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Russisches Atomunterseeboot Kursk in 1/350 von Max Hecker Drucken
Mittwoch, 15. Juli 2009 um 07:00
Russisches Atomunterseeboot Kursk in 1/400 von Max Hecker

Das Original

 

Als Nachfolger der Echo II-Klasse, der ersten U-Plattform für Marschflügkörper, entworfen, um große feindliche Überwasser-Kampfschiffe - besonders die Flugzeugträger - zu vernichten, waren die gewaltigen U-Schiffe der Oscar-Klasse mit einer überzeugenden Seeziel-Bewaffnung ausgestattet. Zwei erste U-Schiffe- ARCHANGELSK und MURMANSK - bildeten die 11m kürzere und 1400 ts weniger verdrängende Oscar I-Klasse, die jetzt bei der Nordflotte aufgelegt sind. U-Schiffe der Oscar II-Klasse führen 24 Marsch-FK (SLCM/SSM) in zwei Bänken zu je 12 beiderseits des Turms. Elf Einheiten wurden in Severodvinsk gebaut ; von ihnen sind drei zur weiteren Verwendung aufgelegt. Eine 12. Einheit - BELGOROD - lief im August 1999 vom Stapel, wurde aber nicht fertig gestellt.

Vier sind bei der Nordflotte stationiert. Von ihnen war die glücklose KURSK 1999 im Mittelmeer eingesetzt - seit einem Jahrzehnt der erste russische Einsatz dieser Art. Die anderen Einheiten gehören zur Pazifikflotte, stationiert in der Tarya-Bay. Während einer Waffenerprobung in See sank die KURSK am 12. August 2000 (118 Tote). Über die Ursache wurde viel spekuliert: Sabotage, schlechte Wartung, Kollision mit einem westlichen U-Boot oder Verlust durch eine Mine aus dem 2. Weltkrieg. Doch dies schien alles unwahrscheinlich. Die KURSK war ein leistungsfähiges U-Schiff mit einem erfahrenen Kommandanten, der es seit 1995 führte. Kurz vor dem Unglück hatte sie erfolgreich einen SLCM/SSM SS-N-19 Shipwreck ohne Gefechtskopf aus einem seiner 24 äußeren Startschächte abgeschossen. Die nächste Phase der Erprobung kann der Abschuss eines Torpedos Zkval WA III  mit Raketenantrieb gewesen sein - einer geheimen Waffe. Danach überschlugen sich die Ereignisse mit schrecklichen Folgen. Sonaraufzeichnungen der USS MEMPHIS (SSN-691) lassen als wahrscheinlichste Ursache der Katastrophe erkennen, dass der Torpedo in der vorderen Abteilung detonierte. Möglicherweise begann eine Nickel-Kadmium-Batterie heiß zu werden und eine Warnleuchte in der Zentrale löste den verzweifelten Versuch aus, den Torpedo aus dem Bugrohr mit seinem E-Motor ausschwimmen zu lassen. Hierbei kam es zu einer ersten Explosion, die teilweise den 210-kg-Gefechtskopf hochgehen ließ, als die Raketenmotoren mit dem instabilen Gemisch aus Kerosin und H2O2 vorzeitig zündeten und der 135 Sekunden später eine zweite folgte, als die Gefechtsköpfe der übrigen Waffen in der Abteilung detonierten. Das Ergebnis war eine völlige Zerstörung der vorderen Teile des U-Schiffes. Alle, die sich vor der Reaktor-Abteilung aufhielten, wurden getötet. Darunter auch die Besatzung in der Zentrale. Es blieb keine Zeit, die Tauchzellen auszublasen, um aufzutauchen, während sich der Reaktor automatisch abschaltete. Als das zerstörte Vorschiff voll lief, ragte wahrscheinlich das Heck des U-Schiffes etwa 45 m aus dem Wasser, ehe es versank. Rund ein Dutzend Seeleute blieben vermutlich in den Räumen am Heck zwei Tage am Leben.

 
Technische Daten und Bewaffnung
Länge über alles                    154 m
Breite (max.)                        18,20 m
Wasserverdrängung               13.900 ts über Wasser, 18.000 ts unter Wasser
Höchstgeschwindigkeit           15 kn über Wasser, 28 kn unter Wasser
Bewaffnung                          24 SLCM/SSM SS-N-19 Shipwreck
                                          2 x 65-cm- und 4 x 53,3-cm-Torpedorohre
Antrieb                                1 x PWR, Leistung 380 MW, 2 Wellen, 2 Propellernaben
Tauchtiefe                           300 m
Besatzungsstärke                  107 Offiziere und Mannschaften
                
 

Russisches Atomunterseeboot Kursk in 1/400 von Max Hecker

 

Russisches Atomunterseeboot Kursk in 1/400 von Max Hecker
 
Modell von Max Hecker
 
Text von Jörg.
 
 
Quelle
Robert Hutchinson Kampf unter Wasser , Motorbuch Verlag, 2006