Das Original

Der französische Kreuzer Colbert (C611) wurde als spezialisierter Flugabwehrkreuzer der französischen Marine entwickelt und stellte eine Weiterentwicklung der De Grasse dar. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs erkannte die Marine Nationale die wachsende Bedeutung einer starken Flugabwehr für den Schutz von Flottenverbänden, insbesondere von Flugzeugträgern. Die Colbert wurde daher von Beginn an als Geleitschiff mit einer außergewöhnlich starken Flugabwehrartillerie konzipiert. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Abwehr feindlicher Flugzeuge sowie in der Führung und Sicherung von Flottenverbänden. Gleichzeitig konnte sie mit ihrer schweren Artillerie auch See- und Landziele bekämpfen. Sie war der letzte als Kreuzer klassifizierte Überwasserkampfschiff-Neubau der französischen Marine.


Zwischen 1970 und 1972 wurde die Colbert umfassend modernisiert und zum Lenkwaffenkreuzer umgebaut. Im Mittelpunkt der Umrüstung stand der Einbau des Flugabwehr-Lenkwaffensystems Masurca mit einem Doppelstarter auf dem Achterschiff, das die bisherigen achteren 12,7-cm-Geschütztürme ersetzte. Gleichzeitig erhielt das Schiff zwei moderne 10-cm-Mehrzweckgeschütze, neue Radar-, Feuerleit- und elektronische Kampfführungssysteme sowie eine vollständig überarbeitete Gefechtsführungsausrüstung. Ein Teil der 5,7-cm-Flugabwehrgeschütze blieb erhalten, während später zusätzlich MM38-Exocet-Seezielflugkörper eingerüstet wurden. 


Bei ihrer Indienststellung war die Colbert 180,5 m lang und 19,7 m breit. Die Standardverdrängung betrug 9.084 t, die Verdrängung voll ausgerüstet 11.587 t. Der Antrieb bestand aus vier Dampfkesseln und zwei Getriebedampfturbinen, die zusammen 86.000 PS leisteten und auf zwei Wellen wirkten. Damit erreichte das Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 32 kn. Als Flaggschiff betrug die Besatzungsstärke 977 Mann. Die Bewaffnung setzte sich aus acht 12,7-cm-Zwillingsgeschützen des Modells 1948 in vier Doppeltürmen sowie zehn 5,7-cm-Zwillingsgeschützen des Modells 1951 zusammen und war vollständig auf eine leistungsfähige Flugabwehr ausgelegt.


Der Bau der Colbert begann mit der Kiellegung am 9. Juni 1954 im Marinearsenal von Brest. Der Stapellauf erfolgte am 24. März 1956, die Indienststellung am 5. Mai 1959. Während ihrer Dienstzeit diente sie mehrfach als Flaggschiff der französischen Flotte und nahm unter anderem an Repräsentationsfahrten mit Staatspräsident Charles de Gaulle teil. Nach ihrer Modernisierung blieb sie bis Mai 1991 im aktiven Dienst. Anschließend wurde sie ab 1993 in Bordeaux als Museumsschiff genutzt. Wegen hoher Unterhaltskosten musste das Museum 2006 schließen; 2007 wurde das Schiff nach Landévennec geschleppt und aufgelegt. Im Jahr 2016 erfolgte schließlich der Abbruch. Mit ihrer Außerdienststellung endete die Geschichte der letzten als Kreuzer bezeichneten Einheit der französischen Marine.

Das Modell

Das Modell des französischen Flugabwehrkreuzers Colbert ist aus dem Bausatz von Niko Model (siehe Bausatzbesprechung) gebaut. Das Modell stellt den Zustand ab 1964 dar.

Hier noch Vergleiche mit zwei weiteren französischen Schiffen, die aus Bausätzen von Niko Model gebaut wurden: dem Flottillenführer Guichen (D607, ex italienischer Leichter Kreuzer Scipione Africano) und der Fregatte (Lenkwaffenzerstörer) Suffren (D602): 


Norbert Thiel

(Text über Original von Lars)