Das Original
Der Schnelldampfer Columbia der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) wurde bei Laird Brothers in Liverpool gebaut und im Jahr 1889 an die HAPAG übergeben. Die Jungfernfahrt führte die Columbia im Juli 1889 von Hamburg über Southampton nach New York. Aufgrund einer Cholera-Epidemie in Hamburg und der strengen Quarantänebestimmungen in New York wurde ab 1892 zunächst nur die Route von Hamburg nach Southampton und ab 1893 zwischen Wilhelmshaven und Southampton bedient. Da sich der Linienverkehr über die Nordatlantikroute in der Folgezeit als wenig lukrativ herausstellte wurden ab 1895 vermehrt Kreuzfahrten auf der Columbia angeboten. Auf eine Nordlandfahrt im Jahr 1895 folgten Kreuzfahrten vom Mittelmeer über Westindien nach New York. Die Columbia und ihr Schwesterschiff Augusta Victoria beherbergten im Juli 1895 Ehrengäste bei der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal).
Im Jahr 1898 verkaufte die HAPAG die Columbia nach Spanien, wo sie als Hilfskreuzer Rapido im Spanisch-Amerikanischen-Krieg eingesetzt wurde. Einen Kriegseinsatz erlebte die Rapido nicht, da Spanien nach der verlorenen Seeschlacht vor Santiago de Cuba, Kriegshandlungen in Europa befürchtete. Im Juli 1898 wurde das Geschwader, dessen Teil die Rapido war, aufgelöst. Anschließend wurde die Rapido für Truppentransporte zwischen Spanien, Spanisch-Sahara und den Kanarischen Inseln eingesetzt.
Im Juli 1899 kaufte die HAPAG die Rapido zurück und das, nun wieder in Columbia umbenannte Schiff, wurde wieder im Liniendienst zwischen Hamburg über Cherbourg und Southampton nach New York eingesetzt. Dieses zivile Intermezzo endete im Jahr 1904.
In diesem Jahr wurde die Columbia an Russland verkauft, wo sie, in Terek umbenannt und bewaffnet, bis 1906 als Hilfskreuzer Verwendung fand. Das Schiff wurde im Jahr 1907 abgewrackt.
Das Modell
In der Juliausgabe 2025 der Zeitschrift Schiff Classic fand ich einen sehr interessanten Bericht („Pilger zum Nordkap“) über die Augusta Victoria, dem Schwesterschiff der Columbia und die Anfänge des modernen Nordsee Tourismus. Neben verschiedenen Fotos fand sich auch ein schöner Farbriss des Schiffes.
Als ich kurz darauf hörte, dass Brown Water Navy Miniatures eine Druckdatei für ein Modell der Columbia herausbringen wollte, stand fest, dass ich dieses Schiff unbedingt bauen wollte. Auf meine Nachfrage bei Mattew Lawson, dem Inhaber von Brown Water Navy Miniatures, bekam ich den Rumpf, die Beiboote und die Masten als getrennte STL-Dateien. So konnte ich die Boote mit geätzten Davits am Rumpf befestigen und die Maße der Masten direkt von den 3D-Drucken abmessen und diese mit Metallprofilen nachbauen. Letzteres erhöht die Stabilität beim Takeln. Die Relingteile und die Wanten fanden sich in meinem Ätzteilfundus.
Für den Anstrich habe ich den oben erwähnten Farbriss zur Augusta Victoria als Vorbild genommen. Die Farben (Weiß, Schwarz und Gelb) entstammen dem Vallejo-Sortiment. Getakelt wurde mit elastischem Caenis-Faden.
Hier noch die Columbia im Vergleich mit der RMS Olympic (1911):
Fazit
Als Fazit kann ich festhalten, dass der Bau dieses eleganten Schiffes sehr viel Spaß gemacht hat. Der Rumpf von Brown Water Navy Miniatures bietet eine tolle Grundlage, um einen Ausflug in die Anfänge der Kreuzfahrtreisen zu starten.
Jens Bartels








