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Japanisches Schlachtschiff Hyuga (1/700, Hasegawa) von Roland Nienkirchen Drucken
Montag, 29. Mai 2017 um 05:00

 

29.05.1942 - 75 Jahre Operation AL

 

Heute vor 75 Jahren, am 29. Mai 1942, lief das japanische Schlachtschiff Hyuga zusammen mit den anderen Schiffen ihrer Einheit aus, um an Operation AL teilzunehmen (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Diese Operation wurde parallel zur Operation MI durchgeführt. Operation MI war der Angriff der Hauptstreitmacht auf Midway, während Operation AL die Aleuten besetzen sollte. Ihr Ziel war es, die US-Flotte zu stellen und zu schlagen. Die Fernsicherung für den Angriff auf die Aleuten übernahmen die Schlachtschiffe Hyuga, Ise, Fuso und Yamashiro, die Leichten Kreuzer (Torpedokreuzer) Kitakami und Oi sowie zwölf Zerstörer. Während die Besetzung der Aleuten gelang, schlug der Plan bei Midway fehl: In der Trägerschlacht verlor die japanische Marine vier Flugzeugträger, während die US Navy nur einen einbüßte.

Das Original

Das japanische Schlachtschiff Hyuga (日向) war das zweite Schiff der Ise-Klasse, einer verbesserten Version der vorhergehenden Fuso-Klasse. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Klassen war die Aufstellung der schweren Artillerie. Die beiden mittleren Türme wurden nicht mehr einzeln aufgestellt, sondern übereinander angeordnet. Dadurch standen die Türme näher zusammen, so dass die Anordnung der Munitionskammern und Maschinenanlagen verbessert werden konnte.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die beiden Schiffe der Ise-Klasse modernisiert. Unter anderem erhielten sie neue Maschinen, das Heck wurde verlängert, der Horizontalpanzer und der Unterwasserschutz verbessert, der Höhenrichtwinkel der Artillerie erhöht und die Brücke vergrößert. Außerdem wurde der Fockmast zu einem typischen Pagodenmast umgebaut und die Feuerleitung und Flak verbessert. 1943 wurden beide Schiffe zu Hybrid-Flugzeugträgern umgebaut, d.h. die hinteren beiden Türme wurden entfernt (bei Hyuga war Turm 5 nach einer Turmexplosion schon 1942 entfernt worden) und sie erhielten stattdessen ein Startdeck.

Die Hyuga war ab 1937 215,8 m lang, 33,8 m breit und verdrängte 39.657 ts. Der Antrieb erfolgte über acht Kessel und vier Dampfturbinensätze, die 80.825 PS leisteten, womit 25,3 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand 1937 aus 1367 Mann.

Bewaffnung Ende Mai 1942
10 x 35,6 cm L/45 (fünf Zwillingstürme)
16 x 14 cm L/50
8 x 12,7 cm L/40 (vier Zwillingslafetten)
32 x 2,5 cm L/60 (zehn Zwillings- und vier Drillingslafetten)
3 Bordflugzeuge

Die Hyuga wurde 1915-18 bei Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs fuhr Hyuga öfter als Fernsicherung für Flottenunternehmen, z.B. während des Angriffs auf Pearl Harbor, der Suche nach den Trägern des Doolittle Raids oder der Besetzung der Aleuten. Am 5. Mai 1942 gab es bei einer Schießübung eine schwere Explosion in Turm 5, durch die 51 Mann getötet wurden. Der Turm wurde danach ausgebaut und auf die Barbette kam leichte Flak. 1943 wurde Hyuga zum Hybrid-Träger umgebaut. 1944 war sie an der Schlacht von Kap Engano, einem Teil der Schlacht von Leyte, beteiligt - allerdings ohne Flugzeuge. In der Schlacht wurde sie durch Nahtreffer beschädigt. Am 19. März 1945 wurde sie bei einem Trägerangriff auf Kure beschädigt, wobei 40 Mann der Besatzung getötet wurden. Bei einem weiteren Trägerangriff am 24. Juli wurde sie versenkt, wobei etwa 200 Mann umkamen. Das im flachen Wasser liegende Wrack wurde 1946 gehoben und bis 1947 abgewrackt.

Das Modell

Das Modell der Hyuga wurde aus dem Bausatz von Hasegawa gebaut. Es wurde in den Zustand von Ende Mai 1942 umgebaut, als Turm 5 nach der Explosion entfernt und auf der Barbette leichte Flak aufgestellt wurde.

Roland Nienkirchen

(Text über Original von Lars)