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Schlachtschiff Ting Yuen 1/350 von Max Hecker Drucken
Donnerstag, 06. Januar 2011 um 07:00
Schlachtschiff Ting Yuen 1/350 von Max Hecker

Das Original

Das chinesische Schlachtschiff Ting Yuen (oder Ting Yuan oder Dingyuan geschrieben) wurde wie das Schwesterschiff Chen Yuan (Zhenyuan) bei Vulcan in Stettin nach dem Entwurf der deutschen Sachsen-Klasse gebaut.

Statt der sechs 26 cm-Geschütze auf den deutschen Schiffen erhielten die chinesischen Schiffe vier 30,5 cm-Geschütze in Barbetten mit leicht gepanzerten Schutzhauben (die einen Turm-artigen Eindruck vermitteln) sowie zwei 15 cm in Türmen an Bug und Heck. Auch die Maschine fiel stärker aus, so dass die Geschwindigkeit von 13,5 auf 15,4 kn gesteigert werden konnte. Weitere Verbesserungen waren der Stahlrumpf der Ting Yuen-Klasse im Vergleich zum Eisenrumpf der Sachsen-Klasse sowie drei zusätzliche 35 cm-Torpedorohre. Zwei Torpedoboote mit zwei 38 cm-Torpedos wurden hinter den Schornsteinen mitgeführt. Die Panzerung bestand aus Compound-Panzerplatten, die im Bereich der Zitadelle 35,5 cm, im Bereich der Barbetten 30,4 cm, um Kommandoturm 20,3 cm und am Panzerdeck 7,5 cm dick war. Die beiden Schiffe waren damit stärker als alle die meisten von den europäischen Mächten sowie Japan in Südostasien eingesetzten Schiffe.

Schlachtschiff Ting Yuen 1/350 von Max Hecker

Ting Yuen wurde von 1881-84 gebaut und wurde erst verspätet ausgeliefert, um eine Teilnahme des Schiffs am Chinesisch-Französischen Krieg zu verhindern. Sie wurde danach zusammen mit ihrem Schwesterschiff Chen Yuan und dem ebenfalls bei Vulcan gebauten Geschützten Kreuzer Chi Yuan (Jiyuan) 1885 von deutschen Besatzungen nach China übergeführt und dort von der chinesischen Marine, genauer der Beiyang-Flotte (Nordmeer-Flotte), in Dienst gestellt und in Weihai stationiert. Ein Plan die Schiffe mit 12 cm-Schnellfeuergeschützen zu modernisieren scheiterte, weil die Kaiserinwitwe Cixi die Mittel aus dem Marineetat für Präsentionszwecke nutzte. Der Geldmangel führte auch dazu, dass der Ausbildungs- und Ausrüstungsstand (z.B. in Bezug auf Munition) suboptimal war. Dies rächte sich bitter im Chinesisch-Japanischen Krieg 1894/95, als die größere chinesische Flotte von der japanischen Flotte geschlagen wurde. Ting Yuan wurde in der Schlacht am Yalu 17.9.1894 160 Mal getroffen und geriet mehrfach in Brand, war aber bei Ende der Schlacht noch gefechtsklar. Sie selbst konnte den japanischen Geschützten Kreuzer Matsushima, das japanische Flaggschiff, schwer beschädigen, was aber an der chinesischen Niederlage nichts änderte. Die chinesische Flotte zog sich erst nach Port Arthur und dann nach Weihai zurück, wo sie von den Japanern belagert wurde. Während der Belagerung wurde sie von dem japanischen Torpedoboot TB9 am 5. Februar 1895 mit einem Torpedo getroffen und musste auf Strand gesetzt werden. Das gesunkene Schiff wurde weiter als Fort benutzt, aber durch japanischen Artilleriebeschuss weiter beschädigt. Das Wrack wurde wahrscheinlich von den Chinesen gesprengt, um zu verhindern, dass es in japanische Hände fällt. Das Wrack wurde nach dem Krieg abgewrackt. 2003 wurde in China ein Nachbau angefangen, der als Museum besichtigt werden kann.

Schlachtschiff Ting Yuen 1/350 von Max Hecker

Das Modell

Das Modell wurde von Max Hecker aus dem Bronco Models-Bausatz im Maßstab 1/350 gebaut und mit einem kleinem Diorama meisterhaft in Szene gesetzt.

Schlachtschiff Ting Yuen 1/350 von Max Hecker

Quellen


Max Hecker (Text von Lars)