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Trumpeter: italienischer Schwerer Kreuzer Zara (1/350) Drucken
Mittwoch, 01. November 2017 um 06:00

Deckelbild Schwerer Kreuzer Zara

Modell: Italian Heavy Cruiser Zara
Hersteller: Trumpeter
Maßstab: 1/350
Material: Kunststoff, Metall-Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 05347
Preis: 72,60 € (bei NNT)

Das Original

Die Zara war das Typschiff einer Klasse Schwerer Kreuzer der königlich italienischen Marine (Incrociatori Pesanti 1), welche nach der heute kroatischen Stadt Zadar benannt war. Zadar gehörte von 1813 – 1918 zum Kaiserreich Österreich (später Österreich-Ungarn) und war dort Hauptstadt des Kronlands Dalmatien. Die adriatische Küstenstadt wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch den Grenzvertrag von Rapallo Italien zugesprochen. Bei der Namensgebung aller ihrer Schweren Kreuzer wollte die königlich italienische Marine die neu erworbenen, ehemaligen österreichisch-ungarischen Städte und Provinzen auszeichnen 2. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das historische Zadar stark zerstört. Vor dem Hintergrund von Repressalien des titoistischen Jugoslawiens flohen die italienisch-stämmigen Bevölkerungsanteile überwiegend nach Kriegsende. Die wiederaufgebaute Stadt war bis 1991 Teil Jugoslawiens. Schiffsmotto von Zara war „Tenacemente" 1 (auf Deutsch etwa: beharrlich, hartnäckig oder zäh).

Statt des nicht mehr vorhandenen ehemaligen Gegners Österreich-Ungarn war für die Königlich Italienische Marine ab Mitte der 20er-Jahre die französische Marine als potentieller Gegner ausgemacht 2. Frankreich hatte bereits im Oktober 1924 mit dem Bau eigener erster „Washingtoner Kreuzer“ begonnen. Nachdem ein als Schlachtschiff-Ersatz geplanter 15.000-Tonnen-Entwurf gemäß den vertragsmäßig geschuldeten Limits verworfen werden musste, handelt es sich bei der Zara-Klasse um eine Weiterentwicklung auf Basis der Trento-Klasse. Wie die anderen Seemächte schöpfte Italien bereits mit der Trento-Klasse das nach der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922 maximal zulässige Geschützkaliber von 203 mm voll aus. Die Schiffe der Trento-Klasse waren damit gut bewaffnet und zudem extrem schnell, wiesen aber trotz deutlicher Überschreitung der für Kreuzer festgelegten 10.000-Tonnen-Marke eine nur als unzureichend zu bezeichnende Standfestigkeit auf. Zara und die drei weiteren Schwesterschiffe sollten nunmehr auf Kosten der Geschwindigkeit eine über damalige britische und französische Konstruktionen hinausgehende vertikale Panzerung von 200 mm-Stärke erhalten. Da dies aber eine Verdrängung von mindestens 12.000 Tonnen erfordert hätte, wurde als Kompromiss einer Verbesserung der Gürtelpanzerung auf nur 150 mm-Stärke (zum Vergleich Trento: 70 – 76 mm – je nach Quelle) und der Deckspanzerung von nur 70 mm-Stärke (zum Vergleich Trento: 50 mm) zugestimmt. Die Dicke der Barbettenpanzerung wurde auf 140 – 150 mm verdoppelt 1. Weitere Verbesserungen des Panzerschutzes nutzte die königlich italienische Marine anfänglich propagandistisch aus und bezeichnete die Zara und ihre Schwesterschiffe als Panzerkreuzer 2.

Um das Gewicht für die zusätzliche Panzerung einzusparen, wurden umfangreiche konstruktiven Anpassungen gegenüber der Trento-Klasse vorgenommen. Z. B. wurde beim Schiffskörper auf die Ausbildung eines Glattdeckers verzichtet und das Vorschiff neu entworfen (Gewichtseinsparung für dieses Schiffsbauteil 28%). Des Weiteren wurde der Antrieb von vier auf zwei Wellen (wie bei den Leichten Kreuzern) reduziert (Gewichtseinsparung für dieses Schiffsbauteil 39%). Da demgegenüber aber statt 888 ts wie bei Trento wieder rund 1.500 ts für den Panzerschutz eingeplant wurde, konnte die Standardverdrängung letztlich aber nicht unter 11.500 Tonnen gesenkt werden. Die Antriebsanlage bestand auf acht in einzelnen Räumen aufgestellten Thornycroft-Kesseln und zwei Turbinen. Jeder Turbinensatz versorgte eine einzelne Welle. Die Antriebsanlage war auf 95.000 PS projektiert. Tatsächlich erreichte Zara bei den Probefahrten Höchstgeschwindigkeiten von 34,2 Kn (bei 118.000 PS). Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Erbauer die Erprobungsfahrten ohne die Türme und die Geschütze der schweren Artillerie durchführten. Im Dienstbetrieb lag die maximale Geschwindigkeit bei rund 29 Kn 2.

Die acht Geschütze waren wie bei Trento in Doppeltürmen lafettiert und zwar je zwei vorn und achtern 2. Die Lafettierung der 203 mm Geschütze umfasste das neue Geschützmodell S.K. L/53 M 1927 von Ansaldo, welches eine etwa 125 kg schwere Granate mit höherer Mündungsgeschwindigkeit abfeuern konnte als das Vorgängermodell. Das Geschützmodell erwies sich jedoch wiederum als wenig zufriedenstellend, da die Geschütze nach wie vor in einer gemeinsamen Rohrwiege zu eng beieinander standen und eine hohe Streuung hatten. Die zugleich als Mittelartillerie dienende schwere Flak bestand aus 16 x 100-mm Geschützen – einer Weiterentwicklung eines älteren Skoda-Modells. 4 x 2 Geschütze waren mittschiffs auf dem Hauptdeck zwischen den beiden Schornsteinen angeordnet. Die restlichen Geschütze wurden seitlich der vorderen bzw. der achtern Aufbauten ein Deck höher platziert. Die leichte Flak umfasste entwurfsgemäß 40 mm Pompom-Geschütze in Einzellafetten (waren bei Zara aber nie an Bord) und 13,2 mm Fla-MG. Eine Torpedobewaffnung wurde nicht mitgeführt.

