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Japanischer Geleitträger Taiyo (1/700, Aoshima) von Eberhard Sinnwell Drucken
Dienstag, 22. Mai 2012 um 06:00

Das Original

Die IJN Taiyo wurde am 6 Januar 1940 als Passagierschiff Kasuga Maru auf Kiel gelegt. Sie wurde von der Marine beschlagnahmt und diente zuerst als Truppentransporter. Im Mai 1941 begann der Umbau zum Geleitträger, der bis September 1941 andauerte. Erst am 31 August 1942 wurde sie offiziell in Taiyo „Sonne“ umbenannt.

Die IJN Taiyo hatte zwei Schwesterschiffe, welche die selbe Metamorphose durchlaufen haben. Die Yawata Maru wurde zur IJN Unyo, „der Wolken ausreißender Falke“, und die Nitta Maru wurde zur IJN Chuyo, „hoch fliegender Falke“, umgebaut.

Zeitliche Eckdaten:

Kiellegung: 06. Januar 1940
Stapellauf: 19. September 1940
Indienststellung: 15. September 1941
Versenkt: 17 / 18. August 1944

Technische Daten:

Verdrängung: 19800 t vollbeladen
Länge: 180 m über alles
Breite: 22,5 m
Tiefgang: 8,0 m
Antriebsleistung: 25.000 PS auf zwei Wellen
Geschwindigkeit: 21 kn
Besatzung: ca. 750+

Bewaffnung:

8 x 25 mm Flugabwehrgeschütze
6 x 120 cm Flugabwehrgeschütze
Flugzeuge

Die IJN Taiyo hatte im Kriegsverlauf lange sehr viel Glück. Am 28 September 1942 wurde sie von einem Torpedo des amerikanischen U-Bootes USS Trout (SS-202) getroffen. Die Beschädigung am Heck war so gering, dass sie bei gedrosselter Fahrt den Hafen von Turk erreicht und dort notdürftig repariert wurde. Die eigentliche Reparatur fand in Kure statt. Am 9 April 1943 wurde sie ein zweites Mal mit Torpedos angegriffen. Der 4- fach Torpedofächer der USS Tunny (SS-282) führte zu keiner Beschädigung, da die Torpedos zwar alle trafen, aber nicht explodierten. Am 11 und 12 April befand sich die Taiyo in Rabaul, wo sie zweimal mit Bomben angegriffen wurde, die zu keiner Beschädigung führten. Am 6 August 1943 wurde sie ein drittes Mal mit Torpedos der USS Pike (SS-173) angegriffen. Es gab keinen Treffer, so dass die IJN Taiyo ihre Fahrt unbeschädigt fortsetzen konnte. Am 24 September 1943 erfolgte durch die USS Cabrilla (SS-288) der vierte Torpedoangriff. Von den sechs abgeschossenen Torpedos führte nur einer zu einem Treffer am Heck. Die Steuerbordschraube wurde so beschädigt, dass sie vom Geleitträger Unyo nach Yokouka geschleppt und anschließend repariert werden mußte.

Am 17 August 1944 erfolgte der fünfte und letzte Torpedoangriff durch die USS Rusher (SS-269). Von den beiden abgeschossenen Torpedos verfehlte einer die Taiyo, der zweite traf sie an der Steuerbordseite auf Höhe des Hecks. Ein Tank, der sich in diesem Bereich befand führte zu einer großen Explosion. Die dadurch verursachten Brände führten zu weiteren Explosionen. Nachdem ein großer Öltank zu einer heftigen Explosion führte, befahl Kapitän Sugino die sofortige Evakuierung. Allerdings sank die Taiyo so schnell, dass 750 Männer ertranken. Verschiedene Quellen sprechen von deutlich mehr Toten, da anscheinend 350- 400 Passagiere beförderte wurden. Jedenfalls überlebten 400 Menschen. Diese Quellen datieren den Untergang der Taiyo auf den 18 August 1944.

Das Modell

Modell: IJN Taiyo Geleitträger
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1:700
Material: Polystyrol
Art.Nr.: 201
Preis: ca. 20,- €
Zurüstteile: Masten für jap. Flugzeugträger von Lion Roar; Matrosen von Eduard

Der Bausatz von Aoshima besteht aus überschaubaren 50 Bauteilen. Dazu kommen jeweils zwei Grußrahmen mit Flugzeugen und Zubehörteilen wie Rettungsbooten usw., einer Metallplatte als Beschwerung, einem kleinen Decalbogen und einer DIN A4 Seite als Bauanleitung, in japanischer Sprache.

