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Flugzeugtragendes U-Boot I-19 in 1/350 von Sven Schönyan Drucken
Mittwoch, 08. September 2010 um 07:00

Flugzeugtragendes U-Boot I-19 in 1/350 von Sven Schönyan

Das Original

I-19 war ein Flottenunterseeboot vom ersten Los des Typ B Otsu-gata der Kaiserlich Japanischen Marine. Der Typ B vereinigte in sich die Vorteile vorangehender U-Boot-Klassen und führte neben einer starken artilleristischen und Torpedobewaffnung zu Aufklärungszwecken ein Beobachtungsflugzeug mit. Dafür war vor dem Turm ein Hangar und ein Katapult vorgesehen.
Das Boot wurde unter dem 4. Flottenergänzungsprogramms aus dem Jahr 1939 gebaut. I-19 wurde am 28. April 1941 fertiggestellt und schließlich am 25. November 1943 durch den US-Zerstörer USS Radford westlich des Makin Atolls versenkt.

Das Modell

Der Bausatz stammt von AFV-Club und ist in 1/350 wiedergegeben. Er ist dem kürzlich besprochenen I-58 in der frühen Version sehr ähnlich und unterscheidet sich lediglich am Turm und einem geänderten Oberdeck, da ein Deckgeschütz zu verbauen ist.

Dargestellt habe ich eine Szene, wie sie sich irgendwo im Pazifik im Jahr 1942 zugetragen haben könnte. Nach einem Aufklärungsflug bereitet die Besatzung das Einholen des Bordflugzeuges vor. Das Boot macht bei ruhiger See kleine Fahrt. Der Bordkran ist ausgeschwenkt und Personal steht bereit. Der Kommandant und die Brückenbesatzung beobachten das Manöver sowie den Seeraum vom Turm aus. An Oberdeck befinden sich außerdem achterlich des Turms ein paar Matrosen, die sich das Geschehen beim Frischluftschnappen anschauen. Der Beobachter des Bordflugzeuges steht bereits auf der linken Tragfläche, um den Kranhaken einzuklinken, während der Pilot das Flugzeug langsam Richtung Kran steuert.

Der Bau des Bootes ging recht schnell von statten. Den Rumpf, den Turm und das Katapult habe ich als einzelne Baugruppen zusammengebaut und lackiert. Um Alterungsspuren darzustellen, wurden einzelne Planken des Holzdecks betont und der Rumpf bekam nach Washing und Trockenbürsten ein paar Rostnasen. Der Turm bekam die Decals und anschließend wurden alle Teile mit mattem Klarlack überzogen. Zuletzt habe ich alle Baugruppen zusammengefügt und die noch fehlenden Teile angeklebt.
Die Grundplatte ist aus zwei 5 mm MDF-Platten entstanden. Der Falz dient später einmal zur Arretierung einer Plexiglashaube. Die kleinere Platte wurde zuerst komplett mit einem kräftigen Blau lackiert. Da das MDF die Farbe unterschiedlich stark aufsaugt, entsteht dadurch von alleine eine Patina. Somit konnte ich mir das Übernebeln von grünen und graublauen Tönen sparen.

Anschließend habe ich das Modell auf die blaue Platte geklebt. Das Wasser entstand aus Acrylgel. In mehreren Schichten wurde das Gel auf die Grundfläche und um das Bott herum aufgetragen und dabei Bug- und Hecksee und etwas Dünung modelliert.

Nach ausreichend Trocknungszeit wurden die Wellenkämme durch leichtes Trockenbürsten mit weiß betont. Ebenso verfuhr ich mit der Hecksee des Flugzeuges.
Danach habe ich die Besatzung mit unterschiedlichen Brauntönen bemalt und an den entsprechenden Positionen festgeklebt. Die Figuren sind aus dem IJN Sailor Set I von Fujimi und einem Resinset von Goffy entnommen.

Nachdem die Besatzung an Ort und Stelle war, habe ich mich mit der Verspannung versucht. Ich habe dazu eine Angelschnur mit 0,08 mm Durchmesser verwendet. Leider ist diese transparent, so dass ich anschließend versucht habe sie mit dunkelgrauer Ölfarbe zu betonen.
Parallel zum Bau der Szenerie habe ich das Bordflugzeug vom Typ Yokosuka E14Y „Glen“ gebaut. Es besteht aus durchsichtigen Bauteilen und wurde im entsprechenden Grün- und Grauton der IJN lackiert. Ein leichtes Washing, Anbringen der Decals und Versiegeln mit mattem Lack und der Flieger war fertig. Der laufende Propeller wurde aus einer klaren, dünnen Polystyrolplatte von Evergreen mit Hilfe eines Zirkels herausgeschnitten. Der Beobachter auf der Tragfläche ist ebenfalls eine Goffy-Figur und bekam einen lederfarbenen Anstrich.

 

 

Fazit

Der Bau hat sehr viel Spaß bereitet und ging ohne Schwierigkeiten von Statten. Stück für Stück wuchs jeden Tag das Modell. Das Komplettierung des kleinen Dioramas hat dann allerdings doch länger gedauert als erwartet. Nach ca. zwei Wochen Bauzeit für das U-Boot nebst Flugzeug hat das drum herum nochmal etwa eine Woche in Anspruch genommen. Wer mal ein „exotisches“ U-Boot in die Vitrine stellen möchte, dem sei der Bausatz empfohlen. Alles notwendige (mit Ausnahme der Figuren) ist bereits enthalten. Auch die Vollrumpfoption wird ein sehr schönes Modell abgeben.


Sven