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Japanischer Zerstörer Nagatsuki 1/700 von Achim Klinger Drucken
Mittwoch, 19. Dezember 2007 um 23:13

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Die "Nagatsuki" war ein Zerstörer der aus 12 Schiffen bestehenden japanischen "Mutsuki" Klasse zur Zeit des 2. Weltkrieges. Ursprünglich als weitere Schiffe der "Kamikaze" Klasse geplant, wichen die Zerstörer der "Mutsuki" Klasse dann doch deutlich von den "Kamikaze" Vorgängern ab.
Wegen der verstärkten Torpedo-Bewaffnung, geschützten Kanonen und Brücke wurden diese Schiffe schwerer und dadurch langsamer. Deshalb wurden zur Gewichtseinsparung die Aufbauten vereinfacht und auf die 6 m Barkassen verzichtet. Die wegen des Kriegsverlaufs verstärkte FLAK-Bewaffnung machte die Gewichtseinsparung aber teilweise wieder zunichte.
1943 versenkte die Nagatsuki den leichten US Kreuzer "Helena" durch Torpedos,geriet anschließend aber auf Grund und wurde durch 11 amerikanische Flugzeuge angegriffen. Bei dem Angriff wurde der Nagatsuki der Bug in Höhe der Brücke abgestrennt, das Schiff sank in flachem Wasser.

Technische Daten:
Verdrängung: 1926 t
Länge: 102,72 m
Leistung: 38500 hp ( Dampfturbine )
Geschwindigkeit: 33,5 kn
Bewaffnung: 4 x 12 cm Geschütze
2 x 61 cm 3-fach Torpedorohre
2 x 7,7 mm MG
ztws. erweiterte FLAK-Bewaffnung

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Meine Nagatsuki ist ein 1:700 Spritzgußbausatz von Pit Road. 12,50 € erscheinen für ein gerade mal anderthalb Finger langes Winz-Modell auf den 1. Blick relativ viel Geld, aber bei genauer Betrachtung der unglaublich filigranen und nahezu gratfrei gespritzten Teilchen relativiert sich das wieder!
Ich habe noch niemals einen derart fein gespritzten Bausatz erlebt, ich bin von der Qualität geradezu begeistert! Außerdem hat Pit Road einen Gußast mit einer Fülle an Bewaffnung und Zubehör beigelegt, da kann man fast Dutzende solcher Mikro-Schiffchen bewaffnen!



Ätzteile (z.B. für die Reelings) liegen dem Bausatz allerdings nicht bei, ich vermisse sie allerdings auch nicht!
Die leider ausschließlich in Japanisch gehaltene Bauanleitung ist normalerweise klar verständlich, nur ohne Kenntnisse der japanischen Sprache ist die Zuordnung einiger Bau-Optionen ohne Referenzen tws. etwas schwierig. Die Rückseite der Schachtel zeigt die Schiffe in netten farbigen Rissen mit Angaben über die Positionierung der wenigen Abziehbilder. Ich halte die gezeigten Farben für sehr treffend und hatte mich gerne daran orientiert!
Aus dem Bausatz läßt sich z.B. auch die "Mikazuki" mit leicht abweichender Bewaffnung bauen.
Als reichlich anstrengend erwies sich die Anbringung der winzigen Flaggen an den Flaggenstöcken, hier empfielt sich, vor Anbringen mit einem Skalpell den überstehenden Rand des Trägerfilms zu entfernen.
Auch so entpuppt es sich als eine fitzelige Strafarbeit !
Zur Erhöhung der Standfestigkeit des Modells bei der Handhabung hatte ich den Rumpf mit flach gedrücktem Angelblei beschwert, im Bug mit Kinderknete fixiert, im Rumpf mit Farbe festgeklebt.



Das Modell besitzt nur drei "größere" Teile, den Rumpf, die Wasserlinie und die Back, hier sind sie schon zusammen geklebt, ein elegantes, aber winziges Modellchen zeichnet sich bereits ab:



Farbgebung


Als Grundfarbe wählte ich eine der neuen Acrylfarben von REVELL, hier den Farbton 77 "Staubgrau" (den ich übrigens auch gerne als "Dunkelgrau" für meine Wehrmachts-Militärmodelle verwende).
Ich trug die Farbe mit knapp 50% Wasser verdünnt per Spritzpistole auf, es ergab ein sehr feines mattes Spritzbild und die Farbe trocknete sehr schnell.
Nach Abkleben mit Tamiya Band spritzte ich die "Linoleum"-Beläge des Decks mit einer Mischung aus REVELL 83 "Rost" und etwa 30% Rot von Vallejo. Die Mischung vertrug sich ausgezeichnet und ließ sich gut spritzen.
Die graue Grundfarbe haftete übrigens gut auf dem Modell, beim Entfernen des Abdeckbandes bleib keinerlei Farbe daran hängen!


Zur Betonung der Tiefen wusch ich, wie üblich, das Modell mit stark verdünnter dunkler Ölfarbe, die Grundfarbe wurde hier aber innerhalb weniger Minuten angelöst! Als Verdünner kam Terpentinersatz zur Anwendung, eigentlich dürfte das nicht passieren!
Auch erscheint die Oberfläche wegen der von mir verwendeten billigen Studio Farben etwas körnig, die Pigmente sind eben doch nicht so fein wie bei der Künstlerqualität.



Zum Herausmodellieren der Ecken und Kanten gönnte ich dem Modellchen noch ein leichtes Trockenmalen mit HUMBROL 27, das ist ein etwas helleres Grau als das REVELL 77. Den Abschluß bildeten eine leichte Bearbeitung der hervorstehenden Kanten mit einem Graphitstift und sehr dezentem Trockenmalen mit Gunze Metallizer "stainless steel".



An einigen Stellen verpaßte ich dem Modell noch kleine Flecken von Revell 83 "Rost". Die Beschriftung der Seiten mit den KANA-Zeichen erfolgte per Hand mit feinem Pinsel und verdünnter weißer Vallejo Acrylfarbe, ich bin damit aber nicht zufrieden!




Fazit


Wer sich mit aller Gewalt die Finger brechen und sein Augenlicht verderben will, der wage sich an ein solches 1:700 Mikro-Modellchen !
Jedenfalls ist dieser Bausatz von Pit Road von ausgezeichneter Qualität, das fertige Modell ergibt ein äußerst feingliedriges Abbild eines höchst eleganten Vorbildes !
Erstaunt hatte mich der doch rel. günstige Preis, sind doch diese kleinen Schiffsmodelle meistens reichlich teuer!
Achim Klinger