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Baubericht HMS Glamorgan - Teil 2: Fräsarbeiten Drucken
Donnerstag, 01. Februar 2007 um 02:08
Titel_2

Die Aufbauten


Zwei große Blöcke die aus wenigen Bauteilen bestehen, bilden die Aufbauten des Zerstörers. Die Seitenwände verfügen weder über Fenster/Bullaugen, noch über angedeutete Türen. Sogar die umfangreiche Brückenverglasung fehlt vollständig. Die Längen und Höhen der einzelnen Decks passen zu keinem Schiff der County-Class und die Passgenauigkeit der Teile ist mäßig. So ragen z.B. die Brückennocken 1mm über die Vorderkante der Aufbauten hinaus, obwohl sie bündig mit ihr abschließen müssten. Es gab also einiges zu tun. Als erstes wurden die Aufbauten grob in Form gebracht (die Detailarbeiten stelle ich zu einem späteren Zeitpunkt vor).
Die die drei elementaren Teile der vorderen Aufbauten – zwei Seitenteile und ein Deckel- wurden zusammen geklebt. Auf Höhe des Ruderhauses schnitt ich einen breiten horizontalen Spalt in die Struktur, um genügend Freiraum für eine vorbildgetreue Verglasung zu bekommen. Mit einem 0,5 mm Bohrer stellte ich danach die Bullaugen in den Längswänden her.
Aufbauten01
Wäre die Devonshire ein gut durchdachter 1/700 bausatz hätte ich jetzt ein paar Ätzteile hergestellt, aber für einen 30 Jahre alten 1/600er lohnt sich das nicht. Aber es gibt eine preiswerte Alternative, die schnell in Heimarbeit hergestellt werden kann: Papier.
Am einfachsten geht’s wenn man ein Zeichen- oder CAD-Programm dafür benutzt. Die benötigten Ersatz- und Zubehörteile werden einfach gezeichnet, ausgedruckt und mit Sekundenkleber auf die Bausatzteile geklebt. Sobald sie sicher haften, werden sie noch einmal vollständig mit Sekundenkleber getränkt und glatt geschliffen.
Die Zeichnung mit Teilen für die Brücke, den Vormast und die Strahlableiter der Exocet-Werfer sah so aus:
Aufbauten02Nach dem Anbau der Papierbauteile und dem Verspachteln der Kanten machten die Aufbauten schon einen besseren Eindruck.
Aufbauten03Um aus einer frühen Devonshire eine späte Glamorgan zu bauen musste das obere Deck nach achtern verlängert werden und damit alle Flächen eben und rechtwinklig wurden, erfolgte die Endbearbeitung mit einer kleinen Fräse und einem Koordinatentisch. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Schanzen zwischen Vormastbasis und dem ersten Schornstein sowie die vollverglaste Komandantenbrücke entfernt. Die Schanzen hatten bei der Glam eine andere Linienführung und die aufgesetzte Kommandobrücke war zu niedrig, falsch positioniert und hätte vollverglast sein müssen. Aufbauten04Der Umbau des hinteren Aufbautenblocks war aufwändiger. Auch hier stimmten viele Maße nicht und stellenweise gab es tiefe Sinkstellen. Das größte Problem waren jedoch die vielen falschen Deckhöhen. Auf dem folgenden Bild sieht man die einteilige Achterstruktur und den aus jeweils drei Teilen zusammengesetzten Hauptmast und den hinteren Schornstein, den ich hier bereits etwas bearbeitet hatte.Achtern01Auch dieser Block wurde zunächst auf der Fräse bearbeitet. Teils wurden Decks abgeflacht, teils wurden zusätzliche Kunststoffplatten aufgeklebt. An schwierigen Stellen habe ich mit Zwei-Komponentenspachtel gearbeitet. Da mir keine Maße des Originals zur Verfügung standen, musste ich mit Hilfe von Fotos ständig nach Vergleichbarkeiten wie „ Deck 1 ist genauso hoch wie Deck 2“ oder Deck 3 ist ca. 40% höher als eine Standardtür“, suchen. Achtern02Diese Vorgehensweise war etwas ungewohnt für mich, denn sie ist natürlich niemals so exakt wie das Bauen nach bemaßten Plänen, aber am Ende dieses Arbeitsschrittes hatten die Aufbauten immerhin eine sehr viel größere Ähnlichkeit mit der 82er Glamorgan.Achtern03Nach diesen eher groben Arbeiten habe ich mich mit dem Umbau des Hauptmastes beschäftigt. Der beiliegende „dünne Spargel“ konnte keinesfalls eingesetzt werden und diente nur noch als Kernelement für einen Neubau. Der Mast wurde zunächst etwas verbreitert, anschließend montierte ich auf der Rückseite zusätzliche Anbauten für die große Parabolsegmentantenne des Type 278-Radar. Quer zum Mast verlief ein nachträglich angebauter Laufsteg, der an seinen äußeren Enden zwei kleine Radome trug. Ich griff abermals zu Papier, Schere und Sekundenkleber um diese Gallerie anzufertigen. Bevor der Mast ins Zwischenlager wanderte wurden noch Reelings und Antennen aus dem Teilesatz von WEM angebracht.Hauptmast

Ende Teil 2