wurde "holzfarben" gestrichen und die Wände innen rotbraun. Hierbei muss man nicht sorgfältig vorgehen, da man durch die winzigen Stückpforten später kaum mehr etwas sehen wird. Deshalb habe ich hier keine korrekten Lafetten gebaut. Diese bestehen einfach nur aus einem Block, der ca. 0,8 mm hoch, 0,5 mm breit und 1,5 mm lang ist. Richtige Lafetten gibt es dann auf dem Oberdeck und dem Achterdeck. Die Rohre hat Burkardt Masch aus Messing gedreht. Ich habe sie dann mit Messingbrünierung von Fohrmann "geschwärzt".

Die Rohre zu diesem Zeitpunkt schon einzukleben, war ein Fehler, da sie bei der späteren Montage des Oberdecks und dem Verschleifen der darüber liegenden Teile leicht wieder abgebrochen werden können.

Als nächstes wurde das Oberdeck aufgeklebt. Dieses Deck besteht aus einer 0,5 mm dicken Polystyrolplatte. Bei diesen Schiffen war der Bug vorne noch nicht bis zum Backdeck hochgezogen. Stattdessen gab es ein Bugschot, welches auf dem folgenden Bild zu sehen ist. Das 0,5 mm dicke Schanzkleid wurde wie die Bordwand ein Deck tiefer aufgebaut. Zu sehen ist der Teil bis zur Unterkante der Stückpforten, der aus zwei 0,5 mm breiten und 0,25 mm dicken Plastikstreifen, die ich zusammengeklebt habe, besteht:

Oberdeck, 1. Teil des Schanzkleids

Mit der Positionierung der Stückpforten hatte ich etwas Probleme. Mir ist es nicht gelungen, die Teile zwischen den Stückpforten präzise genug zu zuschneiden, so dass ich mehrere Versuche brauchte. Am Heck ist auch schon der Heckspiegel an seinem Platz:

Heckspiegel, 2. Teil des Schanzkleids

Der Teil des Schanzkleids besteht im Bereich des Back- bzw. des Achterdecks aus 0,5 mm dicken Platten, deren Oberkanten dem Verlauf dieser Decks folgen.

Schanzkleid bis zum Back- und Achterdeck

Mittschiffs ist der Abschluss aus einem 0,25 mm dicken und 0,5 mm breiten Polystyrolstreifen von Evergreen gemacht. Den Teil vor dem Achterdeck habe ich aufgedickt, um den leichten Anstieg des Schanzkleids nach achtern heraus schleifen zu können. Die Seitengillungen an den Enden des Back- und Achterdecks habe ich versucht darzustellen, in dem ich kurze gezogene Gießäste angeklebt habe.

Abschluss des Schanzkleids mittschiffs

Die nächsten Teile meines Berichts werden sich mit der Detaillierung des Oberdecks, der Bewaffnung, dem Bau der Galion und der Aufbauten, den Booten, Ankern sowie der Takelage widmen.

Lars