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Schwerer Kreuzer USS San Francisco (1/350, Trumpeter) von Bernd Villhauer Drucken
Montag, 13. November 2017 um 06:00

 

13.11.1942 - 75 Jahre Erste Schlacht von Guadalcanal

 

Heute vor 75 Jahren, am 13. November 1942, kam es zur Ersten Schlacht von Guadalcanal. Das Flaggschiff des US-Befehlshabers Admiral Callaghan war der Schwere Kreuzer USS San Francisco (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die japanische Flotte plante eine weiteren Konvoi, um die Truppen auf Guadalcanal zu verstärken. Um diesen durchzubringen, war eine Bombardierung des US-amerikanischen Flugplatzes auf Guadalcanal geplant, um die dort stationierten Flugzeuge daran zu hindern, den Konvoi anzugreifen. Die US Navy reagierte mit einem eigenen Versorgungskonvoi und einem Kampfverband. Die US Navy setzte die Schweren Kreuzer San Francisco und Portland, die Leichten Kreuzer Helena, Atlanta und Juneau und acht Zerstörer ein. Die Kaiserlich Japanische Marine brachte die Schnellen Schlachtschiffe Hiei und Kirishima, den Leichten Kreuzer Nagara und elf Zerstörer zum Einsatz. In der verwirrenden Nachtschlacht erlitten beide Seiten schwere Verluste. Die San Francisco erhielt 45 Treffer, wodurch 77 Mann inklusive Admiral Callaghan und die meisten anderen Offiziere getötet und 107 verwundet wurden.

Das Original

Bau der USS San Francisco

Im März 1930 in Auftrag gegeben, wurde der Bauvertrag am 11. Oktober 1930 unterzeichnet und die San Francisco dann ab 1931 in Vallejo bei der Marinewerft Mare Island gebaut. Die Antriebsanlage lieferte Westinghouse. Er lief am 9. März 1933 vom Stapel und wurde nicht mit Champagner getauft, sondern mit dem Wasser des damals gerade fertiggestellten Hetch Hetchy Reservoirs. Am 10. Februar 1934 wurde er unter dem Kommando von Captain Royal E. Ingersoll in Dienst gestellt. Die San Francisco entsprach in ihren technischen Daten weitgehend dem Typschiff New Orleans und der gleichnamigen Klasse.

Vorkriegszeit

Im Januar 1939 wurde die San Francisco durch den Panamakanal in den Atlantik verlegt und wurde Flaggschiff der CruDiv 7. Sie nahm an Manövern in der Karibik teil und unternahm mit ihren Schwesterschiffen USS Quincy und USS Tuscaloosa eine ausgedehnte Besuchsreise rund um Südamerika. Dabei wurde die Magellanstraße Ende Mai passiert und am 7. Juni 1939 durchfuhr der Kreuzer erneut den Panamakanal – und zwar in gleicher Richtung wie weniger als ein halbes Jahr zuvor. Im Juni 1939 übernahm Capt. C. M. Yates das Kommando und das Schiff nahm an der Weltausstellung in New York im folgenden Monat teil.

Im September 1939 begann auch für die San Francisco die durch die Kriegsereignisse bestimmte Einsatzzeit. Mitte des Monats stieß sie zur Neutralitätspatrouille der US Navy im Atlantik und in der Karibik. Im Februar 1940 kehrte das Schiff via Panamakanal in den Pazifik zurück und die neue USS Wichita übernahm die Rolle als Flaggschiff der CruDiv 7. San Francisco bildete wieder mit ihren Schwesterschiffen USS New Orleans, USS Astoria und USS Minneapolis die CruDiv 6 und wurde in ihren Heimathafen Pearl Harbor verlegt. Von Mai bis September 1940 wurde das Schiff auf der Puget Sound Marinewerft in Bremerton überholt. Da die vorgesehenen neuen 28-mm-Vierlingsflaks nicht verfügbar waren, wurden provisorisch vier 7,6 cm (3 Zoll) L/50 Einzellafetten in den entsprechenden Positionen eingebaut. Es folgten Operationen in den Gewässern rund um Hawaii. Am 27. Mai 1941 übernahm Capt. Daniel J. Callaghan das Kommando. Callaghan kehrte dann mehr als ein Jahr später als Admiral auf die San Francisco zurück. Sie wurde sein Flaggschiff während der Dritten Schlacht von Savo, dem „Schwarzen Freitag“ (13. November 1942), an dem er 18 Monate nach Antritt seines ersten Dienstes auf dem Kreuzer im Gefecht fiel.

Kriegseinsatz

Die San Francisco lag im Dezember 1941 in Pearl Harbor in Erwartung eines dringend benötigten Eindockens. Die 7,6-cm-Flak und die 0.50 cal Flak-MG waren schon von Bord gegeben und für die größeren Geschütze befand sich keine Munition an Bord, als am 7. Dezember 1941 um 7.55 Uhr Ortszeit der japanische Angriff auf den Stützpunkt begann. Der Kreuzer war daher praktisch wehrlos, wurde aber auch nicht direkt angegriffen und überstand den Tag unversehrt. Die fehlenden vier 28-mm-Flak-Vierlinge wurden noch in der folgenden Nacht in Rekordzeit eingebaut. Am 14. Dezember wurde die Werftzeit ohne das geplante Eindocken abgebrochen und der Kreuzer wurde am 16. Dezember 1941 der Task Force 14 um den Flugzeugträger Saratoga zur Deckung der Verteidigung von Wake Island zugeteilt. Die San Francisco war nun im Kriegseinsatz. Ab Februar 1942 wurde das Schiff von Captain Cassin Young geführt, dieser fiel während der Seeschlacht von Guadalcanal im November 1942.

