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Battlefleet Models: Hochseeschlepper der Navajo-Klasse 1/700 Drucken
Mittwoch, 31. Dezember 2008 um 07:00



Modell: Hochseeschlepper der Navajo-Klasse
Hersteller: BFM
Maßstab: 1/700
Material: Resin mit PE-Teilen und Messingmast
Art.Nr.: 708 A
Preis: 26,- Euro z.B. im Shop von Burkhardt Masch

Das Original

Länge: ~ 62,50 m
Breite: ~ 11,75 m
Tiefgang: ~ 4,70 m
Geschwindigkeit (Reisegesch./ Höchstgesch.): 10.1 kn / 16.5 kn
Verdrängung: 1600 t
Indienststellung: 26. April 1940
Bewaffnung: 1x 3"/50 Geschütz, 2x 40mm und 2x 20mm Flak

Die USS Cherokee war das dritte Schiff der Navajo-Klasse, einer Hochseeschlepperklasse welche für die US-Navy gebaut wurde. Die Cherokee wurde am 10 November 1939 auf Kiel gelegt und Ende April 1940 in Dienst gestellt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sie an der Ostküste und in der Karibik eingesetzt. Das Einsatzgebiet weitete sich bis nach Neufundland und Island aus, als die USA in den Krieg eintraten und die Versorgungskonvois nach England beschützten.

Im November 1942 war die Cherokee als unterstützende Einheit bei der Invasion in Nordafrika beteiligt, wo sie zwei durch Torpedos beschädigten Zerstörern half. Von November bis Mai des folgenden Jahres wurde sie für weitere Hilfsarbeiten (wie z.B. als Zubringer) in den nordafrikanischen Gewässern genutzt. Sie kehrte dann wieder an die Ostküste der USA zurück, um dann im Jahre 1944 zweimal den Atlantik zu überqueren, als sie jeweils beschädigte Zerstörer in die Werften in den USA zurück holte. Danach wurde das Schiff für Ausbildungszwecke genutzt, indem es Ziele für Schießübungen schleppte (in Casco Bay, Maine und Guantanamo Bay, Kuba). Nach dem 2. Weltkrieg nahm sie wieder ihre ursprüngliche Aufgabe an der Ostküste und in der Karibik war, bis sie dann im 29. Juni 1946 außer Dienst gestellt wurde. Am gleichen Tag wurde sie der US-Coast Guard überstellt, die sie dann als WAT-165 bis 1990 nutzte.

 

Der Bausatz

Wie schon der Bausatz mit den beiden Schleppern ist auch dieser Bausatz wieder in einer kleinen Schachtel verpackt. Die Bauteile sind größtenteils einzeln eingeschweißt und der Rumpf ist in Luftpolsterfolie eingewickelt. Das ganze Gebilde wird dann umgeben von der mehrseitigen Bauanleitung und die PE-Teile liegen mit den beigepackten Messingmasten auf dem Boden der Verpackung.


Bevor wir uns den Resinteilen zuwenden erst einmal ein Blick auf die Metallteile. Diese sind eine PE-Platine, auf der sich unter Anderem Wasserbomben-Racks, Relings und Besatzung tummeln. Die WaBo-Racks können für spätere Projekte in die Restekiste wandern, da diese nicht auf dem vorliegenden Schiff benutzt wurden. Für das Hauptgeschütz auf dem Vordeck hat Harry auch noch ein gedrehtes Geschützrohr beigepackt.

Die Anleitung besteht aus 6 Seiten, auf denen kurz ein paar Daten des Originals wiedergegeben werden, dann ein Blatt mit Hinweisen über den Umgang mit dem Werkstoff Resin im Modellbau. Gefolgt werden diese Seiten von einer Auflistung der ATF-Schlepper, die den Zweiten Weltkrieg überlebt haben und einer Bemalanleitung des Modells im Farbschema 32 der US-Navy im Zweiten Weltkrieg. Abgerundet werden die Seiten noch mit einer Aufstellung Bauteile und einer Skizze, wo welche teile am Modell verbaut werden soll. Ich gebe zu, dieser Teil der Anleitung könnte etwas ausführlicher sein und vllt. in mehrere Bauschritte aufgeteilt werden. 

Der Rumpf ist einteilig als Wasserlinienversion ausgeführt. Einige der Aufbauten und Gerätschaften an Deck sind bereits mit angeformt (z.B. große Schleppwinde achtern und eine kleine Winde auf dem Vordeck) und auch an der unteren Etage des Deckshauses sind bereits Schotten und Bullaugen vorhanden. Der Rumpf hat keinerlei Grate und auch sonst keine Angüsse, die man vllt. beim Bau noch entfernen muss.

Die restlichen Aufbauten für's Deckshaus sind mehrteilig ausgeführt. Beim Bau wird die Brücke dann auf zwei Teile geklebt, die dann das darunterliegende Deck bilden (links im Bild, die Brücke, daneben die beiden Decksteile). Die Decksteile sind auf einem Trägerfilm, der noch abgeschliffen werden muss. Außerdem ein Teil des Dreibeins, welches dann als Mast und auch als Kran fungiert (rechts im Bild). Hier ist produktionsbedingt ist hier eine ausgeprägtere Fischhaut vorhanden, die entfernt werden muss. Darunter könnt ihr eine Frontansicht des Brückenhauses sehen.

Kommen wir zu den kleinen Anbauteilen für das Schiff. Auf dem ersten Bild sieht man (von links nach rechts) einen der doppelt vorhandenen Suchscheinwerfer, die Plattform auf dem Windenbedienraum, die Anker und zwei der optional verwendbaren Rettungsboote. Letztere sind massiv ausgeführt, so dass man sie so aus dem Bausatz nur mit einem Verdeck an Deck verzurrt darstellen kann. Auf dem zweiten Bild sieht man ein Arbeitsboot (ebenfalls massiv ausgeführt), Rettungsflöße, dann einen Streifen mit 7 Pollern – von denen aber nur 2 für's Modell benötigt werden - auf dem nächsten Streifen sind im oberen Teil die Plattformen für die Suchscheinwerfer und darunter die sogenannten "flag bags" (Verstaumöglichkeit für die Signalflaggen an Bord des Schiffes) – von denen auch wiederum nur einer für's Modell benötigt wird. Abgeschlossen wird dieses Bild mit einem der drei verwendbaren Schornsteine. Mit den Schornsteinen geht es auch gleich auf dem dritten Bild los. Insgesamt hat Harry drei verschiedene Modelle angefertigt, so dass man seine Unterlagen zu Rate ziehen sollte, um zu überprüfen, welches Schiff welchen Schornstein geführt hat. Leider sind die 20mm-Geschütze im rechten Teil des Bildes nicht ganz so gut zu erkennen, da an diesem Stück noch einiges an Fischhaut zu entfernen ist.

Abgeschlossen wird das Ensemble der Anbauteile durch eine Träger mit dem Hauptgeschütz (in doppelter Ausführung) wofür ja auch ein gedrehtes Geschützrohr beiliegt und zwei 40mm Geschützen und den dazugehörigen Drehlafetten.

Fazit

Harry hat mit der Cherokee ein schönes Schiff produziert, welches für Abwechslung sorgen kann. Denn mit ein wenig Umbauarbeit lässt sich auch der Bauzustand darstellen, der dann bei der CoastGuard vorhanden war.

Ansonsten ist die Qualität wieder sehr gut, einziger Kritikpunkt sind die oben erwähnten Fischhäute an einigen Anbauteilen und die ein wenig Rätsel aufgebende Bauanleitung. Trotz dieser Punkte ist der Bausatz:

 

empfehlenswert.



Carsten