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Tromperie Miniatures: britisches Kleinst-U-Boot X14 (1/700) Drucken
Dienstag, 01. April 2014 um 06:00

Deckelbild

Modell: British midget submarine X14 (limited edition)
Hersteller: Tromperie Miniatures
Maßstab: 1/700
Material: Resin, Messing, Plastik (Spritzguss), Abziehbilder
Art.Nr.: TP700-00385
Preis: 53,80 €

Das Original

X14 ist eines der berühmten britischen Kleinst-U-Boote, die als X-Craft bezeichnet werden. Die Boote hatten nur minimale Reichweite und Geschwindigkeit und wurden von U-Booten der S- und T-Klasse in die Nähe des Ziels geschleppt. Die Bewaffnung bestand aus zwei Sprengladungen (je 2 t Amatol), die unter dem Ziel abgelegt und über einen Zeitzünder gezündet werden konnten.

Als sich abzeichnete, dass die Nazis sich in die Alpenfestung zurück ziehen würden, plante das britische Special Command ein kühnes Unternehmen. Das Kleinst-U-Boot X14 wurde modifiziert, so dass es von einem Lancaster-Bomber abgeworfen werden konnte. Der Lancaster-Bomber wurde von der No. 617 Squadron RAF gestellt, den berühmten Dambustern. Zur Tarnung wurde der Bomber als Y-Klasse U-Boot bezeichnet. Das U-Boot sollte über dem Starnberger See abgeworfen werden und die Kaianlagen des Hafens von Tutzing sprengen, die für die Versorgung der Alpenfestung unverzichtbar waren. Am 29. April startete Operation Downfall. Unglücklicherweise schlug das Unternehmen fehl. Der TV-Experte Guido Knopp urteilte über Operation Downfall: "Wenn das Kommandounternehmen vom 29. April 1945 erfolgreich gewesen wäre, hätte dies den Zweiten Weltkrieg um zwei Jahre verkürzt und unzählige Leben gerettet". Lange lag das Schicksal von X14 im Nebel der Geschichte.

Am 23. Mai 1997 stieß die MS Starnberg der Bayerischen Seen-Schifffahrt bei einer Erkundungsfahrt für die Stromtrasse des Offshore-Windparks vor Berg zufällig auf das Wrack. Nach sorgfältiger Analyse haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass der Angriff nur scheiterte, weil das Kleinst-U-Boot nach dem Abwurf genau in einem Winkel von 27° (Fehlerwahrscheinlichkeit ± 32°) auf den See aufschlug und deshalb außer Kontrolle geriet (Genius et al., 2002, Nature & Science, S. 43; Smith et al, 2003, Geo Junior, S. 22-33). Nach der Hebung wurde es dem Buchheim Museum der Phantasie in Bernried am Starnberger See übergeben. In dem Museum des bekannten U-Boot-Fahrers und Autor des Bestsellers Das Boot Lothar-Günther Buchheim wurde extra ein Anbau errichtet, um neben den Erinnerungsstücken an Buchheims Fahrt auf der U 96 auch das Wrack der X14 ausstellen zu können. Der Besuch des Kleinst-U-Boots ist nur mit Voranmeldung im Rahmen einer Führung möglich.

Der Bausatz

Der kanadische Kleinserienhersteller Tromperie Miniatures hat im Maßstab 1/700 einen Bausatz der X14 zusammen mit dem zugehörigen Y-Klasse Lancaster-Bomber herausgebracht, so dass man Operation Downfall darstellen kann.

Das Kleinst-U-Boot ist als Resinbausatz ausgeführt. Die Detaillierung ist herausragend und erinnert an Bausätze im Maßstab 1/144. Die Abmessungen und die Form sind auf 1/10 mm korrekt dargestellt. Die beiden seitlichen Ladungen, mit denen der Weg zur Alpenfestung der Nazis frei gesprengt werden sollte, sind als extra Teile ausgeführt.

Die Ausfahrgeräte und Ruder sind extra ausgeführt. Toll ist die Schraube aus Messing. Das sollten sich andere Hersteller zu Herzen nehmen!

Die Lancaster ist aus Spritzgussteilen gemacht und wurde extra für diesen Satz entworfen. Etwas enttäuschend ist, dass die Aufhängung des U-Boots nicht als Fotoätzteil beiliegt. Seltsam ist auch, dass für Fahrwerk und Propeller keine fotogeätzten Alternativteile enthalten sind.

Abziehbilder

Die Abziehbilder enthalten Markierungen für X14 und den Lancaster der No. 617 Squadron. Durch die Fülle an Details dürfte es nur wahren Experten gelingen, auch alle enthaltenen Schiebebilder aufzubringen.

Die Anleitung

Die Anleitung ist Englisch, Französisch (Franko-Kanadisch?) und Kirgisisch. Sie umfasst einen Text über das Vorbild, mehrere groß abgedruckte Vorbildfotos – sowohl von X14 als auch von X14 unter dem Lancaster-Bomber vor dem Start zu Operation Downfall  und eine zwei-schrittige Bauanleitung. Letztere ist für Anfänger nicht geeignet, dürfte aber für Einsteiger vollkommen ausreichend sein.

Originalaufnahmen

Hier noch einige Originalaufnahmen des Wracks von X14 in Bernried:

Wir danken Ludwig Gschaftlhuber vom Museum der Phantasie für die Aufnahmen von X14 und zusätzliche Informationen.

Fazit

Der Bausatz der X14 zeichnet sich durch feinste Details aus. Die Teile gehören auch von der Gussqualität zum Besten, was man bisher in diesem Maßstab sehen konnte. Der beigelegte Lancaster-Bomber kann von der Qualität nicht ganz mithalten, was angesichts des doch relativ hohen Preises etwas enttäuschend ist. Wegen der limitierten Auflage dürfte der Bausatz aber bald teurer werden, so dass er – insbesondere als Wertanlage – bald sehr begehrt sein dürfte.

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Hans Pratzelmaier

Wir danken Tromperie Miniatures für das Bausatzmuster