Der Kreuzer nahm dann bis zum Kriegsende am Pazifikkrieg teil und war dort in zahlreichen Seeschlachten im Einsatz. Ein halbes Jahr später wurde er außer Dienst gestellt und eingemottet.

Außerdienststellung

Am 1. März 1959 wurde die San Francisco aus der Verwendungsliste der US Navy gestrichen. Die San Francisco war eines der erfolgreichsten und höchstdekorierten Schiffe der US Navy. Sie fuhr im Krieg rund 300.000 Seemeilen, verschoss insgesamt 179.000 Schuss Munition aller Kaliber, war an der Versenkung des Schlachtschiffes Hiei und einer Reihe von Kreuzern und Zerstörern der japanischen Marine beteiligt. Ihre Flugabwehr schoss rund 20 japanische Flugzeuge ab. Insgesamt 267 Mann ihrer Besatzung verloren während der Einsätze 1942–1945 ihr Leben, die meisten am „Schwarzen Freitag“ im November 1942.

Anstrich und Ausrüstung

Ab Anfang 1942 präsentierte sich die San Francisco in einem einfarbigen dunklen Anstrich (sog. Measure 11 im offiziellen US-System zur Schiffstarnung, Farbe war auf den Vertikalflächen seeblau = sea blue 5-S). Die leichte Luftabwehrbewaffnung bestand aus 16 28-mm-Rohren in vier Vierlingen, die am 8. Dezember 1941 an Bord gekommen waren sowie provisorisch aus acht .50 cal. MG. Im Mai 1942 erfolgte dann die erste Kriegsnachrüstung. Die MG wurden durch 12 einzellafettierte 20-mm-Oerlikon ersetzt, als Radare waren SC-1 zur Luftsuche und zwei Mk. 3 zur Feuerleitung für die Hauptartillerie an Bord. Obwohl teils angegeben, ist das damals neue Seesuchradar SG auf Fotos nicht zu sehen und wäre zu diesem Zeitpunkt auch kaum verfügbar gewesen.

Auszeichnungen

Die San Francisco erhielt siebzehn Battle Stars für ihren Kriegseinsatz sowie für die maßgebliche Teilnahme an der Verteidigung Guadalcanals am 13. November 1942 die Presidential Unit Citation for Outstanding Performance of Duties und war damit eines der höchstdekorierten Schiffe der US Navy.

(Text stark angelehnt an Wikipedia)

Das Modell

Das Modell der San Francisco ist der Bausatz von Trumpeter im Maßstab 1/350 - Bauzustand 1942. Als Zurüstteile verwendete ich den Set von GMM und Flyhawk mit diversen Teilen von Veteran, Alliance und Northstar. Die Wasserfläche entstand aus der Folie von Noch, Die verwendeten Farben waren die von Color Coats – für alle vertikalen Flächen Sea Blue 5-S. Das Deck war das bereits eingefärbte Deck von Artwox.

Vorbild für meinen Bau waren Bilder der USS San Francisco bei der Rückkehr aus der Seeschlacht von Guadalcanal im Dezember 1942 auf Pearl Harbor. Das Schiff war damals beschädigt und sah sehr mitgenommen aus – kein Wunder nach den langen Zeiten auf See und Gefechten.

Der Bausatz von Trumpeter ist relativ gut durchdacht und hat nur einen Schwachpunkt, nämlich den Übergang von Rumpf zum Flugzeughangar. Hier darf kein Übergang sichtbar werden, da der Hangar und Rumpf eine Fläche bildeten. Meine Vorgehensweise ist auf dem folgenden Bildern dokumentiert:

Der Hangar wurde außen mit den Zurüstteilen von Flyhawk versehen. Der Führungsrahmen für den Hangar auf dem Deck wurde entfernt und der Hangar selbst wurde versteift, damit die beiden Seitenteile genau parallel zueinander verliefen. Jetzt wurde der Hangar auf dem Deck plaziert und neue Führungsleisten auf dem Deck im Hangarinneren angebracht. Nach dem Verspachteln und Grundieren war kein Übergang mehr sichtbar. Für die beiden Kräne nahm ich die Teile von GMM, wie ich überhaupt feststellen kann, dass sich beide Sets ergänzten und der GMM Set oft die bessere Lösung war. Insgesamt gesehen war jedoch der Flyhawk Set deutlich umfangreicher und hatte auch die gedrehten Rohre für die schweren Türme und der 5 inch (12,7 cm)-Geschütze dabei. Die Bemalung erfolgte ausschließlich mit dem Pinsel, ich verwende grundsätzlich keine Airbrush.

Zwei wunderschöne Hafenschlepper der Woban-Klasse von Alliance vervollständigten das von mir angestrebte Szenario der in Pearl Harbor einlaufenden San Francisco, nach der Seeschlacht von Guadalcanal. Die Bauzeit betrug etwa 200 Stunden – verteilt auf vier Monate vom Dezember 2016 bis Ende März 2017.

Bernd Villhauer