Eine Besonderheit italienischer Kreuzer war die Flughalle und das Katapult im Bereich des Vorschiffs. Auf Zara konnten bis zu drei Bordflugzeuge (am Schluss vom Typ IMAM Ro.43) mitgenommen werden, wobei für zwei von ihnen Platz in der vor dem Turm Anton gelegenen Flugzeughalle war. Die Klasse bestand aus vier Anfang der 1930er Jahre auf Kiel gelegten Schiffen 4:

  • Zara, Cantiere Odero Terni Orlando (O.T.O.) – La Spezia, 04.07.1929
  • Fiume, Stabilimento Tecnico Triestino (S.T.T.) - Triest, 29.04.1929
  • Gorizia, Cantiere Odero Terni Orlando (O.T.O.) - Livorno, 17.03.1930
  • Pola, Cantiere Odero Terni Orlando (O.T.O.) - Livorno, 17.03.1931

Zara und Fiume wurden unter dem Bauprogramm 1928/29 bewilligt. Der Bauauftrag für Zara erging am 27.09.1928. Das Typschiff lief am 27.4.1930 vom Stapel und wurde am 20.10.1931 fertiggestellt 4. Da für die alten Schlachtschiffe noch eine umfangreiche Modernisierung ausstand, waren die Schweren Kreuzer der Zara-Klasse bei Indienststellung die kampfstärksten Einheiten der Königlich Italienischen Marine. Infolgedessen war Zara vom 1932 (1933? – je nach Quelle) bis zur Wiederindienststellung des Schlachtschiffs Conte di Cavour 1937 Flaggschiff des I. Geschwaders 2. In dieser Funktion beherbergte sie König Victor Emmanuel III, Mussolini, Kronprinz Umberto, Admiral Horthy und diverse weitere Würdenträger während Manövern und Flottenparaden. Die Kreuzerklasse bildete die 1. Division des I. Geschwaders (Tarent). Zara war hier zwischen 01.09.1938 und 15.11.1938 und ab 13.01.1940 Divisionsflaggschiff. Am 05.05.1938 nahm Zara an der Flottenparade für Hitler im Golf von Neapel teil. Zwischenzeitlich wurde die Division in I. Kreuzerdivision umbezeichnet. Zara wurde im Spanischen Bürgerkrieg nicht eingesetzt. Zusammen mit Fiume operierte sie im April 1939 bei der Besetzung Albaniens. Bei Kriegseintritt Italiens am 10.06.1940 war Zara in Tarent stationiert. Während des Kriegs nahmen die Kreuzer Sicherungsaufgaben bei diversen Geleitzügen nach Nordafrika wahr. Beim britischen Angriff auf Tarent am 11./12.11.1940 blieb Zara unbeschädigt. Der Kreuzer Zara nahm an folgenden Seeschlachten teil:

  • 08./09.07.1940: Seeschlacht bei Kap Punta Stilo/Kalabrien
  • 28./29.03.1941: Seeschlacht bei Kap Matapan/Peloponnes (heute Kap Tänaron)

Bei Kap Matapan wurde Vittorio Veneto torpediert und musste zurück nach Tarent eskortiert werden. Zara führte die 1. Division an der Steuerbordseite des Schlachtschiffs gefolgt von Pola und Fiume. Den gesamten Nachmittag und bis hinein in die Nacht war die Flotte feindlichen Luftangriffen ausgesetzt. Um 19.50 Uhr 3 erhielt Pola durch Flugzeuge von HMS Formidable einen verhängnisvollen Torpedotreffer. Der vordere Turbinenraum und die beiden mittleren Kesselräume liefen voll und Pola viel zurück. Nachdem eine Zeit vergangen war, wurde Zara zusammen mit dem Schwesterschiff Fiume und vier Zerstörern vom italienischen Flottenscheff Admiral Iachino entsandt, um dem beschädigten Kreuzer zu unterstützen. In der Nacht vom 28./29.03.1941 4 hatten die unvorbereiteten Kreuzer Zara und Fiume die bewegungslos im Wasser liegende Pola quasi zeitgleich mit der mit Radar ausgestatteten britischen Force A (HMS Warspite, HMS Barham, HMS Valiant, HMS Formidable sowie der 14. Zertörer-Flotille) erreicht. Diese hielten Pola für die zuvor beschädigte Vittorio Veneto. Fiume und Zara fuhren ungewöhnlicher Weise den sie begleitenden Zerstörern voraus. Der Verband war lediglich auf eine Rettungsmission eingestellt. Die italienischen Kreuzer wurden von den britischen Schlachtschiffen mit ihren 381-mm-Granaten aus nächster Nähe buchstäblich in Stücke geschossen 2. Fiume und Zara waren nach Einstellung der Beschießung nunmehr Feuerbälle. Fiume sank um 23.15 Uhr. Zara trieb auf die im Eifer des Gefechts beinahe vergessene Pola zu. Da die Lage aussichtslos war, wurde die Selbstversenkung von Zara mittels Sprengladungen beschlossen. Der Kreuzer sank um 02.40 Uhr. Pola wurde nicht von den Schlachtschiffen beschossen, sondern im Anschluss um 04.10 Uhr durch britische Torpedos versenkt. Zara wurde am 18.10.1946 aus dem Schiffsregister der italienischen Marine gestrichen 3. Gorizia das verbleibende Schiff der Klasse bildete nunmehr zusammen mit Trento und Trieste die III. Kreuzerdivision und nahm an diversen Vorstößen und Sicherungsfahrten teil. Von alliierten Bomben wurde Gorizia im Marinestützpunkt La Maddalena/Sardinien im April 1943 schwer beschädigt. Noch im gleichen Monat nach La Spezia zur Reparatur geschleppt, konnte das Schiff aber bis Kriegsende nicht wieder in Dienst gestellt werden.

