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Karl Klaus Körner: Die Fregatten Maria Theresias Drucken
Sonntag, 21. April 2013 um 06:00

Titel

Titel: Die Fregatten Maria Theresias. Schiffbau in Porto Rè 1765-1770
Autor: Karl Klaus Körner
Verlag: Verlagsbuchhandlung Stöhr GmbHx
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3-901208-58-4
Umfang: 319 Seiten mit farbigen Fotos, Zeichnungen und Karten sowie herausnehmbare Planbeilage
Preis: 95,4 € (bei Collectio Navalis)

Inhalt

Karl Klaus Körner, der bereits eine Reihe von Segelkriegsschiffen der österreichischen Marine rekonstruiert und die Arbeiten in diversen Artikeln und dem Buch Das Erbe der Serenissima veröffentlicht hat, widmet sich hier einem gescheiterten Versuch, eine österreichische Marine aufzubauen: der Bau der Fregatten Aurora und Stella Mattutina in Porto Rè 1765-1770.

Diese beiden Fregatten ähnelten den englischen 24-Kanonenschiffen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, z.B. hatten sie auf dem Hauptdeck Riemen. Sie waren aber größer und mit 26 12-Pfündern bewaffnet. Dieser Versuch unter Kaiserin Maria Theresia eine österreichische Marine aufzubauen, scheiterte an den Kosten. Die beiden Fregatten wurden auf einer Werft in Porto Rè (heute Kraljevica in Kroatien) gebaut. Diese Werft stammte von einem früheren Versuch unter Kaiser Karl IV. 1729 eine Marine aufzubauen. Nach der Fertigstellung wurden die beiden Fregatten aber nicht in Dienst gestellt, sondern an die Marine der Toskana übergeben. Dort sollten sie als Boemia und Ungheria in Dienst gestellt werden und der Unterhalt sollte gemeinsam mit Österreich finanziert werden. Nach dem sich Österreich aus der Finanzierung zurück zog, wurden die Fregatten an Russland verkauft, wo sie als Bogemija und Ungarija bis 1790 bzw. 1784 in Dienst waren und 1796 abgewrackt wurden.

Das Buch gliedert sich in neun Teile: Die Werft in Porto Rè, Behörden und Verwaltung, Handel und Seewesen, Kein Frieden mit den Barbaresken, Personen und Ämter auf der Werft, Die neuen Kriegsschiffe, Was tun mit den Fregatten?, Was wurde aus...? und Rekonstruktion. D.h. der Autor widmet sich ausführlich dem historischen Hintergrund sowie der notwendigen Infrastruktur, bevor er sich der Rekonstruktion der beiden Fregatten zuwendet. Die Rekonstruktion gliedert sich in die verschiedenen Teile des Schiffs wie Rumpf, Decks, Ausrüstung und Takelage. Der Autor beschreibt genau, wie er mit Hilfe der vorhandenen Originalpläne das Aussehen der Schiffe nachvollzogen hat. Dabei geht er auf die Widersprüche und Unmöglichkeiten der Originalpläne ein sowie auf die noch bleibenden Unsicherheiten.

Das Buch ist reich bebildert. Neben Fotos, Karten und Zeichnungen der damaligen österreichischen Seestädte und der Werft in Porto Rè, sind natürlich auch die Originalpläne farbig abgedruckt (siehe Beispielseite oben links). Die Rekonstruktion selbst zeichnet sich durch zahlreiche farbige Zeichnungen aus. Gezeigt werden auch viele Details, u.a. der Takelage (siehe Beispielseite oben rechts). Neben diesen Zeichnungen innerhalb des Buchs, sind auch Pläne beigelegt. Diese sind herausnehmbar auf beidseitig auf fünf DIN A2-Seiten gedruckt (siehe unten). Die Pläne umfassen Rumpflinien, Spanten, Bug-, Heck- und Seitenansicht, Decksansichten, Längs- und Querschnitte, Pläne der Takelage, Beiboote und Kanonen. Der Maßstab ist ca. 1/113, Maßstabsbalken sind in Wiener Fuß angeben. Eine (zusätzliche) Angabe in Meter wäre für den Modellbauer praktisch gewesen. Der Anhang besteht aus  Personenverzeichnis, Liste der Ortsnamen (mit gegenwärtigen Entsprechungen), Erläuterung der Fachbegriffe, Anmerkungen, Quellenangaben für die Abbildungen und Literaturverzeichnis.

Der Text liest sich teilweise sehr amüsant, insbesondere wenn es um die Vorgänge innerhalb der staatlichen Verwaltung geht. Man muss automatisch an heutige Großprojekte wie den Bahnhof Stuttgart 21 und den Flughafen Berlin-Brandenburg denken.

Fazit

Dieses Buch sei jedem empfohlen, der sich für die Geschichte der österreichischen Marine interessiert oder der einfach gute Unterlagen für den Bau eines außergewöhnlichen Modells eines Schiffs aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sucht.

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Lars