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Sikorsky UH-34D Seahorse (1/48, Gallery Models) von Franz Spreitzhofer Drucken
Freitag, 04. April 2014 um 06:00

Das Original

Die UH-34 Seahore wurde ursprünglich von Sikorsky als U-Jagd-Hubschrauber entwickelt. Die Firmen-interne Bezeichnung ist S-58. Die Maschine wurde aus der S-55 entwickelt und hat wie diese einen Sternmotor als Antrieb im Bug und ein hoch darüber angeordnetes Cockpit. Durch den stärkeren Antrieb war eine erhöhte Zuladung möglich und der Rumpf fiel entsprechend größer aus. Statt eines Vierbeinfahrwerks, wie bei der S-55, erhielt die S-58 ein Dreibeinfahrwerk. Ab 1954 flog die Maschine als HSS-1 (später SH-34) Seabat als U-Jagd-Hubschrauber und als HUS-1 (später UH-34) Seahorse als Transporthubschrauber. Letztere wurde auch vom US Marine Corps verwendet.

Dazu flog die Maschine als H-34 Choctaw für die US Army und wurde in Frankreich bei Sud-Aviation und in Großbritannien bei Westland (als Wessex) in Lizenz gebaut. Die Maschine wurde in zahlreichen Ländern sowohl zivil und militärisch verwendet, sie flog u.a. für die argentinische, australische, belgische, brasilianische, britische, chilenische, deutsche, französische, italienische, japanische, niederländische und uruguayische Marine. Kampfeinsätze flogen S-58 Varianten u.a. im Vietnam-Krieg und im Sechstagekrieg.

Das Modell

Hier mein neuestes Werk, die USMC Variante des H-34 von Gallery Models (siehe auch die Besprechung H-34 US Navy Rescue-Variante des Bausatzes). Größtenteils ein toller Bausatz, der natürlich um einiges besser ist als der alte Revell Bausatz. Dafür hat Revell die Cockpit-Schiebefenster richtig hinbekommen - bei diesem Bausatz hier sind sie dagegen eines der wenigen Mankos. Die Klarsichtteile stellen nur die Glasteile der Fenster dar und sind zu sehr gewölbt. Wer sie in korrekter Form offen darstellen will, muss entweder die Rahmen von der restlichen Cockpithaube ausschneiden oder seine Scratchbuild-Talente spielen lassen. Außerdem fehlen auch die Schienen für die Fenster. Darum habe ich die Fenster geschlossen gelassen. Ein weiteres Manko sind die Markierungsvarianten, zumindest 2 der 3 Varianten sind in irgendeiner Form falsch, daher habe ich mich für einen der von Cartograf gedruckten Decalbögen von Caracal entschieden.

Fast sämtliches Antennenzeugs an der Unterseite habe ich ergänzt, die Verspannungen mit EZ Line. Im Bausatz enthalten ist der Lasthaken, jedoch wird in der Bauanleitung nicht darauf eingegangen. Ich habe mich entschieden, dies dann auch noch als Detail hinzuzufügen. Leider habe ich keine wirklich guten Nahaufnahmen von H-34 Unterseiten gefunden und viele USMC Maschinen waren leicht unterschiedlich konfiguriert. So kam etwas Eigeninterpretation hinzu, ich denke es ist halbwegs gelungen. Die beiden Griffe an der Motorhaubennase habe ich ebenfalls ergänzt. Die zusätzliche Panzerplatte an der Nasenunterseite ist zwar beim Bausatz als PE-Teil dabei, hat aber eine etwas andere Form als auf den meisten Originalfotos zu sehen ist, daher habe ich sie aus Plastik Sheet gebastelt. Für die Antenne beim Heckrotor verwendete ich ein Plastikstäbchen. Bemalt wurde das Ganze mit Gunze H340 Field Green. Das Modell stellt eine Maschine der HMM-163 "Angry Eyes" in Vietnam 1966 dar.

Alles in Allem trotz der paar Schwächen ein guter Bausatz mit toller Passgenauigkeit.

Franz Spreitzhofer