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Pit-Road: IJN Landungsschiff der Nr.101-Klasse und japanische Armeefahrzeuge (1/350) Drucken
Montag, 22. November 2010 um 07:00

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Modell: IJN Transport No. 101 Class Limited Edition w/Photo-Etched Parts
Hersteller: Pit-Road
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol, Ätzteile aus Stahlblech
Art.Nr.: WB-5E
Preis: ca. 38 € bei hlj.com

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Modell: Imperial Japanese Army Military Vehicles Set #1
Hersteller: Pit-Road
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol
Art.Nr.: PITTB-01
Preis: ca. 12 € bei hlj.com

Wie sind eigentlich die japanischen Landungstruppen zu ihren Zielen gelangt? Diese Frage stellt man sich, wenn man die Vielzahl an US-amerikanischen Landungsfahrzeugen aller Maßstäbe betrachtet, die es zum Teil schon viele Jahre zu kaufen und zu bauen gibt. Nicht allein, dass die japanischen Marineflieger bei Ausbruch des Pazifikkrieges die kampfstärksten der Welt waren, nein, auch die Landungstruppen waren konkurrenzlos, sowohl an Truppenstärke als auch an Ausrüstung. Das Modellbauhobby spiegelt diese Tatsachen bislang nur äußerst ungenügend wieder. Doch nun hat Pit-Road begonnen Abhilfe zu schaffen. Der neueste Wurf stellt ein großes Landungsschiff der Nr. 101-Klasse dar. Die Schiffe dieser Klasse kamen zwar erst in der zweiten Hälfte des Krieges zum Einsatz und spielten auch keine allzu große Rolle mehr, aber dennoch schließt Pit-Road hiermit eine Lücke, die allzu lange geschmerzt hatte.

Das Original

Die Niederlage bei Guadalcanal, im Juni 1943, zeigte den japanischen Militärstrategen die Bedeutung von schnellen Landungsschiffen auf und so begannen unverzüglich die Planungen für solch ein Schiff von ca. 900 t, das sowohl für die Marine als auch für das Heer gebaut werden sollte. Aufgrund der angespannten Kriegslage zu mehr Zusammenarbeit verdammt, bot die Marine einen Entwurf und die notwendige Werftkapazität an, während das Heer die Baustoffe vorhielt. Die Marine hatte bereits Informationen aus Deutschland über die Landung der Alliierten in Nordafrika erhalten, zu denen auch einige Fotos und Skizzen des LCT Mk.V Landungsschiffs gehörten. Im August 1943 vollendeten die japanischen Konstrukteure, nach eingehender Durchsicht der Unterlagen aus Deutschland, die Arbeiten an dem neuen Landungsschiff, das im Grunde ein vergrößertes LCT Mk.V war. Bereits im November 1943 wurde das erste Schiff auf Kiel gelegt. Die Marine ließ eine neuartige Antriebsturbine für die Nr.101-Klasse entwickeln, die jedoch für die ersten sechs Fahrzeuge zu spät kam, so dass diese mit normalen Dieselmotoren ausgerüstet wurden. Alle mit der neuen Turbine ausgerüsteten Einheiten erhielten die Bezeichnung Nr. 103-Klasse. Die fertiggestellten Einheiten wurden 50:50 unter der Marine und der Armee aufgeteilt. Unglücklicherweise kam die Armee nicht mit dem neuartigen Turbinenantrieb zurecht und gab schließlich 10 der 32 an sie abgelieferten Einheiten an die Marine ab. Im Januar 1945 führte der Ersatzteilmangel für die Turbinen dazu, dass einige Einheiten mit kohlebefeuerten Kesseln ausgerüstet werden mussten. Die überwiegende Anzahl der Marine-Einheiten wurde bei der Schlacht von Leyte eingesetzt, wo es den meisten Fahrzeugen gelang, ihre kostbare Fracht, Truppen und Fahrzeuge, abzusetzen. 18 Fahrzeuge gingen während dieser Einsätze verloren. Die Armee hat kaum Einsatzdaten ihrer Fahrzeuge überliefert. Es ist aber bekannt, dass 10 Einheiten im Norden von Luzon, Taiwan und Okinawa eingesetzt wurden. Nach Ende der Kampfhandlungen existierten noch 9 Fahrzeuge der Marine und 19 Schiffe der Armee. Wenigsten eines dieser Fahrzeuge wurde von der national-chinesischen Marine und ein weiteres von der Sowjet-Marine eingesetzt. Das chinesische Fahrzeug mit dem Namen Luishan (AP-308) wurde erst 1955 ausgemustert.

