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Schlachtschiff Bismarck (1/350, Academy) von Rainer Michalek Drucken
Montag, 21. Januar 2013 um 07:00

Zu dem Bau der Bismarck kam ich eigentlich aus einem Gefallen heraus. Ein Bekannter hatte meine Markgraf, Mikasa, HMS Prince of Wales und die USS Ticonderoga mit einem Grafikprogramm in Szene gesetzt. Dafür versprach ich Ihm die Bismarck für seine Marine-Ecke zu bauen. Nach und nach setzte ich mich mit dem Modell auseinander, da zwischendurch für die Modell-Fan noch einige große Projekte entstanden. Irgendwann ließ ich den Bau einschlafen und fing nach der Scharnhorst wieder damit an. Nun ist das Modell endlich soweit, um es im Internet zu präsentieren. Vom fotografischen Standpunkt habe ich wieder ein Schritt nach vorn gemacht. Es ist schon äußerst wichtig, den richtigen Winkel zum Modell zu finden, der im Zusammenspiel mit dem Hintergrund eine eindrucksvolle Szene darstellt.

Modell: Schlachtschiff Bismarck
Maßstab 1:350
Firma: Academy
Fotoätzteile: Eduard, WEM (White Ensign Models)
Geschützrohre: BMK Kleinserien
Literatur: Schlachtschiff Bismarck, das Original im Detail, und das Modell von Josef Kaiser

Der Zusammenbau

Wer sich eine Bismarck zulegen möchte sollte nicht die von Academy wählen, sondern die von Revell. Dieses Modell gleicht exakt dem von Tamiya und hat aus diesem Grunde keine Bullaugen und Lüfter bei den Kajütaufbauten. Diese müssen mit Fotoätzteilen nachgerüstet werden, was eine mühselige Arbeit ist, wenn man ein historisch korrektes Modell darstellen möchte. Bei dem Bau der Bismarck waren die beiden Werke von Josef Kaiser meine Weggefährten. Die Decks der Aufbauten sind auch aus Fotoätzteilen, die es in einem separaten Set zu kaufen gibt. Die Geschützrohre der Schweren Artillerie, Mittelartillerie und der Schweren Flak stammen aus der Edelschmiede von Burkhardt Masch (BMK). Es sind gedrehte Rohre, die man, wenn man möchte, in jeder Stellung darstellen kann. Da die Geschütztürme Bastbags aus Vallejo-Spachtel bekamen, sind die Geschützrohre nicht mehr verstellbar. Das ist auch völlig egal, da es nur zum Rumspielen verleitet, und dafür sind die Modelle nicht da. Mit der Spachtelmasse kann man sehr gut die Tücher formen, die das Eindringen von Spritzwasser in den Geschützturm verhindern sollen, da der Spachtel mit Wasser verdünnt werden und ein Schleifen von unschönen Ecken vermieden werden kann. Nach und nach wurden Türen, Leitern und viele andere Details beim Bau durch Ätzteile aus den Sets von Eduard und WEM ersetzt, da die im Bausatz entweder zu dick oder gar nicht vorhanden waren. So modellierte ich das Modell von Bug nach Achtern durch.

Farbliche Gestaltung

Unterwasserschiff: WEMCC US 14 Antifouling Red, Überwasserschiff: Revell 43 matt Mittelgrau, Decksaufbauten: WEMCC KM 01 Hellgrau 50, Wasserpaß: Revell 9 matt Anthrazit, Hauptdeck: WEMCC 01 Teak, Stahldecks: Revell 78 matt Panzergrau. Verkehrsboote: Außenwände Revell SM 374 Hellgrau. Bootsinnenwände: WEMCC 01 matt Teak, die Decks, Bänke und Dächer der Verkehrs und Ruderboote Revell SM 382 Holzfarben. Relings auf den Decks der motorisierten Verkehrsbooten werden aus dem Ätzteile-Set hinzugefügt. Bordflugzeuge: Revell 68 matt Dunkelgrün, Unterseite: WEMCC KM 09 Blaugrau hell.

Takelage

Die Takelage der Bismarck ist ein Kinderspiel, da ich beim Modell der IJN Nagato eine echte Herausforderung in Sachen Takelage zu bewältigen hatte. Aber hier mal ein paar Tipps zum Thema: Takeln mit dem Gussast. Am besten eignet sich der Gussast der alten Airfix Segelschiff-Bausätze dazu, da dieser recht dick und Schwarz ist. Nach dem erwärmen und ziehen auf die gewünschte Länge fixiert man das eine Ende wie in diesem Falle am Mast mit Sekunden-Kleber, dass andere Ende wird mit Revell-Kleber angeklebt. Der Revell- Kleber hat die Eigenschaft, dass er das Material anlöst. Somit können wir dann das überschüssige Material einfach abziehen, ohne es abzuschneiden. Man hat keine hässlichen Enden, was bei dem Abtrennen mit der Schere der Fall ist. Gespannt wird der Gussast mit dem Heißwachsgerät.

Die Wassergestaltung

Das Base bildete eine furnierte Spanplatte, die an den Kanten mit Umleimer versehen wurde. Darauf wurde eine 5 cm Styroporplatte geklebt. Anschließend musste zuerst der Umriss mit einem Stift angezeichnet werden. Das überschüssige Material wurde mittels Bastel-Messer entfernt. Bevor ich das Wasser mit Acryl-Strukturpaste von Rico modellieren konnte, musste das Styropor blau eingefärbt werden, was mit Tempera-Farben umgesetzt wurde. Es wurden Elfenbeinschwarz, Ultramarinblau, Titanweiss untereinander vermischt, so dass man eine aus unterschiedlichen Farbnuancen bestehende Wasseroberfläche erhält. Durch Modellieren einer Wasseroberfläche mit Acrylgel erhält man eine klar und glänzende Wasseroberfläche, was bei Silikon nicht der Fall ist. Man kann das Acrylgel mit einem Spachtel bei größeren Flächen und mit kleinen Spachteln aus dem Zahnarztbedarf im Rumpfbereich auftragen oder anarbeiten. Hat man mal etwas an den Schiffsrumpf bekommen, kann man es mit einem Pinsel und etwas Wasser wieder entfernen. Das Acrylgel ist nach sechs Stunden handfest und nach 24 Stunden durch getrocknet, je nach Dicke der Schicht. Um Wellen in Form zu bringen, wird Watte unter das Acrylgel gemischt. Nach dem Trocknen wird die Wasserfläche mit Schminke Titanweiß trockengemalt.

Fazit

Wenn man an den Bausatz keine großen Ansprüche stellt, ist er für den fortgeschrittenen Modellbauer zu empfehlen. Will man aber eine gesupertes Modell, mit Unmengen von Ätzteilen darstellen, sollte sich nur der erfahrene Modellbauer dieser Herausforderung aussetzen.

Rainer Michalek