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Russisches strategisches Atom-U-Boot der Delta IV-Klasse (Alanger, 1/350) von Uwe Malle Drucken
Montag, 15. Dezember 2008 um 07:00

Das Original

Die Boote der Baureihe Projekt 667B, von der Nato als Delta-Klasse bezeichnet, bestehen aus vier Klassen. Aber nur noch die Typen Delta III und Delta IV werden von der russischen Marine heute noch eingesetzt. Die ersten Einheiten wurden ab 1972 gebaut, die letzten und größten, die Delta IV-Klasse (Projekt 667 BDRM) ab Mitte der 80iger Jahre, das letzte wurde 1992 in Dienst gestellt.

Diese atomar betriebenen Boote sind wahre Giganten. In Länge und Tonnage entsprechen sie fast einem Flugzeugträger im 2. Weltkrieg. Sie sind mit 16 SS-N-23 Raketen bestückt, die eine Reichweite von mehr als 8300 km haben sowie mit 4 Torpedorohren vom Kaliber 53,3 cm mit einer Reichweite von 26 km. Die meisten Delta IV-Boote sind heute bei der Nordmeerflotte im Dienst. Die unten gemachten Angaben beziehen sich jetzt auf die Boote der Delta IV-Klasse.

Länge: 167 m
Breite: 12 m
Tiefgang: 8,8 m
Verdrängung: 11.800/18.600 Tonnen
Besatzung: 130 Mann
Geschwindigkeit (unter Wasser): 24 kn

 Das Modell

Der Bausatz des Delta IV ist von Alanger im Maßstab 1/350, aber soweit ich weiß nicht mehr im Handel erhältlich, weil Alanger nicht mehr produziert. Eigentlich schade, denn ist ist das einzige Delta IV, was auf dem Markt war. Hier wäre sicherlich noch eine Marktlücke für andere Hersteller sich des Bootes anzunehmen.

Der Bausatz kommt in einem riesigen Karton daher. Kein Wunder, denn das Modell misst stolze 48 cm. Also ein ganz schöner Brocken. Beim Öffnen des Kartons wird dann aber leider schnell klar, dass der hohe Verkaufspreis nicht gerechtfertigt und wohl nur darauf zurück zuführen ist, dass es keine Alternative zu dem Boot auf dem Markt gibt.

Die Detaillierung ist einfach bis billig gehalten. Hier hätte man sicherlich mehr machen können. Der Zusammenbau geht aber ohne größere Schwierigkeiten von statten, ist aber mit etwas Spachtelarbeit verbunden. Das scheint aber auch von Modell zu Modell unterschiedlich zu sein, denn ich weiß von einem Modellbaukollegen, dass er weitaus mehr zu spachteln hatte als ich an meinem Modell. Die Raktenschächte können wahlweise geöffenet oder geschlossen dargestellt werden. Aber mangels guter Details würde ich dazu raten höchstens zwei oder drei der Schächte geöffnet darzustellen. Denn nur die Abdeckklappen der Raketenschächte kann man offen darstellen. Die eigentliche Abdeckung der Raketenschächte leider nicht. Sehr schade, denn Italerie hatte ja mal mit dem Bausatz eines U-Bootes der "Ohio-Klasse" bewiesen, dass es auch anders geht.

Wie bei allen U-Booten üblich ist die Teileanzahl übersichtlich und dürfte auch einem Anfänger nicht überfordern. Die Bauanleitung ist einfach, genügt aber total. Bei der Lackierung wird es dann aber schwieriger, hier gibt die Bauanleitung einfach Schwarz an, was ich aber bezweifel. Es ist nicht genau bekannt, welche Farben die russischen U-Boote haben. Man findet zwar im Internet genügend Bilder, aber auch dort wird nicht 100%ig ersichtlich wie die Farbe des Überwasserschiffs ist. Je nach Lichteinfall und ob das Boot nass oder trocken ist wirkt die Farbe anders.

Ich selber habe mich für eine Lackierung aus Schwarzgrau, abgemischt mit Preußischblau und etwas reinem Schwarz entschieden. So bekommt man einen doch ziemlich dunklen Farbanstrich, der einem aber noch die Möglichkeit gibt die Flutschlitze deutlich hervorzuheben. Für das Unterwasserschiff habe ich Rostfarben und Braunorange gewählt. Das Modell wurde mit Acrylfarben von Vallejo Modelair und Revell Aquacolor gebrusht. Beides Farben die sehr gut decken und schnell trocknen.

Die Decals sind dann wieder ein Kapitel für sich. Zum einem sind sie nicht ganz korrekt im Vergleich mit Originalbildern, zum anderen sind sie sehr empfindlich und reißen schnell. Und einmal auf dem Modell aufgebracht lassen sie sich nur noch mit Unmengen von Wasser in ihre genau Position bringen. Hier ist also Vorsicht und genaues Arbeiten angesagt.

Zurüstteile fanden bei meinem Modell keine Verwendung. Das Boot wurde dann mit Schubladengriffen aus Messing, in jedem Baumarkt erhältlich, auf eine Holzplatte montiert.

Obwohl das Boot von der Detaillierung nicht gerade das Gelbe vom Ei ist, so ergibt es doch ein schönes, nicht alltägliches Atom-U-Boot, und ein Hingucker in der Vitrine. Der Bau hat mir viel Spaß gemacht und war ist auch schnell zu bewerkstelligen.

Uwe Malle

IG Waterline