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Zerstörer USS Fletcher (1/350, Tamiya) von Ulf Lundberg Drucken
Donnerstag, 30. April 2015 um 05:00

Das Original

Die Fletcher-Klasse ist mit ihren 175 gebauten Schiffen die größte Zerstörerklasse der Geschichte. Sie gilt auch als eine sehr gelungene Klasse und die Schiffe waren bei ihren Besatzungen beliebt. 1939, als die Klasse konstruiert wurde, waren die Washingtoner- und Londonerabkommen außer Kraft gesetzt und deswegen konnten die Schiffe deutlich größer als ihre Vorläufer konstruiert werden.

Die Schiffe der vorherigen Sims-Klasse waren toplastig und mussten mit Bleiballast versehen werden, um ihre Stabilität zu verbessern. Deswegen wurden die Fletcher Zerstörer einen Meter breiter gebaut, was sich als sehr vorteilhaft erwies, weil die Schiffe während des Krieges mit immer mehr Bordflak, Wasserbomben, Radar und Ähnlichem ausgerüstet wurden.

Um einen stärkeren Rumpf zu erhalten, wurden sie als "Flushdecker" (Glattdecker) gebaut, was zu ziemlich beengten Lebensbedingungen für die Besatzung führte. Bei Seegang wurden sie auch ziemlich "nass" und deswegen wurden sie normalerweise in den Pazifik verlegt, weil er ruhiger als der Atlantik ist.

USS Nicholas, das erste Schiff der Klasse, lief am 12. Februar 1942 vom Stapel und wurde am 4. Juni in Dienst gestellt. Während des Krieges wurden die Fletchers stetig umgerüstet und umgebaut und mit immer mehr Bordflak, Radar und Wasserbomben versehen. Um auf die Bedrohung von Kamikazefliegern zu reagieren, wurden auf vielen Schiffen eine Fünfergruppe Torpedorohre von Bord genommen und durch zwei 40 mm Doppellafetten ersetzt.

Neunzehn Fletcher Zerstörer gingen während des Zweiten Weltkrieges verloren und nach dem Krieg wurde der Rest außer Dienst gestellt. Viele von ihnen wurden während des Koreakrieges wieder in Dienst gestellt und 52 wurden an andere Ländern verkauft, davon sechs an Westdeutschland. Die BAM Cuitlahuac, aus der mexikanischen Flotte, ex USS John Rodgers, wurde erst 2002, nach 60 Jahren Dienstzeit, ausgemustert.

Die Fletcher-Klasse fungierte als Konstruktionsvorlage für die späteren Sumner- und Gearing-Klassen.

Vier Fletcher Zerstörer sind als Museumsschiffe bewahrt:

  • Die USS The Sullivans in Buffalo, New York.
  • Die USS Kidd in Baton Rouge, Louisiana
  • Die AT Velos, ex USS Charette in Palaio Faliro, Griechenland
  • Die USS Cassin Young in Boston (siehe Bild unten):

Die USS Fletcher lief am 3. Mai 1942 vom Stapel und wurde am 30. Juni in Dienst gestellt. Sie bekam bei den Schlachten bei Guadalcanal ihre Feuertaufe und nahm danach an eine Reihe von berühmten Operationen im Pazifik teil.

1947 wurde sie außer Dienst gestellt, wurde dann umgebaut, wieder in Dienst gestellt, zu "Destroyer Escort" umklassifiziert und nahm am Koreakrieg teil. Am 1. August 1969 wurde sie zum letzten Mal außer Dienst gestellt und am 22. Februar 1972 wurde sie verkauft, um verschrottet zu werden.

Das Modell

Tamiyas Bausatz ist zwar alt, aber er ist trotzdem immer noch ein guter Bausatz, der für Anfänger empfohlen werden kann. Die Passgenauigkeit der Teile entspricht dem, was man von Tamiya erwartet. Der Rumpf ist in einem Teil gegossen, was ich immer mag und der Bau verlief ohne Probleme.

Da der Mast zu grob war, baute ich einen eigenen aus Stahldraht und Kupferrohren. Das ganze Modell wurde mit einem Satz fotogeätzter Teile von Gold Medal Models detailliert. Der Satz ist sehr gut und dabei sind auch die Teile, die man braucht, um spätere Versionen des Schiffes zu bauen.

Zum ersten Mal probierte ich das Modell mit "Chaos Black" von Citadell/Warhammer zu grundieren. Die Farbe haftet sehr gut auf Plastik und Metall und bietet eine gute Oberfläche für die weitere Bemalung.

Traditionell grundiert man mit einer hellen Farbe und arbeitet dann Schritt für Schritt weiter mit immer dunkleren Farben. Hier machte ich es umgekehrt. Ich fing mit Schwarz an und machte dann mit immer helleren Farben weiter. Nachdem ich das probiert hatte, bin ich nie zur traditionellen Methode zurückgegangen. Es war eine tolle kleine Herausforderung, das "Measure 12" Tarnschema abzudecken und zu malen.

Das Modell wurde in Januar 2009 fertig gestellt.

Ulf Lundberg