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Trumpeter: Schlachtschiff Jean Bart 1955 1/700 Drucken
Sonntag, 04. Mai 2008 um 19:50
Modell: Jean Bart 1955
Hersteller: Trumpeter
MaĂźstab: 1/700
Art.-Nr.: 05752
Preis: ab 19,99 €

Das Original


Die Jean Bart war das zweite Schiff der Richelieu-Klasse. Diese war von den einige Jahre zuvor gebauten Schlachtschiffen der Dunkerque-Klasse abgeleitet und entworfen, um der Gefahr durch die italienische Marine wirksam entgegenzutreten. Ihre Geschwindigkeit, Panzerung, Bewaffnung und die gesamte Technik waren auf der Höhe der Zeit. Auffallend waren die ungewöhnlichen Vierlingstürme.
Die Jean Bart wurde im Dezember 1936 auf Kiel gelegt und am 6. Mai. 1940 vom Stapel gelassen. Kaum zu 75% fertiggestellt, die Maschinen waren noch nie gelaufen, fuhr sie im Juni 1940 nach Casablanca in Marokko, um dem Vormarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich zu entkommen. Nur einer ihrer zwei 38-cm-GeschĂĽtztĂĽrme war vorhanden. Der andere, mit zwei statt der geplanten vier Kanonen ausgerĂĽstet, wurde auf ein Schiff verfrachtet, dass unglĂĽcklicherweise von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Die 15,2-cm-Batterie der Mittelartillerie fehlte ebenfalls und wurde durch Flak-GeschĂĽtze ersetzt.
Am 8. November 1942 wurde die französische Flotte in Casablanca von US-amerikanischen Kriegsschiffen und von Flugzeugen des Trägers USS Ranger (CV-4) angegriffen. Die Jean Bart nahm das Gefecht mit der USS Massachusetts auf und erhielt Treffer durch mehrere Bomben und 40,6-cm-Geschosse. Am 10. November eröffnete sie das Feuer auf die USS Augusta. Das führte zu einem erneuten Eingreifen der USS Ranger.
Die Jean Bart erhielt zwei Treffer durch 500-kg-Bomben, schlug leck und lief auf Grund. Am Abend ergab sich das Schiff dem Freien Frankreich. Es wurde vorgeschlagen, das Schiff in den USA zu vervollständigen, was sich aber wegen der vielen fehlenden Teile als unmöglich erwies. Der Umbau zu einem Flugzeugträger wurde verworfen und so lag das Schiff zwei Jahre vor Casablanca auf Grund.
Die Jean Bart kehrte nach einer provisorischen Reparatur 1945 nach Frankreich zurĂĽck und wurde schliesslich 1949 fertiggestellt. In jenem Jahr wurde sie offiziell in Dienst gestellt, war jedoch aber erst 1955 komplett ausgestattet. Im drauffolgenden Jahr nahm sie an der Suez-Krise teil. Die Jean Bart wurde 1957 der Reserve zugeteilt, 1961 ausser Dienst gestellt und 1969 in Italien abgewrackt.
Technische Daten:
Wasserverdrängung: 48.950 t
Länge: 248 m
Breite: 35 m
Tiefgang: 9,60 m
Antrieb: 6 Dampfkessel, 4 Dampfturbinen, Typ Parsons, mit insgesamt
150.000 Wellen-PS auf 4 Schrauben
Höchstgeschwindigkeit: 32 Knoten
Bewaffnung:
2x 4x380mm vorn
3x 3x152mm
12x 2x100mm Flak
8x 40mm Flak
14x 2x57mm Flak
20x 20mm Flak
Panzerung:
GĂĽrtel: 330 mm
Hauptdeck: 150 mm
Unterdeck: 40 mm

