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Deutscher Zerstörer Z 31 (1/350, Dragon) von Ulf Lundberg Drucken
Mittwoch, 05. Oktober 2016 um 05:00

Das Original

Die Zerstörer der 1936A-Klasse können überhaupt nicht als gelungene Schiffe bezeichnet werden. Ihre schlanken Vorschiffe hatten nicht genug Volumen, um das 15 cm-Geschütz auf dem Backdeck zu tragen. Bei den Schiffen, die mit Zwillingstürmen bestückt waren, war es noch schlimmer. Beim Seegang tauchten die Vorschiffe bis zum Brückenhaus tief in die Wellen ein.

Um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten, musste man circa 20 % des Treiböls als Ballast in den Tanks liegen lassen. Die Reichweite der Schiffe wurde dementsprechend verkürzt.

Eine 15 cm-Granate wiegt ungefähr doppelt so viel (50 kg) wie eine 12,7 cm-Granate. Diese Granaten mussten von den Geschützbesatzungen gehandhabt werden, was beim Seegang auf einem Zerstörer, der sich sehr lebhaft in den Wellen bewegt, eine übermenschliche Ausgabe war. Die Feuergeschwindigkeit nahm dementsprechend ab.

Die Hochdruckturbinen der Zerstörer waren sehr unzuverlässig, was zu langen Liegezeiten in der Werft führte.

Die Z 31 lief am 15. April 1941 vom Stapel und wurde am 11. April 1942 in Dienst gestellt. Bei ihrem ersten Einsatz nahm sie an der Schlacht in der Barentssee teil. Sie blieb in norwegischen Gewässern und nahm am 27. Januar 1945 an einem Gefecht mit britischen Kreuzern teil, wobei ihr vorderer Doppelturm getroffen wurde. Der Turm brannte aus, wobei 55 Mann starben. Ihr letzter Einsatz war in der Ostsee, wo sie mit ihrer Artillerie die deutschen Landstreitkräfte unterstützte.

Nach dem Krieg wurde sie erst von den Briten übernommen, dann an die Franzosen abgetreten. Unter dem Namen Marceau diente sie bis 1954 in der französischen Marine. 1958 wurde sie verkauft und 1962  abgewrackt.

Hier gibt es mehr über sie zu lesen.

Das Modell

Der Bausatz von Dragon ist hervorragend, obwohl die Bauanleitung leider dem entspricht, was man von Dragon erwartet: Überkomprimiert und schwer zu verstehen. Die dem Bausatz beiliegenden Fotoätzteile sind sehr fein, aber teilweise schwer zu verarbeiten. Das gilt besonders für die Lüftungsgitter der Schornsteine.

Es fehlt auch die Reling. Eduard bringt einen Fotoätzbogen für das Modell heraus, der gut ist, auch wenn die Reling ein wenig grob ist.

Der Bau verlief ohne große Probleme. Das Einzige, das ich selbst baute, waren die Masten.

Das Modell war das erste Schiffsmodell, das ich mit den Farben von Schminke/Aerocolor bemalte.

Diese fließen viel besser durch die Spritzpistole als die Farben von Vallejo, die ich früher nutzte, decken aber nicht so gut. Letzteres passt mir aber ganz gut, weil ich sowieso mit dünnen, halbtransparenten Schichten unterschiedlicher Nuancen einer Grundfarbe arbeite.

Das Modell wurde im Dezember 2014 fertiggestellt.

Obwohl die Wasserlinienfuge dieses Modells nicht die üblichen Probleme verursachte, bin ich trotzdem der Meinung, dass Wasserlinienfugen verboten werden sollten.

Ulf Lundberg