Modell: Nasty class (Tjeld class) Torpedo Boat
Hersteller: Hellenic Ship Model
Maßstab: 1/144
Material: Resin (3D-Druck), Abziehbilder
Art.Nr.:
Preis: 55 €
Das Original
Die Nasty- bzw. Tjeld-Klasse war eine Serie schneller Torpedo- und Patrouillenboote, die in Norwegen entwickelt wurden. Ausgangspunkt war das Versuchsschnellboot Nasty, das 1957 als privates Entwicklungsprojekt entworfen und 1958 bei der Werft Westermoen in Mandal zu Wasser gelassen wurde. Auf dieser Konstruktion basierte die für die norwegische Marine entwickelte Tjeld-Klasse, während Exportversionen unter anderem an die Marinen der USA, Griechenlands und der Bundesrepublik Deutschland geliefert wurden. Insgesamt wurden 50 Boote dieses Typs 1959-66 gebaut.
Die norwegische Marine stellte ihre zwanzig Boote zwischen 1960 und 1966 in Dienst; sie blieben bis in die späten 1970er Jahre aktiv, wurden danach teilweise in Reserve gehalten und waren spätestens 1995 endgültig außer Dienst gestellt. Die US-Navy beschaffte 22 Boote (PTF-3 bis PTF-22), die vor allem während des Vietnamkriegs für Spezialoperationen und Küsteneinsätze eingesetzt wurden; sie standen von 1964 bis in die frühen 1980er Jahre im Dienst. Auch andere Marinen nutzten den Typ: Zwei ursprünglich für die Bundesmarine gebaute und 1960 abgelieferte Einheiten, Hugin (P6191) und Munin (P6192), wurden 1964 an die Türkei abgegeben und dienten dort bis 1973 als Doğan bzw. Martı.
Die griechische Marine beschaffte insgesamt sechs Boote der verbesserten Nasty- bzw. Tjeld-Klasse. Sie wurden 1965-67 bei der norwegischen Werft Westermoen gebaut. Die einzelnen Boote waren: Andromeda (P21, ab 1982: P196), Iniohos (P22), Kastor (P23, ab 1982: P197), Kyknos (P24, ab 1982: P198), Pigasos (P25, ab 1982: P199) und Toxotis (P26, ab 1982: P200). Vier Einheiten wurden Ende der 1980er Jahre noch einmal mit neuen Maschinen ausgerüstet und kurzzeitig reaktiviert, bevor sie schließlich bis Mitte der 1990er Jahre endgültig ausgemustert wurden.
Die in der griechischen Marine eingesetzten Boote der Nasty/Tjeld-Klasse hatten eine Länge von 24,5 m, eine Breite von 7,5 m und einen Tiefgang von 2,1 m. Die Verdrängung betrug 76 t voll beladen. Der Antrieb bestand aus zwei Napier-Deltic-Turbodieselmotoren, die zusammen 6200 PS leisteten und über zwei Wellen wirkten. Damit erreichten die Boote eine Höchstgeschwindigkeit von 45 kn. Die Besatzung umfasste 30-42 Mann. Zur Bewaffnung gehörten anfangs zwei 4-cm-Bofors-Geschütze (später ein Bofors und eine 2-cm-Oerlikon) sowie vier Torpedorohre mit 533 mm Durchmesser.
Der Bausatz
Hellenic Ship Model bietet einen Bausatz der Nasty-Klasse in verschiedenen Maßstäben an: 1/700, 1/350, 1/200, 1/144, 1/100 und 1/72. Die Bausätze sind 3D-gedruckt. Hier geht es um einen Vollrumpfbausatz im Maßstab 1/144.
Der Rumpf ist relativ sauber gedruckt, aber die Vorderseite des Führerstands weißt bei diesem schon vor einiger Zeit hergestellten Exemplar allerdings deutliche Spuren des Drucks auf.
Als Bewaffnung liegen die vier Torpedorohre mit einem kompletten Torpedo, drei 4-cm-Bofors (eines mit einer unterschiedlichen Lafette) und zwei 2-cm-Oerlikon bei. Dadurch sind viele Varianten darstellbar. Es sind auch einige Figuren für die Besatzung enthalten.
Die Abziehbilder
Die Abziehbilder umfassen die Kennnummern für die griechischen Boote (neue und alte Kennung) sowie einige Boote der norwegischen Marine und der US Navy. Dazu gibt es Abziehbilder für Namensschilder (für den Modellständer) der sechs griechischen Boote.
Die Anleitung
Die Anleitung umfasst Angaben über die Originale auf Griechisch und Englisch, zwei Explosivzeichnungen, die den Zusammenbau erklären und einige Farbfotos, die Beispiele für griechische, norwegische und US-amerikanische Boote zeigen. Die beiden deutschen Boote waren mit zwei 4-cm-Geschützen (Munin zuletzt nur eines) und vier Torpedorohren bewaffnet. Im Text wird auch auf die unterschiedliche Bewaffnung eingegangen. Hier empfiehlt sich noch mehr Fotos eines spezifischen Boots zu suchen (hier z.B. PTF-17, wie es in Buffalo im Museum erhalten ist).
Fazit
Der Bausatz eines Schnellboot der Nasty-Klasse dürfte eine gute Grundlage für den Bau eines Modell sein. Es sollten auch viele Varianten - deutsch, griechisch, norwegisch, türkisch und US-amerikanisch - baubar sein, wobei Abziehbilder für griechische, norwegische und US-amerikanische Boote beiliegen. Es ist aber Nacharbeit (Schleifen) notwendig, z.B. an der Vorderseite des Steuerstands und für die Darstellung eines bestimmten Boots sind zusätzliche Recherchen notwendig. Insgesamt ist der Bausatz
empfehlenswert
Lars (Text), Andreas Neuhaus (Fotos)
Wir danken Hellenic Ship Models für die Besprechungsmuster.



