Technische Daten (Nr.101-Klasse):

Länge über alles: 80,5 m
Breite: 9,10 m
Tiefgang: 2,89 m
Verdrängung: 965 t
Antrieb: 3 x Dieselmotoren mit je 1200 Wellen-PS, 3 Propeller
Geschwindigkeit: 13,4 kn
Reichweite: 5600 km
Ladekapazität: 320 Mann mit voller Ausrüstung + max. 267 t Fracht oder 5 bis 13 Panzer ( je nach Gewicht )
Besatzung: 90 Bewaffnung: 1 x 7,62 cm Flak, 6 x 25 mm Flak, 6 Wasserbomben

Technische Daten (Nr.103-Klasse):

Länge über alles: 80,5 m
Breite: 9,10 m
Tiefgang: 2,94 m
Verdrängung: 884 t
Antrieb: 1 x Kampon Getriebeturbine mit 2500 Wellen-PS 2 x Kampon Wasserrohrkessel, 1 Propeller
Geschwindigkeit: 16 kn
Reichweite: 3800 km
Ladekapazität: 120 Mann mit voller Ausrüstung + max- 242 t Fracht, oder 5 bis 13 Panzer ( je nach Gewicht ), oder weitere 280 Mann mit Voller Ausrüstung
Besatzung: 100 Bewaffnung: 1 x 7,62 cm Flak, 16 x 25 mm Flak, 4 x 13 mm Flak 12 Wasserbomben

Quelle: Wikipedia, versch. Bücher

Der Bausatz

Der Bausatz präsentiert sich in der gewohnt guten Pit-Road Qualität, die wir mittlerweile schon erwarten, wenn ein neues Modell dieses Herstellers auf den Markt kommt.

Fein detaillierte Oberflächen und ebenso fein detaillierte Flak-Geschütze, Schlauchtrommeln, Davids etc. zeichnen diesen Modellbausatz aus. Auch der Innenbereich des Rampenbugs ist mit Spannten und Rippen strukturiert. In diesem Bereich befindet sich an beiden Seiten auch eine umlenkrollenartige Scheibe, die aber im Bauplan nicht mit eingezeichnet wurde. Daher glaube ich das es sich hierbei um eine erhabene Ausdrückermarke handelt, die aber mitten auf den Rippen sitzt und daher denkbar undankbar zu entfernen wäre. Vielleicht ignoriert man dieses "Ding" einfach und tut so als wäre es eine Umlenkrolle, bevor man beim Versuch, dieses "Detail" zu entfernen, die schönen Innenstruktur beschädigt.

Zum Lieferumfang des Bausatzes gehört auch ein Spritzrahmen mit Booten für Mannschaften, die auf dem Landungsschiff verlastet sind. Desweiteren beinhaltet der Spritzling ein kleineres Daihatsu-Landungsboot, das auch einen Jeep o.ä. transportieren konnte. Dieses kleine Landungsboot besteht immerhin aus 7 Bauteilen: Rumpf/Boden, 2 x Seitenwände mit Innenstruktur, Rampe, Heckwand und Ruder. Mehr kann wohl kaum erwarten.

Darüber hinaus beinhaltet der Spritzling verschiedene Panzertypen und einen zweiachsigen Pritschen-Lkw, vom Typ 97. Bei den Panzern handelt es sich um folgende Typen: den leichten Typ 95 Panzer "Ha-Go" (2 x), den mittleren Typ 97 Panzer "Chi-Ha" ( 2 x), den verbesserten, mittleren Type 97 Panzer "Shinhoto Chi-Ha" ( 2 x), den mittleren Typ 3 Panzer "Chi-Nu" ( 2 x), die Typ 1 7,5 cm Selbstfahrlafette "Ho-Ni" (2 x) , und den Typ 2 Amphibienpanzer "Ka-Mi" ( 2 x).

Die Qualität dieser Kleinstbausätze ist erstaunlich! Erstklassig detaillierte Kettenlaufwerke (mit z.T. durchhängenden Ketten !) zeichnen diese Modelle ebenso aus, wie Türme mit Kommandantenkuppeln und Einstiegsluken, Lüfterroste über den Motorräumen und separaten Schwimmkörpern für den Amphibienpanzer. Klasse!

Dieser Bausatz ist der "zweite Aufguss" dieses Produkts, was aber nicht negativ zu bewerten ist, denn Pit-Road hat diese Produktvariante mit einer sinnvollen Ätzplatine ausgestattet. Die Platine beinhaltet Bauteile zur Verfeinerung der Ankerwinde, des Brückenhauses, Lafetten für die Drillingsflak-Geschütze, Teile für die Bugklappe/Rampe, sowie noch einige Schotten, Kabel-/Schlauchtrommeln und eine Leiter. Sehr viel mehr kann man sich auch nicht wünschen. Mit diesen Teilen ist es problemlos möglich, aus einem ohnehin schon guten Modell, ein wahres Toppmodell zu machen und dafür sollte einem der etwas höhere Preis auch recht sein.

Der Decalbogen beinhaltet außer zweier Flaggen für das Landungsschiff noch verschiedenen Hoheitszeichen und "Armee-Sterne" für die Panzermodelle.

Ein farbig gedruckter Bauplan- bzw. Bemalplan für die Panzer und den Lkw rundet das Bild ab. Farbangaben zum Landungsschiff liefert die farbige Kartonrückseite.

Landungsboote und Fahrzeuge als Extra-Set

Pit-Road bietet den oben beschriebenen Spritzling mit den Booten und Panzern auch als Extra-Set an. Dieses Set beinhaltet diesen Spritzling gleich 2 x, so dass man damit problemlos einen gut gefüllten Kai oder einen sich füllenden Strand, darstellen kann.

Fazit

Ein erstklassiger Bausatz eines hoch interessanten Fahrzeuges. Einfach zusammen zu bauen und mehr als nur eine Einladung ein Landungs-Diorama zu gestallten: es ist ein Aufforderung! Das Modell ist

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Olaf Krabbenhöft