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Zvezda: Passagierliner RMS Titanic (1/700) Drucken
Montag, 04. Dezember 2017 um 06:00

RMS-Titanic

Modell: R.M.S. Titanic
Hersteller: Zvezda
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol
Art.Nr.: 9059
Preis: ca. 18 €

Das Original

Die Titanic wurde 1909 als zweites Schiff der Olympic-Kasse bei Harland and Wolff in Belfast geordert und sollte mit ihren beiden Schwestern Olympic und Britannic den Liniendienst auf der Route Southhampton - New York versehen. Bei der Planung der Titanic wurde das Ziel gesteckt alles bisher Dagewesene an Luxus und Komfort zu überbieten. Dem zugrunde lag der große Wettbewerb zwischen den verschiedenen Reedereien, welches Schiff das Größte und Schnellste ist, und es schafft für seine Reederei das berühmte Blaue Band zu erringen, bzw. die meisten zahlungskräftigen Passagiere.

Dem begegneten die Väter der Titanic und ihrer Schwestern dadurch, dass die erste Klasse extrem luxuriös ausgestattet wurde. Sie wies Suiten, Salons, Speisesäle und ein eigenes Promenadendeck für die Passagiere der ersten Klasse auf. Demgegenüber waren die Passagiere der dritten Klasse in engen Kabinen mit teils 8 Betten untergebracht. Allerdings war auch dies eine Verbesserung gegenüber den sonst üblichen Schlafsälen.
Bei der Werbung für eine Fahrt mit der Titanic wurde das damals neue System der wasserdichten Abteilungen besonders hervorgehoben, mit dem Hinweis, dass die Titanic dadurch unsinkbar sei; eine folgenschwere Fehlannahme, wie sich auf der Jungfernfahrt zeigte.

Am 10. April 1912 verlies sie unter dem Kommando von Kapitän John Smith ihren Heimathafen Southampton in Richtung Cherbourg. Hier nahm sie weitere Passagiere so wie Fracht für die Überfahrt an Bord, bevor in Queenstown die letzten Passagiere, hauptsächlich irische Auswanderer, an Bord gingen. Am Nachmittag des 11. Aprils begann die Überfahrt über den Nordatlantik. Allerdings fuhr man, wie damals wegen der Eisgefahr üblich, die südlichere Route. Tatsächlich blieb die Titanic sogar noch ein paar Meilen weiter südlich. Zwar gingen während der Fahrt laufend Eiswarnungen via Funk ein, allerdings wurden diese größtenteils nicht an die Brücke weitergeleitet, so dass man sich dort in Unkenntnis der aktuellen Eislage befand. Da die neue Funktelegrafie nicht als wichtig für die Führung eines Schiffes angesehen wurde, war diese Praxis zur damaligen Zeit durchaus üblich.

In der Nacht des 14. Aprils entdeckte der Ausguck direkt voraus des Schiffes einen Eisberg, läutete Alarm und informierte die Brücke gleichfalls telefonisch. Der Wachhabende Offizier leitete daraufhin ein Ausweichmanöver ein, welches aber aufgrund des geringen Abstands zum Eisberg den Zusammenstoß nicht mehr verhindern konnte. Der Anprall an den Eisberg beschädigte den Rumpf an mehreren Stellen, vom Bug bis auf Höhe der sechsten Abteilung. Dies war mehr, als die Titanic und ihr System der wasserdichten Schotten verkraften konnten. Die vorderen Abteilungen liefen voll und das Schiff begann über den Bug zu sinken. Zwar konnten die Lenzpumpen den Ablauf verlangsamen, aber den Untergang letztlich nicht verhindern.

Nach intensiven Beratungen der Schiffsführung mit den anwesenden Architekten des Schiffs wurde der Befehl gegeben, über Funk Notrufe abzusetzen. Diese wurden auch beantwortet, aber die betreffenden Schiffe standen weitab des Havaristen. Um kurz nach Mitternacht ordnete der Kapitän schlussendlich die Evakuierung an. Hierbei kam nun zum Tragen, dass die Titanic bei weitem nicht genug Rettungsboote für alle Passagiere trug, obwohl die Anzahl der Boote den damaligen gesetzlichen Vorschriften nicht nur entsprach sondern diese sogar noch übertraf. Das letzte Rettungsboot verließ das Schiff gegen 2:00 Uhr, welches ca. 20 Minuten später in den Fluten des Nordatlantiks versank. Es dauerte nach dem Untergang noch weitere zwei Stunden bis mit der Carpathia das erste Schiff zur Rettung der Überlebenden an der Unglücksstelle erschien. Zu diesem Zeitpunkt waren die im Wasser Treibenden bereits an Unterkühlung gestorben. Insgesamt kostete der Untergang der Titanic ca. 1.500 Menschenleben.