Da ich die IJN Taiyo auf einem Wasserdisplay darstellen wollte, habe ich die Metallplatte mit einer Bohrung versehen.

Auf die Metallplatte wurde eine Messingmutter mittels Sekundenkleber befestigt. Diese wiederum mit zwei Stahlmuttern gegen Losbrechen verstärkt. Dadurch wurde eine größere Klebefläche erzielt.

Unter die Bodenplatte habe ich noch zwei Kunststoffplatten a 1,5 mm geklebt. Ich bin der Meinung, wenn Wasserlinienmodelle auf einer modellierten Wasseroberfläche dargestellt werden, liegen sie zu tief im Wasser.

Nächster Schritt war das Aufbohren der ca. 180 Bullaugen mittels 0,4 mm Handbohrer. Die genaue Anzahl und deren Position konnte ich nicht überprüfen. Im Internet habe ich keine Detailaufnahmen gefunden. Die einzigen Fotos zeigen die Taiyo aus größerer Entfernung. Die vielen Bullaugen unterstreichen die ursprüngliche Verwendung als Passagierschiff und Truppentransporter.

Auf Grund der spärlichen Detaillierung habe ich zur Aufwertung Ätzteile verwendet. Zum einen die Brückenfenster, Leitern, Türen und für die Flugzeuge Propeller und Fahrwerke sowie Figuren. Die wasserdichten Türen habe ich in Ermangelung von Informationen dort angebracht, wo sie mir logisch erschienen.

Die Flakstände wurden durch einen massiven dreieckigen Sockel an der Bordwand abgestützt. Diese habe ich abgesägt und mittels Rundmaterial ersetzt.

An den Flakstellungen wurden noch Stau/Munitionskisten ergänzt.

Das Flugdeck wurde vor der Montage separat lackiert. Dazu wurden die Aufzüge grau lackiert und nach dem Durchtrocknen abgeklebt. Der Grundfarbton des Flugdecks ist „beige“. Die Holzstruktur wurde mit, Revell 16 „sand“ sowie Revell 382 „holzbraun“ realisiert, die mit einem Borstenpinsel aufgetragen wurden. Die Flugfeldmarkierungen und die Aufsetzfläche am Heck sind mit weiß lackiert. Für die roten Streifen habe ich einzelne Decalstreifen zugeschnitten..

Nach einer Versiegelung mit Mattlack habe ich das Flugdeck komplett abgeklebt. Nachdem Rumpf und Deck verbunden waren, wurde alles mit einem aufgehellten grau lackiert. Eine Schicht „Future“ ging dem Washing mit schwarzer Ölfarbe voran. Der nächste Schritt war das Anbringen aller fotogeätzten Teile, wie Reling, Fangnetze, Antennen, Treppen usw. Das weitere „Altern“ bestand in einem Trockenbürsten mit weißer und rostbrauner Farbe.

Die Flugzeuge des Bordgeschwaders habe ich mit einem aufgehellten hellgrau, die Motorhauben schwarz glänzend und die Cockpithauben mit einem hellblau gestrichen. Nach einer Schicht Glanzlack kamen die sehr guten Decals drauf. Ergänzt wurden die Flugzeuge mit geätzten Propellern und Fahrwerksklappen.

Das Display besteht aus einem Buchenholzbrett, dessen Kanten ich mit einem Konturfräser bearbeitet habe. Das Brett wurde mit mattschwarz aus der Sprühdose besprüht. Es folgte eine Schicht weiße Wandfarbe, die nach dem Durchtrocknen mit verschiedenen Blautönen gestrichen wurden. Die Wasseroberfläche habe ich mit glänzendem Acrygel hergestellt. Als Gag und als Hinweis, dass die IJN Taiyo mehrere Torpedoangriffe überstanden hatte, habe ich ein Torpedo und dessen Blasenbahn dargestellt.

Um dem Modell Leben einzuhauchen habe ich noch einige bemalte Matrosen von Eduard zwischen den Flugzeugen plaziert.

Die Fotos habe ich mit einer ganz einfachen Kompaktkamera gemacht.

Eberhard Sinnwell