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Britisches Jagd-U-Boot HMS Astute (HobbyBoss, 1/350) von Eberhard Sinnwell Drucken
Sonntag, 13. November 2011 um 07:00

 

U-Boot-Spezialwoche

 

Das Original

Die HMS Astute (S119) ist das modernste und teuerste Atomunterseeboot der Royal Navy. Der Stückpreis liegt bei rund 4 Mrd Euro. Sie ist gleichzeitig das Typenschiff der gleichnamigen Klasse von sechs weiteren Einheiten. Die HMS Ambush (S120) ist für 2011 und die HMS Artful (S121) ist für 2012/2013 geplant. Die weiteren Atomunterseeboote sollen HMS Audacious (S122), HMS Agamemnon (S123), HMS Ajax (S124) und HMS Anson (S125) heißen.

Die HMS Astute hat in ihrer jungen Vergangenheit dreimal in die Schlagzeilen geschrieben. Selbst die auflagenstärkste deutsche Zeitung berichtete darüber:

Am 18 April 2009, während eines Werftaufenthaltes, fingen die Gummiplatten an der Kommandobrücke an zu brennen.

Am 22.10.2010, lief die HMS Astute während einer Erprobungsfahrt vor der Isle of Skye auf Grund. Der Rumpf wurde dabei nicht beschädigt, da es sich um eine Kiesbank gehandelt hatte. Dabei soll der Kapitän einen durch Bojen markierten Korridor verlassen haben. Allerdings kam es bei der Bergung während der nächsten Flut zu einer folgenschweren Kollision mit einem Schlepper, bei dem das vordere Tiefenruder auf der Steuerbordseite beschädigt wurde. Es wurde niemand verletzt.

Am 8 April 2011 schoss bei der Wachübergabe ein Gefreiter auf zwei Leutenants / Besatzungsmitglieder mit seiner Dienstpistole. Einer wurde dabei verletzt, ein weiterer starb. Dies ereignete sich im Hafen von Southampton, während sich lokale Würdenträger an Bord befanden. Die Hintergründe sind nicht bekannt.

Zeitliche Eckdaten:
Kiellegung 31 Januar 2001
Stapellauf 8 Juni 2007
Indienststellung 27 August 2011

Technische Daten:
Verdrängung getaucht 7400-7800t
Länge 97 m (318,2ft)
Breite 11,3 m (36,7ft)
Tiefgang max. 10m
Antrieb eine Rolls-Royce PWR2 Reaktor mit einer Betriebszeit von 25 Jahren
auf eine Welle mit Ringdüsenpropeller
Geschwindigkeit getaucht 29 kn offiziell, 32 kn inoffiziell
Tauchtiefe 300m normal
Besatzung 98-109 Mann; 12 Offiziere und 84 Mannschaften

Bewaffnung:
6 Torpedorohre Durchmesser 53,3cm für
- Spearfish Torpedos
- AGM-84 Harpoon Seezielflugkörper
- BGM-109 Towahak Marschflugkörper

Das Modell

Modell: HMS Astute (S119)
Hersteller: HobbyBoss
Maßstab: 1:350
Material: Polystyrol
Art. Nr.: 83509
Preis: ca. 13,99 €
Abmessungen: Länge 271mm, Breite 31,1mm

Der Bausatz besteht aus Ober und Unterrumpfschale; einem Spritzrahmen mit 25 Teilen in hellgrauer Farbe, einem Sockel, einer Platine mit 11 fotogeätzten Teilen, einem kleinen Bogen Decals, einem Bauplan und einer farbigen Anstrichspezifikation. Die Farbangaben sind für Mr. Hobby, Vallejo, Model Master, Tamiya und Humbrol angegeben.

Es besteht die Möglichkeit, die HMS Astute als Wasserlinienmodell zu bauen, da die Rumpfschalen horizontal getrennt sind. Meiner Meinung nach muss dazu die obere Rumpfhälfte abgeschliffen werden, oder im Rahmen eines Dioramas tiefer ins Wasser eingetaucht werden, da der Rumpf zu weit aus dem Wasser ragt. Weiterhin hat man die Möglichkeit, die TV- Periskope, Wärmebildkameras, Antennen, Schnorchel usw. ein.- oder ausgefahren darzustellen. Zudem kann man die Ruder eingeschlagen anbauen. Auch kann man die Antriebsschraube aus Kunststoff durch eine aus fotogeätzten Schraubenblätter ersetzen.

Der eigentliche Zusammenbau geht schnell von der Hand. Da ich mich für die Vollrumpf Variante entschieden hatte, musste ich die Klebenaht zwischen Ober.- und Unterrumpf sehr gut verschleifen und ein wenig spachteln, da diese prominent auf den Sensorfeldern liegt.

Für den Rumpf habe ich Revell 09 anthrazit gewählt, für die Laufwege auf der Rumpfoberseite die aufgehellte Grundfarbe. Die Sensorfelder wurden dunkelbraun lackiert. Die Schiffsschraube wurde mit Revell Gold lackiert. Nachdem die Farbe ausreichend Zeit zum Trocknen hatte, kam eine Schicht Future über alles. Darauf wurden dann die Decals aufgebracht und mit einer weiteren Schicht Future versiegelt. Es folgte das Anbringen der Kleinteile, wie Antennen, IR-Kamera usw. Ganz zum Schluss überzog ich alles mit Gunze matt.

Für den Sockel habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen. Angeregt durch einen Bericht in der Modell Fan Juni 2011 wollte ich den Sockel „rostig“ machen. Dazu habe ich mit dem Klingenmesser Scharten an die Kanten und der Oberfläche gemacht. Dann habe ich eine graue Paste (Instant Iron) ungleichmäßig auf die Oberfläche aufgebracht und trocknen lassen. In einem zweiten Durchgang habe ich den Effekt noch verstärkt. Ich vermute, dass sich in der Paste feine Eisenpartikel befinden, die nach dem Auftragen eines Oxidationsmittels (Instant Rust) sofort zu rosten beginnen. Das kann solange wiederholt werden, bis man mit dem Rosteffekt zufrieden ist.

Obwohl dieses Projekt mal für zwischendurch geplant war, hat es doch ein paar Stunden länger gedauert. Dafür hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Der Bausatz der HMS Vanguard liegt schon im Regal. Es handelt sich dabei um eine Atomunterseeboot mit ballistischen Raketen.

Weitere Informationen gibt es im Netz unter:

Die Fotos habe ich mit einer ganz einfachen digitalen Kompaktkamera gemacht.

Eberhard Sinnwell