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Schlachtschiff Szent István (WSW, 1/700) von Norbert Thiel Drucken
Montag, 06. Juni 2011 um 07:00

Das Original

Das Schlachtschiff Szent István, benannt nach dem ungarischen Nationalheiligen Stephan war das modernste Schlachtschiff der k.u.k. Kriegsmarine. Sie gehörte neben Viribus Unitis, Prinz Eugen und Tegetthoff zur sogenannten Tegetthoff-Klasse. Am 17.Januar 1914 lief sie in der Danubius Fiume-Bergudi Werft vom Stapel und wurde am 17.November 1915 in Dienst gestellt. Wie die gesamte k.u.k. Flotte blieb auch die Einsatzgeschichte der Szent István in Folge der alliierten Blockade auf wenige kleinere Unternehmungen beschränkt. Tragischerweise sank das Schiff durch Torpedoangriff eines italienischen Schnellboots am 10.Juni 1918 bei dem Versuch die italienische Otrantosperre zu durchbrechen. Die Unternehmung wurde daraufhin abgebrochen, ca. 90 Mann der Besatzung kamen dabei ums Leben.

Technische Daten:

Länge: 152,18 m
Breite: 27,30 m
Tiefgang: 8,60 m (max.)
Verdrängung: 22500t (max.)
Geschwindigkeit: 20 kn
Reichweite: 4200 sm (bei 10 kn)

Bewaffnung:

12 x 30,5cm L/45 in Drillingstürmen
12 x 15 cm L/50
18 x 7 cm L/50 zur Torpedobootsabwehr
4 x 53,3 cm Torpedorohre (seitlich)

Besatzung: 38 Offiziere, 1056 Mann

Das Modell

Vor etwa zehn Jahren hatte ich ein Modell des Schwesterschiffes Viribus Unitis, ebenfalls herausgebracht von der Firma WSW, gebaut. Zu diesem Zeitpunkt galten WSW-Modelle noch als die Ultima Ratio im 1:700-Modellbereich. Bei heutiger Betrachtung stellt sich hier eine gewisse Ernüchterung ein, da viele Details doch etwas grob ausgeführt sind und trotz vieler filigraner Details am Vorbild keinerlei Ätzteile enthalten sind. Es war also bei Baubeginn klar, dass hier einige Kompromisse nötig sind und viele Details entweder mit Draht und Evergreen oder mit "ähnlichen" Ätzteilen darzustellen sind.

Mittlerweile sind zumindest alle Geschützrohre im NNT-Programm enthalten und so begann der Bau mit der Herstellung der schweren Artillerie und eine Darstellung der Plattformen auf den überhöhten Geschütztürmen mit Plastikplatten. Dabei wurden auch die Torpedobootsabwehrgeschütze mit Ätzteilen aus dem Radetzky-PE von NNT ersetzt. Aus diesem Satz können auch die Kranausleger sowie jede Menge Davits verwendet werden. Der vordere Aufbau und die Verstrebung der Plattform wurde mit Ätzteilen aus dem GMM-Satz für japanische Schlachtschiffe und viel Kupferdraht verfeinert, dies gilt in gleicher Weise für die Schutzeinrichtungen auf den beiden Schornsteinen, nur fanden hier abgeänderte Gitter aus dem GMM-Satz für britische Schlachtschiffe Verwendung. Dann galt es noch eine weitere Plattform am hinteren Mast zu ergänzen. Alle Reling-Teile wurden mit Samann-Ätzeilen angebracht. Fußpeerde (footrope) und Mastkörbe wurden aus Relingsteilen und Draht improvisiert.

Die Takelage besteht aus gedrehten Relingsteilen der Fa. Eduard und schwarzem (thank you, Jim) gezogenen Gussast.

Danach wurde das Schiff mit RLM-76 aus dem (fantastischen aber nicht mehr erhältlichen) Programm der Fa. Aeromaster gespritzt. Das Holzdeck wurde mit Humbrol 121 und alle oberen Plattformen sowie die Decken der schweren Geschütztürme wurden mit Humbrol 27 bemalt. Das Wasser (nach Michael Delf) besteht, wie immer bei meinen Modellen, aus Holspachtel, der mit einem Dentalspatel strukturiert und anschließend mit Revell- und Humbrolfarben bemalt wurde. Der Abschluss wird mit mehreren Lagen Glanzlack und Trockenmalen mit Mattweiss gestaltet.

Abschliessend möchte ich sagen, dass ich mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden bin und dass ich mir in meiner Begeisterung noch eine Viribus Unitis von WSW gekauft habe, da diese Schiffe für mich zu den interessantesten Modellen des ersten Weltkriegs gehören.

Norbert Thiel

(Fotografiert von Lars)