Modellsuche

Suchen


Japanische U-Boote I-1 (Pit-Road), I-27 (AFV-Club) und I-365 (Aoshima, 1/350) von Max Hecker Drucken
Donnerstag, 12. Dezember 2013 um 06:00

Die Originale

Die japanische I-1 war das erste Boot der J-1-Klasse. Diese Klasse war aus den deutschen U-Kreuzern der U 142-Klasse aus dem Ersten Weltkrieg entwickelt worden. Als sogenannter Kreuzer-Typ waren diese U-Boote auf große Reichweite (24 000 sm bei 10 kn!) optimiert und sollten zur Aufklärung vor der amerikanischen Westküste eingesetzt werden.

I-1 war 97,5 m lang, 9,2 m breit und verdrängte 2135 t (über Wasser) bzw. 2791 t (unter Wasser). Der Antrieb war diesel-elektrisch. Über Wasser wurden 18 kn erreicht, unter Wasser 8 kn. Die Bewaffnung setzte sich aus sechs 53,3 cm-Torpedorohren sowie zwei 14 cm-Geschützen zusammen. Die Besatzung bestand aus 92 Mann. I-1 wurde von 1923-26 von Kawasaki in Kobe gebaut. Ihr erster Einsatz erfolgte im Japanisch-Chinesischen Krieg 1937. Im Zweiten Weltkrieg diente sie während des Angriffs auf Pearl Harbor der Aufklärung, unterstützte die Eroberung der niederländischen Kolonien (wobei sie den niederländischen Frachter Siantar versenkte) und war im Bereich der Aleuten im Einsatz. Als eines der älteren Boote, wurde sie im Herbst 1942 als eines der ersten U-Boote für Transportaufgaben umgebaut, wobei das achtere Decksgeschütz entfernt wurde, so dass stattdessen dort ein Landungsboot gelagert werden konnte. I-1 wurde danach zur Versorgung der Truppen auf Guadalcanal eingesetzt. Bei einer dieser Fahrten wurde sie am 29. Januar 1943 von den neuseeländischen Trawlern/Minensuchern Kiwi und Moa durch Wasserbomben, Geschützfeuer und Rammangriffe so schwer beschädigt, dass sie auf Grund gesetzt wurde. Es gab mehrere japanische Versuche das Wrack zu zerstören, 1972 wurde es durch eine Sprengung durch einen australischen Schrotthändler weiter beschädigt.

Auch das japanische U-Boot I-27 gehörte zu den Kreuzer-U-Booten, die für Aufklärungseinsätze und große Reichweite optimiert waren. Sie gehörte zur B1-Klasse, die aus der KD6-Klasse entwickelt worden war. Sie verfügte über einen Hangar für ein Bordflugzeug, der vorne am Turm angebracht war. I-27 war 108,7 m lang, 9,3 m breit und verdrängt 2589 t (aufgetaucht) und 3654 t (getaucht). Der Antrieb war diesel-elektrisch. Über Wasser war sie relativ schnell, 23,6 kn, unter Wasser waren es noch 8 kn. Die Bewaffnung bestand ursprünglich aus sechs 53,3 cm-Torpedorohren, einem 14 cm-Geschütz und zwei 2,5 cm-Flak. Dazu kam ein Bordflugzeug. Die Besatzung bestand aus 101 Mann. I-27 wurde von 1939-42 auf der Marinewerft Sasebo gebaut. Sie war am Angriff auf Sydney am 31. Mai 1942 beteiligt, genauer transportierte sie das Kleinst-U-Boot HA-14 vor die Hafeneinfahrt - HA-14 verfing sich aber in einer Netzsperre und wurde von der eigenen Besatzung gesprengt. Danach versenkte I-27 u.a. um Australien und insbesondere im Indischen Ozean die Frachter Iron Crown, Ocean Vintage, Fort Mumford, Berakit, Montanan, Dah Puh, Larchbank, Sambo, Athina Livanos, Nitsa und Khedive Ismail sowie den Tanker British Venture, beschädigte einige weitere Schiffe und traf andere mit Torpedos, die nicht explodierten. Nach der Versenkung der Khedive Ismail (auf der sich 1511 Menschen befanden, von denen 1279 starben) am 12. Februar 1944 aus einem größeren Konvoi heraus, wurde sie von den geleitenden Zerstörern Paladin und Petard detektiert und durch Wasserbombentreffer zum Auftauchen gezwungen. Das aufgetauchte U-Boot wurde durch einen Rammstoss der Paladin und einen Torpedotreffer von Petard versenkt. Eventuell gab es von der Besatzung der I-27 einen Überlebenden.

I-365 waren eines der Transport-U-Boote der D1-Klasse, einer Klasse, die wie Deutschland aus dem Ersten Weltkrieg, als Frachter entworfen worden war. I-365 war 73,5 m lang, 8,9 m breit und verdrängte 1779 t (über Wasser) bzw. 2215 t (getaucht). Der Antrieb war diesel-elektrisch, womit über Wasser 13 kn und unter Wasser 6,5 kn erreicht wurden. I-365 hatte keine Torpedorohre, sondern nur ein 14 cm-Geschütz sowie zwei 2,5 cm-Flak. Die Besatzung bestand aus 60 Mann. I-365 wurde von 1943-44 von der Marinewerft Yokosuka gebaut. Sie wurde am 29. November 1944 bei Yokosuka auf ihrer zweiten Transportfahrt von dem amerikanischen U-Boot Scabbardfish mit einem Torpedo versenkt. Es gab nur einen Überlebenden (vier weitere Besatzungsmitglieder verweigerten die Rettung).

Die Modelle

Das Modell der I-1 wurde aus einem (nicht mehr erhältlichen?) Resin-Bausatz von Pit-Road gebaut, während die beiden anderen Modelle aus Spritzgussbausätzen von AFV-Club (I-27) bzw. Aoshima (I-365) hergestellt wurden.

Quellen

Max Hecker

Text über Originale von Lars