Technische Daten
Verdrängung: 11.870 ts (Standard), 13.580 ts (normal) und 14.530 ts (voll ausgerüstet)
Länge: 179,6 m (zwischen den Loten) 182,8 m (über alles)
Breite: 20,6 m
Tiefgang: 5,9 - 6,2 m (normal) bzw. 6,2 - 7,2 m (voll ausgerüstet) je nach Quelle
Besatzung: 830 Mann
Antrieb: 2 Satz Parsons-Turbinen mit einfachem Rädergetriebe, 8 Thornycroft-Kessel, 95.000 PS mit 2 Wellen
Geschwindigkeit: 32 Knoten
Bunkerinhalt: 2.400 Tonnen Heizöl
Reichweite: 5.361 sm bei 16 kn
Bewaffnung: 8 x 203-mm-Hauptgeschütze (4 x 2), 16 x 100-mm-schwere Flak (8 x 2) – später 12 x 100-mm schwere Flak (6 x 2) – sowie bei Kriegsausbruch: 16 x 3,7 mm (8 x 2) + 8 x 13,2 mm (Fla-MG)
Panzerung: 100–150 mm (Gürtel), 70 mm (Deck), 120–150 mm (Türme), 150 mm (Kommandostand)
Katapulte: 1
Flugzeuge: 2 Typ IMAM (Industrie Meccaniche e Aeronautiche Meridionali 3) Ro.43
Besatzung: 830 - 841 Mann je nach Quelle

Der Bausatz

Der Bausatz wird in einer stabilen Kartonschachtel geliefert. Das Deckelbild zeigt Zara und einen weiteren Kreuzer der Zara-Klasse beim simultanen abfeuern der Geschütze des Turms Cäsar.

An der Schachtelseite sind Farbschemata und ein kurzer Lebenslauf (auf Englisch) abgebildet. Die Gussäste sind einzeln oder in zusammengehörenden Gruppen in Klarsicht-Tüten verpackt. Ferner liegen Fotoätzteile und ein Abziehbilderbogen bei. Außerdem findet sich in der Schachtel ein Druck mit Farbschemata, die Bauanleitung, sowie Abziehbilder für Flugzeug- und Schiffsmarkierungen. Alles macht einen sauberen und aufgeräumten ersten Eindruck.

Der Rumpf

Der Bausatz an sich kann ausschließlich als Vollrumpfmodell (Bauteil Hull – A) gebaut werden. Der Rumpf liegt in einem Teil vor. Es ist keine Wasserlinienmarkierung vorhanden – wer Zara als Wasserlinienmodell bauen will, muss also selber die Säge anlegen und vorab sauber vorzeichnen. Mit 52,6 cm gesamter Länge und 5,9 cm maximaler Breite werden die Original-Abmessungen für den Maßstab 1/350 sehr gut getroffen – der Rumpf ist lediglich 4 mm zu lang. Durch den leichten Sprung der Bordwand zeichnet sich mittschiffs der Gürtelpanzer sehr schön ab. Auch die Einkehlung des Vorschiffs ist offensichtlich. Die Form des Bugs wird durch die Unterwasser vorhandene, finnenartig hervorstehende Sichel (Bugschuh für Minenräumgerät) dominiert. Der gesamte Bugbereich ist zum Schutz mit Folie umwickelt. M.E. war der Bug nach unten aber nicht – wie im Modell dargestellt - leicht auskragend sondern gerade geformt gewesen. Die offen dargestellten Ankerklüsen ermöglichen sicherlich eine schöne Platzierung der Anker mit Kette (beim Bausatz war wohl mal geplant eine separate Kette beizufügen – dieser Teil ist in der Bauanleitung dargestellt, aber überklebt). Ebenfalls sehr filigran sind die Wasserabweiser oberhalb der Bullaugen modelliert. Die Anordnung der Bullaugen ist auf den ersten Blick für Zara stimmig. Die Positionen für die Wellen (Wellenhosen und -böcke) sowie die Schlingerkiele sind am Rumpf für eine genaue Positionierung angedeutet.

Haupt- bzw. Oberdeck (Bauteil Rear deck – B2) und Backdeck (Fore deck – B1) liegen einzeln verpackt dem Bausatz bei. Die anteilige Holzbeplankung auf dem Achterschiff ist filigran angedeutet. Die restlichen Decksbereiche sind mit einer größerformatigen Plattenstruktur bedeckt. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, ob italienische Einheiten hier - wie bei der alten k.(u.)K. Marine - einen Linoleumbelag hatten. Im Vorschiffbereich sind neben den Ankerketten beidseitig der Barbette des Turms Anton auch geriffelte (Weg-)Bereiche angedeutet. Ein leichtes Washing kann diese Strukturen sicherlich schön hervorheben. Zaras Deck war ansonsten vergleichsweise leer. Die wenigen Decksoberlichter und Tiefgänge passen gemäß meinen Literaturquellen aber recht gut. Die Geschützbanken weisen exakte Öffnungen für eine genaue (und ggf. drehbare) Positionierung der schweren Geschütztürme auf. Die Ausbuchtungen bei den beiden Positionen der vier schweren Flak-Geschütze sind – je nach Bauzustand – zu belassen oder abzuschneiden. Sie geben ebenfalls die exakte Positionierung auf dem Rumpf vor. Das Deck des Vorschiffs wird dann direkt anbindend eingesetzt.

