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Deutsches Schlachtschiff Bismarck (1/350, Revell) von Ulf Lundberg Drucken
Montag, 14. September 2015 um 05:00

Das Original

Die Geschichte der Bismarck ist gut bekannt und deswegen denke ich, dass ich nicht darüber schreiben brauche. Für denjenigen, der sein Gedächtnis auffrischen will, gibt es hier viel zu lesen:

Bismarck (Wikipedia)

Oder auf Englisch:
Bismarck (bismarck-class.dk)

Das Modell

Der Bausatz der Bismarck von Revell ist viel besser als Tamiyas alter, aber dennoch kein richtig guter, moderner Bausatz. Die Details sind ziemlich grob gegossen, was bei den Schanzkleidern, den Masten und der leichten Artillerie auffällig ist. Auf der anderen Seite ist die Passgenauigkeit ganz in Ordnung. Der Rumpf hat auch Oberflächendetails unter der Wasserlinie, was einfach einzigartig ist.

Wer ein richtig gut detailliertes Modell von der Bismarck aus dem Bausatz bauen will, muss viel Extraarbeit leisten. Darauf hatte ich keinen Bock und deswegen entschied ich mich, nur die auffälligsten Probleme zu beheben. Den Schornsteingrill schliff ich dünner und bohrte dabei auch die Auspuffrohre aus. Im Bild unten ist auch deutlich zu sehen, wie grob gegossen die Schanzkleider sind.

Aus Kupferrohr und Stahldraht baute ich neue Masten. Dabei benützte ich wie immer meine kleine Bauhilfe aus Sperrholz. Um die komplexe Großrahkonstruktion winkelgerecht und symmetrisch hinzubekommen, machte ich die Teile auf kariertem Papier mit Klebeband fest und leimte dann alles mit Sekundenkleber zusammen. Erstaunlicherweise haftete das Papier nicht an den Metallteilen.

Die Rohre der 37 mm-Geschütze ersetzte ich durch 0,4 mm-Stahldraht und die der 20 mm-Artillerie durch 0,2 mm-Gitarrensaiten. Außerdem montierte ich Fotoätzteile von Gold Medal Models. Ihr Fotoätzbogen ist zwar für Tamiyas Bausatz konzipiert, funktionierte aber gut auch auf Revells.

Beim Bemalen des Holzdecks nutzte ich die sogenannte "Brett für Brett"-Methode. Dazu mischte ich vier Nuancen Holzfarbe: Mit der Ersten besprühte ich das ganze Deck. Dann deckte ich einzelne Bretter mit kleinen Klebebandstückchen ab und sprühte die nächste Holzfarbe auf. Dieses Verfahren wurde noch zweimal wiederholt, jedes Mal mit einer neuen Holznuance. Danach hob ich mit stark verdünnter, schwarzer Ölfarbe die Nähte zwischen den Planken hervor.

Um einen oxidierten und mit Algen bewachsenen Schutzanstrich des Unterwasserteils darzustellen, besprühte ich den Unterwasserteil erst mit einem chaotischen Muster von grünen und braunen Farbtönen. Darauf sprühte ich dann eine dünne, halb durchsichtige Schicht Rot.

Sonst bemalte ich die Bismarck, wie sie aussah, nachdem sie den Grimstafjord verlassen hatte. Die Details hob ich mit Washing und Trockentupfen hervor.

Es ist lustig, dass die Bismarck immer noch die Ikone der deutschen Kriegsschiffe ist. Als ich das Modell im März 2015 bei Go Modelling in Wien zusammen mit meinen anderen Modellen deutscher Schiffe ausstellte, war die Standardfrage: "Ist das die Bismarck?". Daneben standen meine Modelle der Scharnhorst, der Admiral Graf Spee und der Admiral Hipper. Modelle, die ich besser als meine Bismarck finde, und die Geschichten dieser Schiffe sind genauso interessant und dramatisch wie die der Bismarck. Nur wenige interessierten sich für sie. Die absolute Mehrheit der Besucher fragte einfach nur "Ist das die Bismarck?", guckte ein wenig und ging dann weiter.

Das Modell wurde im Februar 2011 fertiggestellt.

Ulf Lundberg