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Japanischer Seeflugzeugtender Akitsushima (1/700, Pitroad) von Christian Höltge Drucken
Montag, 17. September 2018 um 05:00

Das Original

Um mit Flugboote Pearl Habour auf Hawaii zu erreichen, konnte Japan nur die Marschall Inseln als Startpunkt wählen. Da aber dort keine Versorgungs- und Wartungseinrichtungen für Flugboote vorhanden waren, wollte man dies von einen Mutterschiff aus erledigen. Dazu rüstet man 1939 den Tanker Kamoi um. Allerdings konnte dieser keine Flugboote an Bord nehmen. Daraus entstand die Forderung nach einen Mutterschiff, das speziell für die Flugboot wie die vom Typ H6K ausgelegt war. Gebaut werden sollten zwei Schiffe, eines mit einer Verdrängung von 10.000 t und eines mit 2.400 t. Diese Pläne wurden aber aus finanziellen Gründen abgelehnt und so entstand ein neuer Entwurf mit einer Verdrängung von 3.500 t. Das Schiff sollte zur Wartung, Reparatur und Versorgung dienen. Die Flugboote sollten zuerst über eine Rutsche an Bord gebracht werden, man entschied sich aber für einen 35 t Kran. Aus den Entwurf wurde zuerst die Akitsushima (秋津洲) am 29. Oktober 1940 und ein Jahr später die Chihaya (千早) auf Kiel gelegt. Während die Akitsushima am 29. April 1942 in Dienst gestellt wurde, wurde die Chihaya wieder abgebrochen.

Schlussendlich war die Verdrängung der Akitsushima 4.650 t und sie hatte eine Länge von 114,8 m. Als Abwehrbewaffnung verfügte sie über zwei 12,7 cm-Zwillingsflak und zwei 25 mm-Zwillingsflak. Die Akitsushima konnte über den Kran ein Flugboot vom Typ H6K oder H8K an Bord nehmen. Dies ging aber nur wenn das Schiff vor Anker lag.

Kurz nach Indienststellung wurde die Akitsushima nach den Shortland Inseln geschickt. Sie sollte dort bei der Seerettung von abgeschossenen Flugzeugen helfen, da nicht unweit die Schlacht um Guadalcanal tobte. Dort erhielt sie leichte Schäden durch einen Bombenangriff. 1943 fuhr sie wieder Patrouillen zwischen Kavieng, Mewe, Rabaul, Buka und den Shortland Inseln. Dort kam es dem torpedierten Zerstörer Hakaze zu Hilfe und konnte die meiste Besatzung retten. 1944 blieb Akitsushima in Truk und war auch dort während des Bombenangriffes der Amerikaner am 17. Februar. Akitsushima erhielt dabei drei Bombentreffer, konnte aber nach Yokosuka zur Reparatur zurückkehren. Da bei dem Angriff aber das Reparaturschiff Akashi versenkt wurde, baute man die Akitsushima zum Reparaturschiff um. Sie erhielt deshalb entsprechende Reparatureinrichtungen. Ein großer Kran war ja schon vorhanden. Im September 1944 erreichte sie die Coron Bucht auf den Philippinen. Allerdings erfolgte am 24 September ein Luftangriff und die Akitsushima wurde von Bomben getroffen. Dabei entzündete sich Flugzeugbenzin und explodierte dabei. Dennoch konnte der Großteil der Besatzung gerettet werden. Es fielen nur 82 Mann und vier Offiziere.

Das Modell

Der Bausatz ist der schon ältere Bausatz von Pitroad (siehe Bausatzbesprechung). Mittlerweile gibt es einen neueren Bausatz auch von Aoshima. Allerdings wollte ich das Zubehörset von Artist Hobby verwenden und so nahm ich den Pitroad-Bausatz. Im Prinzip blieb vom Bausatz nur wieder der Rumpf übrig und der Rest wurde ersetzt. Man verzeihe mir, aber so was ist für mich immer eine besondere Herausforderung. Im Zubehörset sind Masken beigelegt, um die Bullaugen auszubohren, da diese nur leicht angedeutet sind. Mittels Mr.Surfacer ergänzte ich auch eine Plankenstruktur am Rumpf. Dies hebt etwas die Eintönigkeit des hohen Rumpfes auf.

Ein größere Problem waren eher die unterschiedlichen Referenzen. Es gab da immer wieder Unterschiede zwischen den Plänen, den verschiedenen Bausätzen, gebauten Modellen und dem Zubehörset. Ich versuchte mich soweit möglich an die vorhandenen Originalbilder zu halten und der Rest ist dann ein Kompromiss und ich verbürge mich nicht für hundertprozentige Richtigkeit. Am Ende soll aber der Bau Spaß machen und das Ergebnis gut aussehen. Zur weiteren Detaillierung nahm ich für die 12,7 cm-Flak am Bug eine von Shelf Oddity. Die 12,7 cm-Flak vor dem Schornstein war im Umbausatz vorhanden und ist wohl eine Kopie der von Ocean Spirit. Die 9 m-Kutter aus dem Bausatz haben leider innen Auswerferspuren und so nahm ich zwei aus dem W-Spritzling und verfeinerte die mit Ätzteilen von FiveStar. Die 12 m-Motorboote verwendete ich dagegen. Diese waren sehr schön mit einer Innendetaillierung versehen und nach den Bildern zu urteilen, hatte sie keine Plane aufgebaut. Im Zubehörset waren auch Ätzteile dafür vorhanden.

Dazu kamen wieder Munitionskisten, Holzkisten und Fässer von FiveStar und Lüfter von Ocean Spirit. Der Flugzeugmotor und die Paravane sind von Rainbow Model. Das H8K-Wasserflugzeug war im Bausatz dabei und wurde mit Ätzteilen aus dem Zubehörset verfeinert. Dazu kamen noch MG und Antennen aus Relingsresten.

Das Wasser entstand diesmal indem ich zuerst eine Holzplatte mit Wandfarbe abstippelte. Dann bemalte ich diese und setzte mehrere Lagen Modellwasser von Noch darüber. Diesmal wollte ich eine eher ruhige See haben. Mit weißer Farbe entstanden dann kleinere Wellen am Boots- und Flugzeugkörper.

Quellen

Christian Höltge