Beim Ansetzen der beiden Decksteile ist auffällig, dass sofern die Position der Flak-Wannen eingehalten wird, das Achterdeck um etwa 1 – 1,5 mm zu kurz geraten ist. Beim Vorschiffsdeck verhält es sich bei Positionierung direkt in die dafür vorgesehene Nut des Achterdecksteils genauso. Während m.E. bei Einsatz eines separaten (etwas größeren) Holzdecks am Heck die Fehlstelle wohl leicht überbrückt werden kann, ist im Bugbereich sicherlich filigrane Spachtelarbeit erforderlich – dazu müssen wohl alle Klüsen am Vorschiff zunächst abgetrennt und dann wieder angeklebt werden.

Gussast C

Gussast C enthält den unteren Teil des Vormarses und die überhöhte Geschützbank von Turm Bruno als zusammenhängendes Teil. Ferner sind ein weiterer Teil des unteren Brückenaufbaus sowie die gestaffelten Lüfterauslässe (Position vor dem achteren Schornstein) vorhanden. Die filigranen Bullaugen weisen auch hier Wasserabweiser auf. Schotte sind ebenfalls angedeutet. Die Teile (insbesondere die Lüfter) weisen nur geringen Grat auf.

Gussast E

Der Gussast E umfasst nur zwei große Decksaufbauteile. Teil E 1 stellt das Deckshaus im Übergangsbereich der Einkehlung dar. Darauf platziert werden der vordere Schornstein und der rückwertige Bereich des Vormarses. Die Deckstruktur ist ebenfalls in größerformatigen Platten mit leichter aufrechter Linienabgrenzung gegeben. Ein kleinteilig geriffelter (Weg-)Bereich ist ebenfalls erkennbar. Teil E 2 stellt die überhöhte Geschützbank des Turms Cäsar sowie das achtere Deckshaus dar. Hier ist ein Teil Holzbeplankung angedeutet. Der Rest ist nach originalgetreuer Vorgabe nicht mit Holz beplankt (Linoleum?). Die Umfassungswannen für die leichte Flak sind filigran gearbeitet aber nach 3 für Zara wohl nicht ganz stimmig. Demnach müsste die Umfassung der jeweils achteren Flak-Geschütze halbrund gewesen sein. Mit 5 stimmen die hinteren Wannen recht gut überein, dafür sind aber die beiden anderen Umfassungen von Verlauf her abweichend. Hier ist wieder so ein Punkt, wo – ohne Originale – nicht klar bestimmbar ist, wer ggf. von wem falsch abgeschrieben hat. Der Modellbauer kann es sich also aussuchen. Beide Teile weisen filigrane Schotts und Bullaugen sowie Fenster auf. Die Passgenauigkeit bei Aufsetzen auf die großen Deckbauteile ist hervorragend.

Gussast D

Dieser Gussast umfasst vier Teile. Diese sind ebenfalls sehr sauber gegossen. Lediglich das Brückenteil D 1 weist im Bereich der offenen Fenster etwas Grat auf. Die Anzahl der Fensteröffnungen stimmt für Zara exakt. Die an der Frontseite befindlichen Fenster waren gemäß Fotos tatsächlich unterschiedlich groß. Hier dürfte selbst der verwöhnteste Modellbauer kaum Grund zur Klage finden. D 2 ist für den geschlossenen Aufbau am Hauptmast bestimmt. Bullaugen und Leitern sind sehr fein modelliert. D 3 ist Bestandteil des Vormarses (unterhalb der Navigationsbrücke). Ein Bestandteil der so nur auf Zara und in ähnlicher Weise auf Gorizia vorhanden war. Die kleinen seitlichen Bullaugen stimmen – für die Bullaugen an der Vorderseite fehlt mir ein passendes Foto zu Beurteilung. D 4 ist ein kleines Deckshaus für den Unterbau der achteren E-Messhaube. Bei meinem Bausatz lagen die vier Teile einzeln bei und waren nicht mehr an einem Gussast.

Gussast F

Der größte Gussast umfasst das markante Namensschild „1:350 Scale Italian Navy Heavy Cruiser RN ZARA“. RN steht übrigens für „Regia Marina“ – auf Deutsch: „Königliche Marine“. Die vier Teile für die beiden Schornsteine finden sich hier genauso wie vier Lüfteraus- bzw. –einlässe und zwei Decksteile des Vormarses. Die Schornsteinschalen passen recht gut zusammen – eine Kante ist aber deutlich erkennbar. Sollte man diese verspachteln wollen, gehen die als direkte Aufkantungen angedeuteten, den Schornstein-Schaft umfassenden Hand- und Fußläufe verloren. Wer diese (da beim hinteren Schornstein ohnehin nicht horizontal gerade, sondern – warum auch immer – gebogen und damit falsch verlaufend) mit separaten Ätzteilen abbilden will hat damit aber sicherlich kein Problem. Der auskragende Ring zwischen Schornstein-Fuß und Schornstein-Schaft ist derart filigran, dass er bereits mit einem Fingernagel mit unschönen Kerben versehen werden kann. Hier ist also Vorsicht geboten. Bei dem die dritte Brückenebene und den gepanzerten Kommandostand / die E-Messhaube verbindenden Decksbauteil F 5 befinden sich die Gussastansätze leider wieder einmal (das habe ich nun schon bei einigen Trumpeter-Bausätzen feststellen müssen) an sehr ungünstiger Stelle direkt an der Oberkannte der massiven Reling. Da diese Reling entlang des oberen Abschlusses einen kleinen Wulst aufweist – der Gussastansatz aber breiter ist – wird beim heraustrennen sehr leicht die Reling beschädigt. Hier ist ebenfalls Feingefühl erforderlich. Der die E-Messhaube umfassende Deckskranz war wohl mittels Lochblech ausgebildet. Die Lochung ist angedeutet, aber nicht durchgehend. Ich habe leider keinen so feinen Bohrer, ansonsten könnte man hier etwas „pimpen“. Die Lüfter-Häuschen weisen etwas Grat auf. Die Einlassgitter sind ebenfalls angedeutet, aber nicht durchgehend. Auch hier kann der Bausatz mit eigenen Ätzteilen verfeinert werden. Der Gussast F umfasst ferner die beiden hinteren Stützbeine des Vormarses und diverse Plattformen des Vormarses. Bei vielen italienischen Einheiten vorhanden und m.E. sehr markant ist die hier vorhandene im oberen Bereich des Vormarses auf einer auskragenden Plattform aufgestellte runde Antenne für Funkmessortung. Diese ist ggf. etwas zu klobig und sollte durch ein separates Ätzteil ersetzt werden. Die anderen Antennen sind – je nach Ausführung der Takelage – ebenfalls durch Metallkonstruktionen zu ersetzen. Hinsichtlich der Detaillierung stechen auch zwei Bauteile für große auf dem Hauptdeck zu platzierende Motorwinden hervor.

