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Sturzkampfbomber Curtiss SB2C-4 Helldiver (1/72, Dragon) von Eberhard Sinnwell Drucken
Freitag, 21. Oktober 2016 um 05:00

Das Original

Die Curtiss SB2 Helldiver sollte die Douglas SBD Dauntless als Sturzkampfbomber bei der US Navy ablösen. Nachdem schon im November 1940 der erste Prototyp bei einer Bruchlandung verloren ging, wurde das Konzept des Sturzkampfbombers überarbeitet. Die erste Serienmaschine flog erst im Jahr 1942. Trotz dieser langen Entwicklungszeit, vieler Schwierigkeiten und einiger Verbesserungen wurde sie 1943 zum ersten Mal im Kampf eingesetzt. Insgesamt wurden zwischen 1942 und 1945 7140 Exemplare in verschiedenen Versionen gebaut. Heute sollen noch sechs Stück existieren, von denen nur ein einziges flugfähig ist.

Es scheint eine Tatsache zu sein, dass mehr Maschinen durch Unfälle als durch Feindeinwirkung verloren gegangen sind. So kamen Fahrwerksbrüche oder Überschläge häufiger vor. Es kam nicht selten vor, dass bei den Deckslandungen das gesamte Heckteil abriss. Dazu gibt es im Internet etliche Fotos. Schnell hatte dieser Typ unschöne Spitznamen. Mangelnde Richtungsstabilität bei Sturzkampfangriffen konnte erst mit der Einführung von gelochten Sturzflugbremsen bei der Ausführung SB2C-4 behoben werden. Erst jetzt konnte sie durch größere Reichweite, höhere Geschwindigkeit und mehr Bombenlast gegenüber ihrem Vorgängermuster überzeugen. Bis Ende des Krieges konnte die Helldiver mehr Schiffsraum versenken als alle anderen Maschinen im Pazifik zusammen.

Die Ausführung SB2C-4 hatte acht Unterflügelstationen für 12,7-cm-Raketen oder zwei 454-kg-Bomben oder einen Torpedo. Es wurden hiervon 2045 Maschinen gebaut.

Technische Daten:
Länge: 11,18 m
Spannweite: 15,18 m
Höhe: 4,01 m
Leergewicht: 4720 kg
Startmasse: 6380 kg
Höchstgeschwindigkeit: 471 km/h in 5100 m Höhe
Dienstgipfelhöhe: 8870 m
Reichweite: max. 3080 km
Antrieb: ein Doppelstern Wright R-2600-20 Cyclone Motor mit insgesamt 14 Zylindern
Leistung: 1.900 PS
Besatzung: 2 Mann
Bewaffnung: zwei 20 mm-Kanonen, ein 12,7 MG, 2 x 454 kg-Bomben oder ein Torpedo, die Ausführung C-4 hatte an acht Unterflügelstationen 12,7 cm-Raketen

Das Modell

Modell: SB2C-4 Helldiver
Hersteller: Dragon / Cyber-Hobby
Maßstab: 1/72
Material: Spritzguss, Fotoätzteile
Art.-Nr.: 5103
Preis: ca.20 €

Die Firma Dragon hat mit der SB2-4 Helldiver einen attraktiven Bausatz herausgebracht, bei dem alle Ruder, die Vorflügel und die Sturzflugbremsen separat beliegen. Zudem können die Tragflächen wahlweise hochgeklappt oder abgesenkt angebaut werden. Als sinnvolle Ergänzung liegt eine Platine mit PE-Teilen bei. Diese enthält die gelochten Sturzflugbremsen und die Sitzgurte. Im bunt bedruckten Stülpkarton befinden sich, gut verpackt, fünf hellgraue und ein klarer Spritzling. Insgesamt enthält der Karton 154 Bauteile, sechs Klarsichtteile, eine Platine mit fotogeätzten Teilen, einen Decalbogen und einen Bauplan. Auf drei Doppelseiten wird man in zehn Bauschritten zum fertigen Modell geführt. Drei Varianten stehen zur Auswahl:

  • VB-80, CV-19 USS Hancock, 1945 einfarbiger Anstrich
  • VB-87, CV-10 USS Ticonderoga, 1945, einfarbiger Anstrich
  • VB-3, CVA-10 USS Yorktown, 1945, dreifarbiger Anstrich

Die Farbangaben beziehen sich auf das Sortiment von Hobby Colors, Mr. Color oder Model Master. Die hier vorgestellte SB2C-4 Helldiver hat die Kennnummer 6 und gehörte zur Air Group VB-80, die im Januar 1945 auf der USS Hancock CV-19 stationiert war.

Ich fing mit dem Zusammenbau des Cockpits an. Für diesen Maßstab ist die Detailtreue ausgezeichnet, von der man allerdings nach dem Zusammenbau wenig sieht. Im nächsten Arbeitsschritt habe ich alle Teile, die die Farbe Zinkchromatgrün besitzen, von den Gussästen gelöst und mit Airbrush lackiert. Nun wurden der Doppel-Sternmotor, die Reifen, das Armaturenbrett, die Funkanlage und der Propeller schwarz lackiert. Die Skalen des Armaturenbretts bekamen ein Drybrushing mit hellgrauer Farbe, sowie einige rote und weiße Punkte, die Schalter darstellen sollen. Der Motor bekam mit einem breiten Borstenpinsel einen silbernen Farbauftrag, so dass die Vertiefungen schwarz blieben. Leider sieht man hiervon später auch nicht viel. Die Propellerspitzen wurden gelb lackiert. Hier müssen mehrere Farbschichten aufgetragen werden, bis die Farbe deckt. Für die Felgen benutzte ich eine Kreisschablone.

Nun konnte ich den Rumpf und die Tragflächen zusammenkleben. Spachtelmasse war hierbei nicht notwendig. Die Cockpitverglasung klebte ich vorläufig mit Holzleim an den vorgesehenen Positionen fest. Später nach dem Lackieren wollte ich diese wieder offen ankleben. Das Abkleben der vielen Fenster war eine richtige Fleißarbeit. Nun wurde das Modell komplett mit Glossy Sea Blue von Gunze lackiert. Weitere Arbeiten bestanden darin, die zwei Bomben mit Olive Drap, die Fanghaken mit schwarzer/weißer, die Auspuffrohre mit rostroter und die Innenseite der Sturzflugbremsen mit roter Farbe zu lackieren. Nun folgte eine Schicht Future als Versiegelung und Grundlage für die Decals. Diese ließen sich gut anbringen, allerdings müssen die weißen Streifen am Scharnier des Seitenleitwerks durchgeschnitten und mit weißer Farbe nachgebessert werden. Wartungshinweise liegen nicht bei. Das Washing erfolgte mit weißer Künstlerölfarbe. Es folgte die Endmontage aller Einzelteile, bei der ich Sekundenkleber verwendete. Der Abschluss bestand in einer Schicht matten Lacks von Gunze.

Fazit

Ein sehr schöner Bausatz, dessen Bau mir viel Spaß gemacht hat. Einziger nennenswerter Nachteil ist die Bauanleitung, aus der nicht immer die richtige Position der anzuklebenden Teile zu erkennen ist.

Eberhard Sinnwell