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Zerstörer USS Waldron (1/700, Pit-Road) von Michael Delf Drucken
Freitag, 20. März 2015 um 06:00

 

19.03.1945 - 70 Jahre schwere Beschädigung der USS Franklin

 

Zu den Gründen, warum die US Navy im März 1945, also vor 70 Jahren (siehe Jahrestage auf Modellmarine), schwer beschädigte Schiffe, wie den Flugzeugträger Franklin, erfolgreich bergen konnte, zählte die große Zahl an verfügbaren Schiffen. Für die Sicherung der beschädigten Franklin konnte ein Verband zusammengestellt werden, der der Sicherung eines Trägerverbands von 1942 entsprach: die Task Unit 58.2.9 - bestehend aus den "Großen Kreuzern" Alaska und Guam, dem Schweren Kreuzer Pittsburgh, dem Leichten Kreuzer Santa Fe und zehn Zerstörern. Einer der beteiligten Zerstörer war die USS Waldron (DD-699) der Allen M. Sumner-Klasse.

Das Original

Die Zerstörer der Allen M. Sumner-Klasse stellten eine signifikante Verbesserung der vorangegangenen Fletcher-Klasse dar. Bei gleicher Länge und etwas größerer Breite und Tiefgang hatten sie eine deutlich verstärkte leichte Flak sowie eine verstärkte Hauptgeschützbewaffnung. Statt der fünf 12,7 cm- Einzeltürme der Vorgängerklasse erhielt die Allen M. Sumner-Klasse drei 12,7 cm-Zwillingstürme, was Platz für die Verstärkung der leichten Flak schuf. Weitere Verbesserungen waren Zwillingsruder, was die Manövrierfähigkeit steigerte. Von der Klasse wurden 58 Schiffe gebaut. Es folgte die ähnliche, aber um 4,3 m verlängerte Gearing-Klasse. Abgesehen von fünf im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schiffen waren viele der Schiffe lange in Dienst. Bei der US Navy dienten sie mehrfach modernisiert bis in die 1970er, danach fuhren sie weiter für die argentinische, brasilianische, chilenische, griechische, iranische (persische), kolumbianische, südkoreanische, taiwanesische, türkische und venezolanische Marine.

Die Waldron war 114,8 m lang, 12,2 m breit und verdrängte 3218 ts. Der Antrieb bestand aus vier Kesseln und zwei Dampfturbinen und leistete 60 000 PS, womit 34 kn erreicht wurden. Die Besatzung setzte sich aus 336 Mann zusammen.

Bewaffnung
6 x 12,7 cm L/38 Mk 38 (drei Zwillingstürme)
12 x 4 cm Bofors Flak (drei Vierlingslafetten)
11 x 2 cm Oerlikon Flak
10 x 53,3 cm-Torpedorohre (zwei Fünflinge)
6 Wasserbombenwerfer

Die Waldron wurde 1943-44 von Federal Shipbuilding in Kearny gebaut. Nach einer Trainingsphase im Atlantik wurde sie in den Pazifik verlegt und wurde im Dezember 1944 dem schnellen Trägerkampfverband TF38/58 zugeteilt. Bei ihren ersten Einsätzen im Januar und Februar 1945 geleitete sie die Träger bei Angriffen auf Luzon, Formosa, Indochina und Okinawa. Im Februar war sie auch an den ersten Trägerangriffen auf Japan selbst seit dem Doolittle Raid, der Operation Jamboree, beteiligt. Während dieser Operation traf sie auf ein japanisches Patrouillenboot, das einen der Zerstörer, die USS Dortch, beschädigte und drei Mann dessen Besatzung tötete, bevor es von der Waldron gerammt und in zwei Teile geschnitten wurde. Die dabei entstandenen Schäden wurden innerhalb einer Woche in Saipan repariert und die Waldron wurde danach der TF 51 zugeteilt. Mit dieser Einheit diente sie der Feuerunterstützung während der Schlacht um Iwo Jima.

Ende Februar 1945 wurde sie wieder den Trägerstreitkräften zugeteilt und fuhr mit diesen Angriffe auf Okinawa und Japan. Beim Angriff auf Japan wurde am 19. März der Träger Franklin schwer beschädigt und Waldron wurde zu ihrer Sicherung abgeordnet. Während dieses Einsatzes gelang es ihr einen japanischen Judy Sturzkampfbomber abzuschießen. Ende März war sie wieder bei den Trägern und war an der Schlacht von Okiniwa beteiligt, sowohl als Geleit der Träger als auch mit Landzielbeschuss. Dabei gelang ihr am 14. Mai ein weiterer Flugzeugabschuss. Nach einer Überholung im Juni war sie im Juli 1945 an weiteren Angriffen auf Japan selbst beteiligt.

Nach dem Krieg diente Waldron bei der Atlantikflotte. Kaum dass sie 1950 außer Dienst gestellt worden war, wurde sie wegen des Koreakriegs vier Monate später schon wieder reaktiviert. Nach Dienst im Atlantik und Mittelmeer wurde sie nach Ende des Koreakriegs doch noch in den Pazifik geschickt, kehrte aber nach kurzer Zeit wieder zur Atlantikflotte zurück. 1962 wurde die FRAM-Modernisierung begonnen, bei der insbesondere ihre U-Jagd-Fähigkeiten verbessert wurden. Die Torpedorohre und die leichte Flak wurden entfernt Sie erhielt einen Hangar und ein Deck für zwei QH-50D DASH-Drohnen sowie zwei 32,4 cm-Drillingstorpedorohre, zwei Hedgehog-U-Jagdraketenwerfer, neue Sonar- und Radargeräte. So aufgerüstet wurde Waldron nach weiterer Dienstzeit im Atlantik 1967 in den Vietnam-Krieg geschickt. Sie wurde wiederholt zum Landzielbeschuss eingesetzt. 1968 wurde sie wieder in den Atlantik verlegt. 1973 wurde sie außer Dienst gestellt und an die kolumbinanische Marine verkauft, in der sie bis 1986 als ARC Santander (DD-3) diente. Anschließend wurde sie verschrottet.

Waldron erhielt vier Battle Stars für Einsätze im Zweiten Weltkrieg und einen für einen Einsatz im Vietnamkrieg.

Das Modell

Das Modell ist aus dem alten Bausatz von Pit-Road/Skywave gebaut. Ich habe die Rumpfform am Bug dünner geschliffen und das Glattdeck und die Rumpfseiten mit Plastikcard korrigiert. Die 12,7 cm-Zwillingstürme und Rohre sind von Lion Roar, während die 40 mm-Bofors (Zwillinge und Vierlinge) von Fine-Molds sind. Sonst habe ich verschiedene Ätzteile aus meiner Ätzteilgrabbelkiste verwendet - was eben passte!

Michael Delf

(Text über Original von Lars)