Gussast F

Der Gussast G enthält nun die vier Hauptbestandteile des Hauptmastes (unteres Stützen und oberes Mastteil mit den Auslegern). Meine Erfahrung ist, dass zumindest der filigrane obere Teil des Mastes gänzlich durch Metallteile ersetzt werden muss, damit die Takelage beim Spannen nicht das Kunststoffteil mal nach links, mal nach rechts und mal nach vorn und hinten verbiegt. Es dient aber auf jeden Fall als tolle 1/1 Vorlage für eine Metallkonstruktion. Die beiden schrägen Schornsteinkappen mit den feinen Markierungen für die Schornsteingitter (liegen als Ätzteile bei) finden sich hier genauso wie weitere Plattformteile des Vormarses. Beim Teil G 16 (Ebene der seitlichen E-Messhauben für die schwere Flak) gilt Gleiches wie bereits beim Decksbauteil F 5 beschrieben: Die Gussastansätze befinden leider an sehr ungünstiger Stelle direkt an der Oberkannte der Splitterschutz-Reling. Der kleine Wulst am Relingrand ist schmäler als der Gussastansatz. Beim Heraustrennen kann die Reling daher sehr leicht beschädigt werden. Dieses Teil muss für einen späteren Bau-Zustand um den oberen Teil der markanten zweistöckigen Brücke ergänzt werden. Passgenauigkeit und Detaillierung sind echt klasse.

Gussast V

Mit Ausnahme der sehr sauber gegossenen Kranausleger befinden sich auf diese Gussast überwiegend Teile für das Unterwasserschiff – sie werden als nur beim Bau als Vollrumpfmodell benötigt. Vorhanden sind: Schlingerkiele, die beiden dreiblättrigen Schrauben sowie das Ruder, die Wellenhosen mit der Back- und der Steuerbordwelle und die Wellenböcke. Der Gussast V umfasst ferner die beiden vorderen Stützbeine des Vormarses. Da alle von den Stützbeinen zu durchdringenden Decksteile entsprechende Bohrungen aufweisen, wird die exakte Platzierung sehr einfach und sauber möglich sein. Mir gefallen die beiden Schornsteinabdeckungen mit den offenen Abgasauslässen sehr gut. Unter den fächerartigen Schornsteingittern gibt dies sicherlich einen schönen Tiefeneffekt. Auch der gepanzerte Kommandostand unter der vordersten E-Messhaube ist mit den angedeuteten Sehschlitzaussparungen schön detailliert, bedarf aber etwas Schleifarbeit. Am gesamten Gussast ist kein Grat zu finden.

Gussäste W (4 x vorhanden)

Die Geschütztürme für 203-mm-Hauptgeschütze lassen sich jeweils aus sechs Teilen des Gussastes W erstellen. Die Teile sind sauber und mit schönen kleinen Details wie etwa rückseitigen Leitern und Nieten entlang des Barbettenabdeckung versehen. Die Geschützrohre sind sogar aufgebohrt und direkt mit Blastbacks versehen. Mal schauen, ob diese überhaupt noch durch Metallrohre ersetzt werden müssen. Durch die viermal vorhandnen Gussäste W kann der zum frühen Bauzustand gehörende Satz der schweren Flak aus 16 100-mm-Geschützen (8 x 2) auch tatsächlich direkt aus dem Baukasten gebaut werden – auch wenn nach Anleitung nur sechs Stück herzustellen wären. Je Doppelflak ist ein Teller, zwei Bauteile für die seitliche Laffettierung, ein Teil für Höhenrichtung, die zusammengefassten Rohre (nicht aufgebohrt – hoffentlich gibt es dafür bald Metallrohre) und ein äußerst detailliertes Schild vorhanden. Der Aufbau sollte ein individuelles Richten der schweren Flak ermöglichen. Die schwere Flak kann damit wirklich schön gebaut werden. Klasse Scheinwerfer, Flöße, Otter (Minenräumgerät), Poller, Davits und weitere kleiner Flak dienen der Verfeinerung des Bausatzes. In der Literatur herrscht Uneinigkeit über die Anzahl und den Umfang der mitgeführten Kutter, Barkassen, Gigs und Jollen etc. Gussastsatz W enthält jedenfalls Teile für die auf dem Achterschiff mitgeführten Boote.

