Modell: HMS Glamorgan 1982
Hersteller: Starling Models
Maßstab: 1/700
Material: Resin (Guss und 3D-Druck), Ätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: STK11
Preis: 54,14 GBP (ohne MWSt.)

Das Original

HMS Glamorgan war der sechste Zerstörer der County-Klasse und gehörte damit zur 2. Gruppe dieser Klasse von Lenkwaffenzerstörern. Sie wurde am 13.9.1962 auf Kiel gelegt, lief am 9.7.1964 von Stapel und wurde am 13.10.1966 in Dienst gestellt. Die Schiffe dieser County-Klasse waren die ersten als solche gebauten Lenkwaffenzerstörer der Royal Navy. Sie waren speziell für den Einsatz der Seaslug-Rakete, die hoch fliegende Aufklärer und Bomber bekämpfen sollte, entwickelt worden. Neben einem Seaslug-Doppelstarter bestand die Bewaffnung hauptsächlich aus zwei Zwillingstürmen mit 11,4-cm-Geschützen und zwei Vierfachstartern für Seacat-Raketen zur Nahbereichsabwehr. Die 2. Gruppe war mit einer verbesserten Version der Seacat-Anlage ausgerüstet und hatte die Doppel-„Matratze“ der Radaranlage vom Typ 965. 1972 begann eine Umrüstung der gesamten Klasse, bei welcher der zweite Geschützturm durch vier Startbehälter für die französische MM 38 Exocet-Raketen zur Bekämpfung von Schiffen ersetzt wurde.

In dieser Konfiguration nahm Glamorgan dann auch am Falklandkrieg teil. Dabei wurde sie am frühen Morgen des 11.6.1982 während der Rückfahrt von einer Küstenbeschießung (mit den 11,4 cm Geschützen) von einer landgestützten argentinischen Exocet-Rakete getroffen und in Brand gesetzt. Es gelang der Besatzung jedoch, die Brände zu löschen. Erste Reparaturen begannen schon am nächsten Tag auf See. Sie wurden nach der argentinischen Kapitulation am 14.6. in der geschützten Bucht von San Carlos fortgesetzt, so dass das Schiff am 21.6. die Rückreise nach Portsmouth antreten konnte, wo es am 10.7.1982 eintraf. Die endgültige Reparatur in Portsmouth dauerte bis April 1983.

Nach 1982 wurde außerdem die Bewaffnung der Einheiten der 2. Gruppe um zwei Drillingssätze für 324 mm Torpedos ergänzt.

Am 3.10.1986 wurde das Schiff an Chile verkauft, das es am 11.10.1986 als Latorre in Dienst stellte. Bei der chilenischen Marine war es dann noch bis 1998 in Dienst. Es sank schließlich am 11.4.2005 im Südpazifik im Schlepp auf dem Weg zum Abwracken.

Technische Daten
Verdrängung: 5440 ts (Standard), 6200 ts (voll beladen)
Länge: 158,8 m ü.a.
Breite: 16,5 m
Tiefgang: 6.1 m
Maschinenanlage: 2-Wellen-COSAG mit zwei Dampf- und vier Gasturbinen,
30.000 + 30.000 PS, 32,5 kn
Reichweite: 4500 sm bei 15 kn.

Bewaffnung
(ursprünglich):
4 - 11,4 cm Geschütze in Doppeltürmen
1 - Seaslug-Doppelstarter
2 - Seacat-Vierfachstarter
2 - 20 mm Einzelgeschütze

Der Bausatz

Der jüngste Bausatz des britischen Herstellers Starling Models zeigt das Schiff im Bauzustand von 1982, enthält aber schon die Torpedo-Drillingssätze, die erst später installiert wurden.

Der Rumpf ist aus einem Stück massiv gegossen und weist an den entsprechenden Stellen ein fein graviertes Holzdeck auf.


Die Aufbauten sind in drei Blöcken gegossen und reichlich detailliert.


Die Kleinteile befinden sich auf insgesamt sechs Angussleisten.


Einige besonders feine Kleinteile sind 3D-gedruckt und sicher in einem runden Gefäß verwahrt.


Auch die Starter für die Seaslug- und Seacat-Raketen sind 3D-gedruckt und zwar in einem fast schwarzen Material.


Sie sind jeweils in einer Schaumstofftasche verpackt.

Die Fotoätzteile

Zwei Ätzteilplatinen enthalten die Teile für Radarantennen, Mastplattformen, Rahen, usw., aber auch Relings und Niedergänge sowie Rotoren für den Bordhubschrauber.


Außerdem werden noch verschiedene Stücke Draht benötigt, die im Bausatz nicht vorhanden sind, deren Abmessungen jedoch in der Bauanleitung aufgeführt sind.

Die Abziehbilder

Ein kleiner Abziehbilder-Bogen mit den Landedecksmarkierungen und den Bordnummern für Glamorgan runden den Bausatz ab.


Die entsprechenden Markierungen für die anderen Einheiten der Klasse bietet Starling Models als separaten Abziehbilder-Bogen STD13 zum Preis von 2,08 GBP (ohne MWSt.) an.

Die Anleitung

Die Bauanleitung besteht aus einem 8-seitigen Heft. Es zeigt den Zusammenbau in sieben Schritten und enthält auch ausführliche Hinweis zur Bemalung, allerdings ohne konkrete Angaben von Modellbau-Farben. Hinzu kommen Hinweise für die Takelage und die Angaben zu den selbst zu beschaffenden Drahtstücken.

Fazit

Mit diesem Bausatz setzt Starling Models seine Reihe von qualitativ hochwertigen Multimedia-Bausätzen fort. Die Verwendung von 3D-gedruckten Teilen erhöht noch diese Qualität. Wegen der Verwendung extrem kleiner Teile und verschiedener Materialien ist der Bausatz allerdings für Anfänger oder Einsteiger ungeeignet. Für Modellbauer mit Erfahrung im Umgang mit Resin- und Ätzteilen ist er jedoch

empfehlenswert


Falk Pletscher