1985 wurde das Wrack von einer Expedition um Robert Ballard und Jean-Louis Michel in 3800 Metern Tiefe entdeckt.
2012 stellte die UNESCO das Wrack anlässlich des 100. Jahrestags des Untergangs unter Schutz.

 

Der Bausatz

Die auf fünf Spritzlinge verteilten 150 Teile finden sich in einem stabilen Karton mit Klappdeckel, welcher zusätzlich in einem Stülpkarton steckt. Die Spritzlinge sind nach Farben gruppiert auf mehrere Beutel verteilt, Anleitung und Decals liegen lose im Karton.

RMS Titanic

Der schwarz ausgeführte Spritzling A umfasst beide Hälften des in der Längsachse geteilten Rumpfs. Dieser ist als Vollrumpf ausgeführt, so dass geneigte Wasserlinienmodellbauer zur Säge greifen müssen. Die Plattung des Rumpfes ist erhaben ausgeführt und trägt recht dick auf, ohne allerdings an Details einzubüßen. Dies dürfte gerade aufgrund des kleinen Maßstabs positiv für die Gesamtwirkung des Modells sein.

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Spritzling B ist der Einzige in Braun ausgeführte. Demzufolge umfasst er auch alle Decks.
Sämtliche Teile weisen eine durchgängige Plankenstruktur auf. Die angespritzten Details sind zwar teils recht grob geraten, aber durch die Bank weg scharf und sauber ausgeführt. Es gibt auch keinerlei Gussgrat oder störende Auswerfermarken.

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Am in weiß ausgeführten Spritzling C sind die Seitenwände der Aufbauten sowie das dazugehörige Deck zu finden, ergänzt um die Schanzkleider sowohl für Bug als auch Heck, inklusive angespritzter Reling.

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Die für die Aufbauten benötigten Kleinteile findet man an Spritzling D. Er umfasst neben den Rettungsbooten die Schornsteinmäntel, Kräne und Lüfter bis hin zu den Masten. Hier sind Licht und Schatten eng beisammen. Die Schornsteinmäntel weisen eine feine Struktur auf und auch das Steuerrad ist sehr gut wiedergegeben. Demgegenüber sehen die Rettungsboote und Kräne verbesserungswürdig aus.

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Den Abschluss bildet Spritzling E, der wiederum in Schwarz ausgeführt ist. Hier sind Ruder, Propeller, Wellen, Spanten und Schornsteinkappen sowie die beiden Hauptmasten samt Wanten zu finden. Wie am gesamten Bausatz so ist auch hier keinerlei Gussgrat oder Fischhaut festzustellen. Die Masten sind sehr gut detailliert, wie auch das Ruderblatt. Ergänzt werden diese Teile noch um den Ständer samt Namensplakette. Diese weist übrigens die richtige Schreibweise des Schiffsnamens auf. Dazu siehe weiter unten.

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Decals

Die Decals sind sauber und scharf gedruckt. Allerdings weisen beide Hoheitsflaggen einen Versatz an durchaus kritischen Stellen auf. Auch die Namenszüge sind nicht fehlerfrei. Zwar ist der Name am Heck in der korrekten, britischen Schreibweise Titanic gehalten, aber die Ausführungen für den Bug sind in der falschen, russischen Schreibweise Titanik gedruckt.
Dies ist leider ein Fehler, der sich wohl nicht ohne weiteres beheben lassen wird.

RMS Titanic

 

Die Anleitung

Die Anleitung besteht aus einem schwarz-weiß ausgeführten A3-Blatt, welches auf A4 gefaltet ist. In insgesamt 12 Baustufen wird der Modellbauer zum Ziel geführt.
Die Aufteilung der Schritte ist in sich logisch, die einzelnen Abschnitt sind problemlos verständlich. Auch findet sich auf der letzten Seite die Bemalungsanleitung, welche Bezug nimmt auf das Farbsystem von Humbrol. Leider fehlt ein Takelplan.

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Fazit

Die mehrfarbige Ausführung des Bausatzes macht, gerade in Verbindung mit der Packungsrückseite, klar, dass sich dieser Bausatz an Modellbauanfänger richtet. Diese erhalten auch ohne Bemalung ein farbig gestaltetes Modell. Die gesamte Aufteilung des Bausatzes folgt dieser Maßgabe, was es für erfahrene Modellbauer teils nicht immer einfach machen dürfte, alles vernünftig zu verarbeiten. Das Niveau der Teile ist recht durchwachsen.

So ist von toll detaillierten bis hin zu viel zu groben Teilen alles dabei. Alles in allem bildet der Bausatz aber auf jeden Fall eine gute und günstige Basis für ein ansprechendes Modell eines der wohl bekanntesten Schiffe der Moderne.

alt guter Durchschnitt


Mathias Carl

Wir danken Zvezda für das Bausatzmuster

 

Quellen

  • Ballard - Das Geheimnis der Titanic
  • Lord - Die Titanic-Katastrophe
  • Wiese - Legendäre Schiffswracks
  • Ballard - Lost Liners