Gussast Y 1

Mit Ausnahme der sehr sauber gegossenen E-Messhaube oberhalb des gepanzerten Kommandostands des Vormarses (Teil Y 8) befinden sich auf diesem Gussast noch die E-Messhaube auf der Spitze des Vormarses, die E-Messhaube des achteren Leitstands und die dazugehörigen Kleinteile. Kein Grat, feingliedrige Details – mal schauen ob Trumpeter Fleißarbeit leistet und für die anderen Einheiten der Klasse auch wirklich die abweichenden E-Messhauben liefert.

Gussast RO.43

Ein separater Rahmen umfasst das einmotorige katapultierfähige Flugzeug IMAM (Industrie Meccaniche e Aeronautiche Meridionali 3) Ro.43. Wenn mich nicht alles täuscht ist der gleiche Gussast auch der 1/350 RN Roma beigelegt. Fertig gebaut und mit eigenen Wanden und Drähten versehen ist das Bordflugzeug ein wahrer Blickfang. Der Flieger setzt sich aus einem zweiteiligen Rumpf, Flügel, Höhenrudern, Schwimmern und Propeller zusammen.

Gussast für Ständer

Der für den Bau als Vollrumpfmodell benötigte Ständer umfasst einen separaten Gussast. Ich bin (dank familiären Beziehungen – der Schwiegerpapa ist Schreiner) zu Holzständern übergegangen. Ein tolles Modell auf so einen einfaches Ständer zu stellen gefällt mir nicht – nun ja – es liegt dem Bausatz der Vollständigkeit halber bei und ist sicherlich für viele Bastler vollkommen ok.

Gussäste X3 (2 x vorhanden)

Die beiden Gussäste X3 weisen die beiden seitlich des Vormarses platzierten E-Messhauben für die schwere Flak auf. Ferner sind die Teile für die Anker und Teile für zwei größere Motorbarkassen vorhanden. Die Detailierung ist auch hier hervorragend.

Gussäste X3 (2 x vorhanden)

Eine weitere Motorbarkasse, Winden, Poller und die E-Messhauben seitlich des Hauptmastes sowie Unterbauten für die schwere Flak finden sich auf diesen beiden letzten Gussästen. Grat sucht der Kritiker vergebens.

Die Abziehbilder

Dem Bausatz liegt ein kleiner Bogen mit Abziehbildern (Name, Flaggen und Flugzeugmarkierungen) bei. Alles sehr sauber – die Trumpeter-Abziehbilder lassen sich auch sehr gut verarbeiten.

Die Fotoätzteile

Die umfangreiche Ätzteilplatinen Etch A, Etch B und 2 x Etc E liefert reliefgeätzte Teile für die Reling, diverse Gangways sowie für die Kräne, die Schornsteingitter und Antennen. Daneben finden sich Teile für Leitern und Lüftungsabdeckgitter. Die Ätzteile runden den Bausatz m.E. vollständig ab – hier bleibt kein Wunsch unerfüllt.

Die Verpackung

An dieser Stelle explizit hervorheben möchte ich den Aufwand den Trumpeter mittlerweile zum Schutz der Bausätze betreibt. Der Bausatz wird in einer sehr stabilen Kartonschachtel geliefert. Die Schachtel ist, damit die Teile nicht hin und her fliegen in drei Bereiche unterteilt (Aussparungen 1 x für Rumpf und große Decksteile 2 x für die Gussäste). Die Gussäste sind einzeln oder in zusammengehörenden Gruppen in Klarsicht-Tüten verpackt. Die Fotoätzteile sind mit einem stabilen Kartonrücken und Klarsichttüte gesichert. Filigrane Einzelteile und der empfindliche Bugbereich werden nochmals zusätzlich mit Polsterfolie geschützt. Hiervon können sich so manche Konkurrenten ein Beispiel nehmen – Trumpeter weiter so!

Die Anleitung

Die Anleitung besteht aus einem kleinen gehefteten Büchlein. Auf doppelseitig bedruckten Planseiten wird der Modellbauer durch das Modell geführt. Mit 26 Schritten auf 16 Seiten wir der gesamten Bau anschaulich und klar dargestellt. Die 3-D-Zeichnungen sind sehr detailliert und ausreichend übersichtlich. Ein separates Blatt enthält Vorgaben für die Farbgebung. Was manche als nie dagewesenes Hirngespinst abtun, hat mir schon immer gefallen - der grüne Unterwasseranstrich - die farbigen Schiffszeichnungen bestätigen diese Theorie. Auch die auf der Back dargestellten rot-weißen Linien zur Lufterkennung sind erkennbar (aber leider falsch für den im Bausatz dargestellten Bauzustand!). Leider fehlen Angaben zur Takelung.

Unterscheidungsmerkmale zu den Schwesterschiffen und Umbauten

Pola ist am deutlichsten durch den vergrößerten Brückenaufbau und den damit verbundenen höheren vorderen Schornstein zu erkennen. Ferner ist bei Pola das Vorschiff nicht so offensichtlich eingekehlt wie bei den anderen Einheiten dieser Klasse 2. Die Schornsteine der Gorizia befanden sich jeweils auf einem zusätzlichen Deckshaus. Auch reichen bei Gorizia die konischen Schornsteinummantelungen deutlich weiter nach oben und treten dadurch markanter hervor.

Zara und Fiume waren hingegen nahezu baugleich und können wohl nur in vielen einzelnen kleinen Details voneinander unterscheiden werden. Diese habe ich in einem separaten Abschnitt beim Vergleich der originalgetreuen Darstellung des Bausatzes aufgeführt.

