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Hafendiorama mit Plattbugkreuzer 1/72 von Michael Kayser Drucken
Samstag, 19. April 2008 um 17:06


Vor einigen Jahren bekam ich einen Bauplan für einen so genannten Plattbugkreuzer in die Hand. Die geraden Flächen und die individuelle Art des Aufbaues haben mich spontan inspiriert. Zuerst wurde der Bauplan von 1:100 in 1:72 vergrössert. Technisches Zeichnen hat mich schon seit der Schule begleitet, somit war das Umzeichnen des Planes kein grosser Akt.


Kurz zur Geschichte der Fährprame. Für die Englandinvasion baute das Deutsche Reich unter anderem solche Fähren als Landungsboote. Sie konnten drei schwere Panzer oder entsprechende Mengen an leichterem Material transportieren. Nachdem diese Invasion abgesagt worden ist, hatte man eine Vielzahl von fertigen Rümpfen. An diesen wurden die Bugklappen zugeschweisst, und der Innenraum wurde in Manschaftsquartiere und Lagerraum umgebaut. Je nach Verwendung wurden leichte bis schwere Flak- oder auch mittlere bis schwere Artilleriegeschütze auf die Decks aufgebaut. In küstennahen Gewässern wurden diese Einheiten dann zum Schutz deutscher Häfen aber auch zur Geleitsicherung eingesetzt.



Zum Bau


Da ich keinen Funktionsbau mache, habe ich mich - wie auch bei einigen anderen Modellen - für einen Rumpf aus Pappe entschieden. Ich habe Spanten aus Kartonage geschnitten und diese auf den Kiel geklebt. Aus grossflächiger Pappe wurden die Bordwände hergestellt. Das Deck ist ebenfalls aus Pappe, wurde aber anschießend mit Funierholz beklebt. Die Aufbauten sind aus Kartonage, die Leitern aus Kunststoff und Messingdraht. Aus Holz wurden die Decksstützen hergestellt.
Geschützverkleidungen habe ich aus Papier gefertigt. Kräne und der Splitterschutz für die Geschütze sind aus Kunststoff hergestellt.


Die Wäsche auf der Leine habe ich aus den Flaschenhalsverkleidungen von Sektflaschen geschnitten. Die eignet sich auch sehr gut für andere Bereiche des Modellbaus (z.B. eine offene Autotür mit übergelegter Jacke). Körbe und Kisten mit Lebensmittel sind von Preiser. Die Soldaten stammen aus diversen Bausätzen. Dabei wurden zum Teil die Köpfe ausgetauscht. Beiden Wachposten habe ich mit dem "Flaschenhalsblei" Gurte für die Maschinenpistolen gefertigt.




Volksempfänger und Rettungsflösse sind aus Holz geschnitzt. Messingdraht dient als Türgriffe und Handläufe, sowie als Griffe zum Öffnen der Luken. Desweiteren besteht die Reling aus Messingdraht.
Da ich das Modell mit Unterwasserrumpf gebaut habe, hatte ich das Problem wie ich das Schiff im Diorama darstellen sollte. In Frankreich fallen bei Ebbe viele Häfen trocken. Das brachte mich auf die Idee, das Modell in dieser Art und Weise zu präsentieren.


Literatur:
Neben dem Bauplan habe ich viele Originalfotos im Internet gefunden. Eine ergiebige Quelle ist das Buch DIE PLATTBUGKREUZER von Gerd-D. Schneider.
Michael Kayser