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Libysche Fregatte Al Hani (1/700, Kombrig) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 14. Juni 2017 um 05:00

Das Original

Die libysche Fregatte Al Hani (الحاني) ist eines von 14 Schiffen des Projekts 1159, von der NATO Koni-Klasse genannt. Die Klasse wurde in der Sowjetunion für den Export gebaut. Die Grundversion war als Geleitschiff, U-Jagd- und Küstenverteidigung entworfen. Einige der Schiffe erhielten zusätzlich eine relativ starke Anti-Schiffsbewaffnung, u.a. die libyschen Schiffe.

Von der Grundversion wurden 1973-85 fünf Schiffe gebaut. Drei gingen an die Volksmarine der DDR (Rostock, Berlin – Hauptstadt der DDR und Halle), zwei Schiffe an Jugoslawien (Split, Koper). Das fünfte Schiff diente bei der sowjetischen Marine als Delfin (Дельфин) für die Ausbildung der Besatzung von Verbündeten, bis sie 1990 als Smelu (Смели) an die bulgarische Marine abgegeben wurde. Letztere ist das einzige Schiff, das noch in Dienst ist. Zwei der Schiffe der Volksmarine fuhren kurzzeitig für die Deutsche Marine, wurden aber, wie das dritte, Anfang der 1990er verschrottet. Die jugoslawischen Schiffe wurden mit vier P-20-Antischiffsraketen nachgerüstet. Sie wurden 1993 in Beograd bzw. Podgorica umbenannt und 2002 bzw. 1997 außer Dienst gestellt.

Für den Einsatz in heißeren Regionen wurde die Version 1159T entwickelt, die sich von der Grundversion primär durch ein durchgehendes Deckshaus unterscheidet, um eine Klimaanlage unterbringen zu können. Von dieser Version wurden 1978-86 drei Schiffe für Algerien gebaut (Mourad Rais, Rais Kellik und Rais Korfu) und drei für Kuba (Mariel, ohne Name, Monkada). Die algerischen Schiffe sind, inzwischen modernisiert, immer noch im Dienst, während die kubanischen mittlerweile alle außer Dienst gestellt wurden und teilweise versenkt als Attraktionen für Taucher dienen.

Die letzte Variante war das Projekt 1159TR, von dem für Libyen Al Hani und Al Ghardabia gebaut wurden. Auch diese sind für die Tropen ausgerüstet, haben aber zusätzlich vor der Brücke zwei P-20M-Zwillingsstarter für Antischiffsraketen. Um für diese Starter Platz zu bekommen, ist der Aufbau vor der Brücke schmaler, so dass dort nur noch ein U-Jagd-Raketenwerfer Platz hat.

Die Al Hani ist 96,5 m lang, 12,6 m breit und verdrängt 1676 t. Der Antrieb besteht aus zwei Diesel und einer Gasturbine mit insgesamt 36.000 PS, womit 30 kn erreicht werden. Die Besatzung zählt 110 Mitglieder.

Bewaffnung
4 x 7,62 L/59 AK-726-Geschütze (zwei Zwillingstürme)
4 x 3 cm L/63 AK-230-Geschütze (zwei Zwillingstürme)
4 P-20M-Antischiffsraketen (zwei Zwillingsstarter)
1 Zwillings-Osa-M-Flugabwehrraketenstarter (20 9M-33-Raketen)
1 RBU-6000 U-Jagdraketenwerfer (60 Raketen)
4 x 40 cm-Torpedorohre
Wasserbomben
20 Minen

Die Al Hani wurde 1982-85 von der Werft 340 in Selenodolsk gebaut. Sie war bis 2011 im Dienst der libyschen Marine. Im libyschen Bürgerkrieg lief sie auf die Seite der Aufständischen (Libysche Nationale Befreiungsarmee) über und entging so dem Schicksal ihres Schwesterschiffs Al Ghardabia, das im Mai 2011 von der Royal Air Force versenkt wurde. Aktuell gehört sie zur Marine, die die heutige libyische Regierung unterstützt. Wahrscheinlich unterstützte sie 2016 eine Offensive gegen den Daesch (IS), bei der es gelang, Sirte zurück zu erobern.

Das Modell

Kombrig bietet diverse Bausätze des Projekts 1159, der Koni-Klasse, an: die algerische Version (1159T, Reis Korfo), die jugoslawische Version (1159R, Beograd), die libysche Version (1159TR, El Hani) und die sowjetische Version (Delfin; heute die bulgarische Smeli; ähnlich der Schiffe der Volksmarine). Ich habe mich für die libysche Version entschieden, genauer die Al Hani - primär wegen des Tarnanstrichs.

Der Kombrig-Bausatz ist einer der älteren und enthält noch keine Fotoätzteile. Das ist vor allem bei der Gitterstruktur am Fockmast und beim kleinen Gitter-Großmast ein Problem. Ich habe versucht, diese Strukturen mit Fotoätzteilen von GMM (Modern Soviet Cruiser/Destroyer) zu kompensieren, u.a. mit Anpassung von Teilen, die eigentlich für die Udaloy-Klasse gedacht waren. Leider habe ich kein wirklich passendes Teil für den hinteren Gittermast gefunden. Aus dem GMM-Satz stammt auch der MR-302 (Strut Curve)-Radar, den ich aus einer "Hälfte" eines MR-320 (Strut Pair) gebaut habe.

Die 7,62 cm-Zwillinge hatten sehr dicke Rohre und die Rohrwiege ist zu weit vorne montiert. Ich habe die Rohrwiege geändert und die Rohre durch welche aus Messing von Master ersetzt - diese sind eigentlich für italienische 9 cm-Flak vorgesehen. Die Rohre der 3 cm-Flak sind aus Draht. Ansonsten habe ich noch zwei Störkörperwerfer achtern neben dem Pop Group-Feuerleit und Ankerketten (BJ-Modellbau) ergänzt. Die Stabantennen sind aus 0,05 mm Kupferdraht, die Antennen zwischen den Masten aus 20 Den-Faden von UNI-Caenis.

Bemalt habe ich die Al Hani mit Farben von Vallejo Model Color. Der Tarnanstrich besteht aus 152 (883) Hellgrau und 158 (870) Mittelgrau, die Decks sind mit 154 (989) Signalgrau bemalt. Die schwarzen Kennnummern stammen aus einem Satz von Midship Models, das arabische "F" ist mit einem Fineliner aufgemalt.

Die Al Hani war schon in den 1980ern eine kleine Fregatte. Links ein Größenvergleich mit dem chinesischen Geschützten Kreuzer Jiyuan (1885, S-Model) und dem polnischen Zerstörer ORP Grom (1937, Niko Model). In der Mitte ein Vergleich mit zwei zeitgenössischen Fregatten, der sowjetischen Storoschewoi (1973, Pit-Road) und der italienischen MMI Libeccio (1983, Delphis). Rechts mit zwei kleineren modernen Fregatten, der südafrikanischen SAS Amatola (2006, Dutch Fleet Naval Miniatures) und der US-amerikanischen USS Freedom (2006, Dragon).

Quellen

  • Koni-Klasse (Wikipedia)
  • Radar (Kriegsschiffe.eu)
  • The Naval Institute Guide to Combat Fleets of the World, 16th Edition von Eirc Wertheim (Herausgeber), Annapolis, 2013
  • Conway's All the World's Fighting Ships 1947-1995 von Robert Gardiner (Herausgeber), London, 1995

Lars