Ausdrücklich möchte ich darauf hingewiesen, dass mir keine Kopien originaler Pläne vorliegen. Bei meiner aktuellen Bewertung muss ich mich daher mit einzelnen Zeichnungen und Skizzen aus meiner Literatursammlung (siehe Ende des Artikels) begnügen. Dabei hat sich insbesondere 3 als sehr anschauliche Quelle herausgestellt (die Serie kann ich sehr empfehlen). Die Skizzen stellen den jeweiligen Ausrüstungszustand aber bei genauerer Analyse bezugnehmend auf das jeweilige Schiff auch nicht immer zu 100 % korrekt dar. Teilweise sind die Zeichnungen zu einem Schiff aus unterschiedlichen Literaturquellen auch widersprüchlich (z. B. Wannen- und Splitterschutz-Reling-Umfassungen der Flaks). Mit Hilfe der in der Literatur und im Internet zu findenden Fotos kann ich daher nur mutmaßen, dass gewisse unterschiedliche Darstellungen auf spätere Umbauten aber mitunter auch schlichtweg nur auf ungenügende oder gar falsche Zeichnungen zurückzuführen sind. Hier eine Zusammenfassung meiner Recherchen:

  • Nach farbigen Planskizzen in 3 hatte Zara (zumindest ab 1938 – erkennbar auf den Farbfotos von Hugo Jägger während der Flottenparade für Hitler) am Vormars unterhalb der oberen E-Messbasis für die SA eine über die gesamte Vormarslänge durchgehende zweistöckige Kommandorücke mit drei vergleichsweise hohen Fenstern an der Brückenvorderseite. Die Abbildung auf der Oberseite der Schachtel des Trumpeter-Bausatzes stellt dies ebenfalls dar. Bei Fiume (und frühen Bildern der Zara) ist dieser Brückenbau maximal halb so lang und reicht nicht bis direkt an die Brückenvorderkante.
  • Die über die Bordwand hinausragenden Umfassungsplattformen der schweren Flak auf dem Hauptdeck zwischen den beiden Schornsteinen waren in der Anfangszeit an Bord. Bei einem in 3 aufgeführten und auf das Jahr 1935 datierten Bild sind sie jedenfalls noch zu erkennen. Bei Bildern spätestens ab 1938 5 fehlen sie.
  • Zu Kriegsbeginn war die Flakbewaffnung auch nochmals verstärkt worden. Infolge des frühen Verlusts von Zara wurden jedoch keine weiteren Modifizierungen vorgenommen.
  • Dieser Trumpeter-Bausatz schweigt sich – was ansonsten infolge der bei einzelnen anderen Einheiten nach und nach auf den Markt gebrachten, unterschiedlichen Bausätze schon beinahe ungewöhnlich geworden ist - zum Thema Bauzustand aus. Dass die achtere schere Flak von Bord ist, spricht für einen Bauzustand von Zara ab Ende 1937 2. Wieder andere weisen eindeutig auf einen Zustand vor der Flottenparade für Hitler im Mai 1938 (die obere Brücke ist nur halb und über die Bordwand hinausragenden Umfassungsplattformen der schweren Flak sind noch vorhanden) hin. Einzelne Punkte passen wieder gar nicht in das oben gezeichnete Bild (die achtere 5-m-E-Messbasis wurde bereits 1936 von Bord gegeben).

Ich finde die durchgehende Brücke jedenfalls sehr markant und werde meine Version von Zara entsprechend versuchen selbst anpassen.

Anmerkung: Erst infolge einer kriegsbedingten Bombardierung durch eigene Flugzeuge wurde die markante auf sich abwechselnden roten und weißen diagonal verlaufenden Linien basierende Fliegererkennung auf den Vorschiffen der italienischen Kriegsschiffe geführt. Für den hier im Bausatz „out-of-Box“ dargestellten Bauzustand ist sie damit schlichtweg falsch.

