Modellsuche

Suchen


James Bender: Dutch Warships in the Age of Sail 1600-1714 Drucken
Sonntag, 17. Mai 2015 um 05:00

Titel

Titel: Dutch Warships in the Age of Sail 1600-1714
Autor: James Bender
Verlag: Seaforth Publishing
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978 1 84832 157 1
Umfang: 328 Seiten mit zahlreichen schwarz-weißen Zeichnungen und einigen Karten
Preis: ca. 80 €

Inhalt

Dieses Buch widmet sich den Schiffen der niederländischen Seemacht während ihrer Blütezeit im 17. Jahrhundert. Eine solche Übersicht ist sehr willkommen. Der Verlag hat außerdem den Titel des Buchs so gewählt, dass er an die Bücher von Rif Winfield über die britischen Schiffe der Segelschiffsära erinnert. Das weckt hohe Erwartungen.

Leider erfüllt das Buch meiner Meinung nach diese Erwartungen nicht. Das Buch beginnt zwar mit einer guten Einleitung, die von J.D. Davies, dem Autor von Pepys's Navy. Ships, Men & Warfare, 1649-1689, geschrieben wurde. Diese behandelt die Entstehung und Geschichte der Niederlande, ihr politisches System, die Entwicklung der niederländischen Marine und ihrer Organisation (die in verschiedene Admiralitäten zersplittert war!), die verschiedenen Schiffstypen und den Schiffsbau sowie die Seekriege gegen England und später Frankreich. Darauf folgen Listen der niederländischen Schiffe in den verschiedenen Seeschlachten und Operationen im behandelten Zeitraum.

Der eigentliche Hauptteil des Buches ist die Beschreibung aller damaligen niederländischen Schiffe. Sie ist nach Epochen und Admiralitäten sortiert. Letzteres macht Sinn, da die Admiralitäten eigene Bauprogramme hatten. Meiner Meinung nach macht es aber wenig Sinn, die Schiffe innerhalb dieser Ordnung dann nach Baujahr zu sortieren und nicht nach Schiffstypen/-größe. Sehr ähnliche Schiffe finden sich so weit verstreut. Neben der bekannten De Zeven Provinciën von 1665 findet sich die Fregatte Zwolle und das 60-Kanonenschiff Delft statt die 80-und 60-Kanonenschiffe bzw. Fregatten zusammen zu fassen. Es mag damals in den Niederlanden selbst keine deartige Einteilung und entsprechende Begriffe gegeben haben, aber anhand der Abmessungen und Bewaffnung wäre eine solche Einteilung, die die Entwicklung sehr viel besser zeigen würde, möglich gewesen. Zurück zur De Zeven Provinciën: diese findet sich im Index unter "Z" und dort findet man nur die beiden Schiffe von 1665 und 1694. In dem Buch Schepen van gewelt. Acht keer De Zeven Provinciën von Anselm van der Peet  und Annette de Wit findet man für den in Dutch Warships in the Age of Sail 1600-1714 behandelten Zeitraum vier Schiffe dieses Namens. Neben den erwähnten noch eines von 1642 und ein weiteres von 1665. Diese beiden findet man in Dutch Warships weder unter "Z" noch unter "D", sondern unter dem Namen Vereenigde Provinciën bzw. bei einem ersten Versuch überhaupt nicht.

Beispielseite

Die Einträge zu den einzelnen Schiffen variieren in ihrem Detailreichtum, sind allgemein aber sehr kurz. Die Angaben umfassen z.B. Baujahr, verschiedene Schreibweisen des Namens, die Kapitäne, Abmessungen sowie Bewaffnung- und Besatzungstärken zu verschiedenen Zeitpunkten. Bei vielen Schiffen fehlen aber Teile dieser Angaben. Vereinzelt gibt es bei bekannteren Schiffen auch kurze Texte, die aber nur wenige Sätze umfassen. Die spärlichen Angaben sind wahrscheinlich durch die Quellenlage bedingt.

Illustriert ist das Buch überwiegend mit Zeichnungen des berühmten Vater-Sohn-Gespanns van der Velde. Neben Zeichnungen von einzelnen Schiffen finden sich auch Bilder von mehreren Schiffen und Seeschlachten. Viele der Zeichnungen sind groß genug abgedruckt, um auch für Modellbauer nützlich zu sein. 

Beispielseite

Daneben enthält das Buch ein Abkürzungsverzeichnis, ein Glossar, ein Literatur- und Quellenverzeichnis, einen Index aller enthaltenen Schiffe (allerdings muss man hier erraten, welche der möglichen Schreibweisen des Namens man für die Suche nutzen kann) sowie einen Anhang mit Angaben über die genaue Bewaffnung und deren Gewicht von ausgewählten Schiffen.

Fazit

Insgesamt finde ich das Buch enttäuschend. Insbesonder die Sortierung der Schiffe ohne Rücksicht auf Größe und Bewaffnung finde ich sich sehr negativ. Der Leser muss so selbst herausfinden, welche Schiffe ähnlich sind, um z.B. die Entwicklung der Typen zu verfolgen oder auch um für den Modellbau Zeichnungen von ähnlichen Schiffen als Referenz zu nutzen.

alt brauchbar

Lars