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Schornsteine aus Messingrohr (1:700) Drucken
Donnerstag, 23. Januar 2014 um 06:00

links Originalteil, rechts Neubau

Einige Resinschiffsmodellbausätze haben schlecht gegossene Kleinteile, unter anderem die Schornsteine mit ihren Umlaufgriffen. Bei meinem Modell der Arcona waren die Fußläufe am Schornstein teilweise nicht vorhanden und die Dampfrohre angegossen. Außerdem störte mich, dass der Schornstein ohne Öffnung gegossen war. Da es sich um einen ovalen Schornstein handelt, war ein Aufbohren auch sehr schwierig.

Also beschloss ich, den Schornstein aus einem Messingrohr komplett neu herzustellen. Im Vergleich zum Originalschornstein schien ein 4 mm Messingrohr zu passen. Mit einer Lehre von Fohrmann wurde das Rohr auf die ungefähre Länge des Originals gekürzt (lieber etwas länger als zu kurz).

Dann habe ich das Rohr vorsichtig mit einem Minischraubstock etwas flach gedrückt. Die Lehre und den Schraubstock habe ich auf einer Messe gekauft. Die Lehre ist relativ teuer (ca. 50 Euro), aber sie hat mir schon viele gute Dienste geleistet. Der Schraubstock hat, glaube ich, nicht mehr als 5 oder 10 Euro gekostet. Die Lehre ist für das Kürzen nicht unbedingt erforderlich, da der Schnitt nicht 90 Grad haben muss.

Der Schornstein muss nun etwas abgeschrägt werden. Den genauen Winkel dazu entnahm ich der Seitenansicht des Schiffs vom Bauplan. Für das Abschrägen habe ich mir eine einfache Lehre gebaut. Die Zeichnung mit dem genauen Winkel habe ich auf ein dünnes Holzbrett und darauf, im angezeichneten Winkel, eine dünne Holzleiste geklebt. Mit einer Feile wurde der Schornstein auf die erforderliche Länge und im richtigen Winkel gefeilt.

Den Schornsteinrand beschloss ich aus 2 mm Kupferdraht nachzubilden. Kupferdraht lässt sich leichter biegen als Messingdraht. Den Draht habe ich in mehreren Schlaufen um den abgeflachten Schornstein gewickelt und anschließend die einzelnen Ösen zusammengebogen. Um diese Ösen exakt auf den Schornsteinrand zu löten, baute ich aus zwei Holzleisten und einem Streifen Balsaholz wieder eine Lehre. Um die genaue Höhe zu justieren, können die beiden Balsaleisten mit Pappe und Papier unterfüttert werden. Aus dem Balsaholzstreifen ließen sich leicht die passenden Löcher für die Schornsteine bohren.

Damit die Oberfläche des Balsaholzes beim Löten nicht gleich verbrennt, habe ich um die Löcher herum ein wenig Spachtelmasse aufgetragen. Mit ein wenig Lötfett ließ sich nun die Öse recht leicht an das Schornsteinrohr anlöten. Hierzu verwendete ich auch eine Pinzette, mit der ich den Draht von einer Seite fest an das Messingrohr drückte. Anschließend kann man den Schornsteinrand mit einer kleinen Feile versäubern.

Die Fußleisten am Schornstein habe ich nach gescheiterten Versuchen mit 0,2 mm Draht und Fotoätzteilen nun aus Litzendraht gebogen. Dabei habe ich die Litze um den Schornstein gewickelt und an den Enden verzwirbelt und verlötet. Hundertprozentig bin ich damit noch nicht zufrieden. In der Makroaufnahme wirkt es etwas unsauber, besonders an den „verzwirbelten“ Enden. Bei normaler Betrachtung kann ich damit leben. Die „Knubbel“ am verlöteten Ende werden später mit dem Dampfrohr ein wenig kaschiert.

Zur Montage der Schornsteine habe ich ein Polystorolstäbchen in den Schornstein gedrückt und mit einem Stück Messingdraht als „Anker“ versehen.

Das Modell der Arcona ist noch nicht fertig. Einige Details, unter anderem die Dampfrohre am Schornstein, fehlen noch. 

Ingo Renk