Originalgetreue Darstellung des Bausatzes

  • Zaras untere Brücke weist seitlich 3 + 4 Öffnungen auf. Bei Fiume waren es nur 1 + 4. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Das Deckshaus unterhalb der Brücke reicht bei Zara weiter nach vorn als bei Fiume und ist niedriger. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • In diesem Bereich weist Zara auch vier (wohl abdeckbare oder verschließbare) etwa kniehohe Öffnungen im Relingbereich auf. Fiume besaß hier eine durchgehend offene Reling. Bei Gorizia sind die Öffnungen umfangreicher und größer. Der Trumpeter Bausatz von Zara muss, wenn man diesen Bereich offen darstellen will, selbst angepasst werden.
  • Zara besaß je E-Messbasis der SA jeweils nur einen (am Ende rechtwinkligen) seitlichen Ausleger für die Okulare der Koinzidenzentfernungsmesser. Fiume wurde hingegen mit jeweils zwei Paaren runder Ausleger je E-Messhaube ausgerüstet. Hier gleicht Gorizia dem Typschiff wieder eher. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Zaras obere E-Messhaube der SA wies an der Frontseite drei einzelne kleine Sehschlitze auf. Fiume besaß hingegen einen durchgehenden Sehschlitz. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Zaras untere E-Messhaube der SA wies (wie auch Gorizia) einzelne kleine Sehschlitze oberhalb der Umfassungsplattform auf. Bei Fiume sind vergleichbare Sehschlitze unterhalb der Umfassungsplattform zu erkennen. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Der Unterbau der achteren E-Messhaube (für die schwere Flak?) ist nach 3 bei Zara mit einer geraden rechteckigen Gitterstruktur (ebenfalls ähnlich bei Gorizia) versehen. Bei Fiume läuft diese Gitterstruktur nach oben hin konisch zu. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Die fordere Schornsteinhaube schein nach 4 bei Zara (stärker) gebogen und bei Fiume eher gerade. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Die fordere Schornsteinhaube weist bei Zara aber keine weiteren Bauten auf, während bei Fiume seitliche (eckige?) Auslässe in der Mitte der Schornsteinkappe und m. E. drei Rohrstücke (Vorderseite mittig und vorderer Bereich beidseitig) zu erkennen sind. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Zara hat in Schiffslinie an der Vorderseite des vorderen Schornsteins ab Ende der konischen Erweiterung der Schornsteinbasis senkrecht ein mittiges Rohrstück bis etwa zum Ansatz des Schornsteingrills verlaufend. Bei Fiume waren im vorderen Bereich des vorderen Schornsteins beidseitig senkrechte Rohrstücke angeordnet. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Ferner sind die Schornsteingrills nach 3 unterschiedlich: Zara Schornsteinmittig parallel quer zur Schiffslinie verlaufend (nur beim ersten Schornstein am vorderen und hinteren Ende jeweils zwei Mal angewinkelt verlaufend) – Fiume von der Schornsteinmitte aus sternförmig. Dies ist mit Fotos aus 5 nachvollziehbar – das dem Bausatz der Zara beiliegende Ätzteil ist hier m.E. falsch.
  • Die Lüfter auf dem Oberdeck neben dem Vormars und neben dem achteren Schornstein waren aus Zara pultdachmäßig nach hinten abflachend ausgebildet, während sie auf Fiume gebogen nach hinten abfallend ausgebildet waren. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Ferner waren vor dem Hauptmast nochmals in der Höhe gestaffelte und in der Schiffsmitte geteilte Lüftungsöffnungen vorhanden. Bei Zara waren diese wohl ebenfalls pultdachmäßig nach hinten abflachend ausgebildet, während sie auf Fiume gebogen nach hinten ebenfalls abfallend ausgebildet waren. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.
  • Einzelne Reling- und Wannenumfassungen der Flaks im Bereich des Oberdecks und der Deckshäuser – für den Bauzustand ab Ende 1937 - sind nach 3 abweichend: Zara in der Vogelperspektive sowohl rund als auch eckig abgewinkelt - Fiume ausschließlich rund. M.E. sind die hinteren beiden Flakwannen des Trumpeter-Bausatzes der Zara falsch und müssten für eine originalgetreue Darstellung entsprechend angepasst werden.
  • Die Bullaugen am Schiffsrum weichen voneinander ab – am markantesten sind im Bugbereich direkt oberhalb der Wasserlinie drei Bullaugen – diese fehlen bei Zara. Der Trumpeter Bausatz von Zara ist hier m.E. stimmig.

Die Quellen

  1. „Gli Incrociatori Italiani“ von Giorgio Giorgerini und Augusto Nani, Ufficio Storico della Marina Militare, 1964
  2. „Kreuzer im Zweiten Weltkrieg“ von Mike J. Whitley, Motorbuch Verlag, 1997
  3. „Warship Pictorial # 23 – Italian Heavy Cruisers of WWII“ von Gordon E. Hogg und Steve Wiper, Classic Warships Publishing, 2004
  4. „Italian Warships of World War II“ von Aldo Fraccaroli, Ian Allan, 1968
  5. „Profile Warship 17 – RN Zara/Heavy Cruiser 1929-1941“ von Aldo Fraccaroli, Profile Publications Ltd, 1972
  6. Zara-Klasse (Wikipedia)

Fazit

Dieser Bausatz eignet sich aufgrund der hohen Anzahl und der filigranen Einzelteile sicherlich nicht für Einsteiger. Mit dem erreichten Detaillierungsgrad, den Feinheiten und den sehr sauber geformten Bauteilen hat sich Trumpeter einmal mehr selbst übertroffen. Nach Roma stellt Zara gerade für Fans der ästhetischen italienischen Marineeinheiten natürlich ein ganz besonders „MUST-HAVE“ dar!

Mit der Originalgetreue werden m.E. noch keine 100 % erreicht – vielen Modellbauern reichen 99 % aber sicherlich aus. Vergleicht man Trumpeters Zara mit den bislang verfügbaren Bausätzen bewerte ich die Detailtreue – auch was die Darstellung von Zaras individuellen Merkmalen betrifft jedoch von kleineren Fehlern abgesehen als durchweg sehr gelungen. Abweichende Einzelheiten – je nach Bauzustand – müssen dann eben selbst angepasst werden. Bei meinen Recherchen habe ich gerade erfahren müssen, dass die Datengrundlage teilweise sehr lückenhaft ist und man sich quasi von Foto zu Foto durchhangeln muss. Soweit zum jetzigen Zeitpunkt erkennbar, ist am Bausatz wirklich störend nur, dass die beiden Decksbauteile (Haupt- und Oberdeck) jeweils um 1 – 1,5 mm zu kurz sind. Der Heckanschluss ist bei Verwendung eines (hoffentlich noch auf dem Markt erscheinenden) Holzdecks sicherlich leicht zu kaschieren. Im Bugbereich wartet aber fummelige Spachtelarbeit. Auch sind die Positionen einzelner Gussast-Ansätze sehr ungünstig gewählt. Allein beim Heraustrennen aus den Gittern kann es da schon passieren, dass filigrane Bereiche Schaden nehmen und nachgebessert werden müssen.

Die Bauanleitung ist sehr gut verständlich. Die separate Farbkarte ist hilfreich (für den Bauzustand der Brücke, der achteren E-Messhaube und insbesondere der markanten Fliegererkennung auf der Back) m.E. aber falsch. Bei der Verpackung zum Schutz der vielen filigranen Teile gibt sich Trumpeter alle Mühe – hier ein ausdrückliches Lob.

Für mich ist der Bausatz trotz kleinster Schwächen

alt sehr empfehlenswert


Stefan Heimpel

Wir danken Faller für das Bausatzmuster