Der Bausatz


Nach der Richelieu liefert Trumpeter nun das zweite französische Schlachtschiff, die Jean Bart im beliebten Sammlermaßstab 1/700 nach. Die Version zeigt den fertigen Bauzustand von 1955. Der Guss ist auf der Höhe der Zeit. Wahlweise kann eine Vollrumpf- oder eine Wasserlinienoption gebaut werden. Insgesamt neun Gussrahmen erhält der Modellbauer, wobei die Teile P mit Teilen für die Vierlings-Flak und M mit den 38 cm-Geschützrohren jeweils doppelt vorhanden sind.
Die beiden Rumpfhälften sind nach Passprobe nicht genau bündig, wobei im Heckbereich geschliffen werden muss, um eine gute Passung zu ereichen. Hier wurde wahrscheinlich die Form der Richelieu übernommen. Auch hatte das Unterwasserschiff der Jean Bart ausgeprägte Torpedowülste, die hier nicht umgesetzt wurden. Die Wasserlinienplatte ist recht passgenau. Bemerkenswert trotzdem die Fortschritte von Trumpeter in dieser Hinsicht. Sehr gut dargestellt sind die Bullaugen mit den Regenabweisern. Der Enthusiast wird hier allerdings dem Gesamteindruck durch Aufbohren mehr Tiefe verleihen.


Das Hauptdeck, enthalten in den Gussrahmen E und F, besteht aus insgesamt drei gut detaillierten Segmenten, die sich recht passgenau in das Rumpfoberteil einfügen. Dabei wird das Teil F2 auf E2 überlappend aufgesetzt, so dass hier kein Spalt entsteht, der später verspachtelt und verschliffen werden muss. Bemerkenswert sind die fein ausgeführten Plankenstrukturen. Ein Pluspunkt sind die beiden Wellenbrecher G 10 und G11, die separat vorhanden sind, was beispielsweise das Lackieren enorm erleichtert, da hier nichts maskiert werden muss. Sehr fein detailliert sind hier auch Poller und Ankerketten.
Die Gussrahmen G und K enthalten die beiden Vierlingstürme der Hauptartillerie, die oben erwähnten Wellenbrecher, Teile der Antriebsanlage, K das Namensschild, diverse Plattformen für die Vierlings-Flak mit gut ausgeführten Splitterschutzschilden, den Schornstein und Schanzkleider. Diese weisen erfreulicherweise feine Bohrungen bei den Bullaugen auf, was die gute Detaillierung des Bausatzes bestätigt. Der Schornstein K 7 besteht aus insgesamt drei Teilen, die nach Montage leider einen Spalt bilden. Hier muss durch Spachteln und Schleifen nachbearbeitet werden. Weiterhin findet man Teile des Mastes und das Entfernungsmessgerät.
Die restlichen Spritzlinge bestätigen die filigrane Gussqualität. Die Gussrahmen P und M sind jeweils doppelt vorhanden. M beinhaltet die 38cm-Geschützrohre inklusive Rohrbälgen, die drei Drillingstürme der 15,2 cm Mittelartillerie, Propeller, Anker, Rettungsboote. Auch hier an keinen sichtbaren Teilen Auswerfermarken. L beinhaltet Teile für den Mast, den Schornstein und diverse Plattformen. Gussast P Teile für die 2x 57 mm Flak, sowie die 2x 100 mm Flak und die fünf Türme P 12 für die 20 mm Vierlings-Flak, die jedoch ohne Rohre ausgeführt sind. Der Enthusiast wird das sicherlich mit geeigneten Kanülen ergänzen.

Die Anleitung


Eigentlich ist die Bauanleitung bei Trumpeter im Vergleich zu Kleinserienherstellern vorbildlich. Auf acht Seiten und dreizehn Stufen wird der Modellbauer zum Ziel geführt, so dass auch der Anfänger keine grossen Schwierigkeiten haben dürfte. Die Bemalungsanleitung zeigt das Farbschema von 1950 und bezieht sich auf das Farbsortiment von Gunze. Wer Genaueres über die Tarnschemen der französischen Marine im WWII erfahren möchte, muss recherchieren.

Fazit


Der Bausatz ist einfach gehalten und auf Grund der übersichtlichen Bauanleitung über Strecken auch anfängertauglich. Spachtel- und Schleifarbeiten fallen beispielsweise beim Schornsteinaufbau an. Beim Rumpfober- und -unterteil muss ebenso nachgeschliffen werden, um bei der Vollrumpfoption Passgenauigkeit zu erzielen. Insgesamt aber

EMPFEHLENSWERT

Jörg.
Wir danken der Firma Faller fĂĽr das Bausatzmuster