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Französische Fregatte Provence (1/700, Gwylan Models) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 07. Februar 2018 um 06:00

Das Original

Die französische Fregatte Provence (D652) gehört zur Aquitaine-Klasse, der französische Variante der FRégates Européennes Multi-Missions (FREMM)-Klasse, die gemeinsam für die französische und italienische Marine entwickelt wurde. Die französischen Schiffe sollen die U-Jagd-Fregatten (klassifiziert als Zerstörer) der Tourville- und Georges Leyques-Klasse sowie die Flugabwehrfregatten der Cassard-Klasse ersetzen.

Der Entwurf der Klasse geht auf Studien zurück, die aus der La Fayette- und Formidable-Klasse entwickelt wurden. Ursprünglich plante die französische Marine die Anschaffung von 17 Schiffen und es waren zwei Varianten vorgesehen: eine U-Jagd-Variante und eine Landzielbeschuss-Variante. Neben den damals noch neun in Dienst befindlichen Schiffen der Tourville- und Georges Leyques-Klasse sollten auch die kleinen Avisos der Estienne d'Orves-Klasse ersetzt werden. Die Finanzierung des Ersatzes der Avisos durch vier Mal größere Fregatten wurde der französischen Marine allerdings verweigert. Entsprechend wurde die Zahl der Schiffe erst auf elf und aktuell auf acht reduziert und die Landzielbeschuss-Variante wurde auch gestrichen. Die U-Jagd-Variante verfügt aber über Sylver A70-Senkrechtstarter, aus denen Scalp-Marschflugkörper abgefeuert werden können, so dass auch diese Variante über eine beträchtliche Landzielbeschussfähigkeit verfügt.

Sechs geplanten Schiffe werden als U-Jagd-Schiffe ausgelegt: Aquitaine, Normandie, Provence, Languedoc, Auvergne und Bretagne (D650-D655). Dazu werden zwei Schiffe als Flugabwehrfregatten ausgelegt, FREDA (FREgates de Défense Aériennes) genannt, da von der Horizon (Forbin)-Klasse nur zwei Schiffe gebaut wurden und deshalb noch Ersatz für die beiden Schiffe der Cassard-Klasse notwendig ist. Voraussichtlich werden die beiden Flugabwehrfregatten Alsace (D656) und Lorraine (D657) genannt werden. Von der U-Jagd-Variante wurde auch ein Schiff für Marokko, die Mohammed VI, gebaut. Dazu wurde die Normandie vor der Indienststellung bei der französischen Marine an Ägypten als Tahya Misr verkauft, so dass eine neue Normandie für die französische Marine gebaut wird.

Obwohl die FREMM-Klasse gemeinsam von Frankreich und Italien entwickelt wurden, unterscheiden sich die französischen Schiffe deutlich von den italienischen. Dies gilt insbesondere für die Wahl der Radaranlage: die französischen Schiffe der U-Jagd-Variante haben einen passiven phasengesteuerten Herakles-Radar, der relativ niedrig über der Brücke angebracht ist. Die italienischen Schiffe haben dagegen einen relativ hoch auf einem Fockmast angebracht passiven phasengesteuerten EMPAR-Radar, wie er auch von der Horizon-Klasse bekannt ist. Die beiden französischen Flugabwehrfregatten werden einen an einem Aufbau über der Brücke angebrachten aktiven phasengesteuerten Sea Fire-Radar erhalten. Weitere Unterschiede gibt es bei der Bewaffnung. So haben die französischen Schiffe nur ein 7,62 cm-Geschütz auf dem Vorschiff, während die italienischen Schiffe über zwei größere Geschütze verfügen. Die französische U-Jagd-Variante hat einen Sylver A-43 Senkrechtstarter für Aster 15-Flugabwehrraketen sowie einen Sylver A-70 für Scalp-Marschflugkörper. Die französische Flugabwehrvariante soll statt der Marschflugkörper mit einem Sylver A-50-Starter für weiterreichende Aster 30-Flugabwehrraketen ausgerüstet werden. Die italienischen Schiffe haben nur einen Sylver A-50-Starter für Aster 15 und Aster 30. Es gibt diverse weitere Unterschiede, so besitzen die französischen Schiffe Exocet MM40-Anti-Schiffsraketen und die italienischen Schiffe Teseo-Anti-Schiffs-Raketen. Wie die italienische U-Jagd-Variante hat auch die französische einen Bug- und einen Schleppsonar und kann U-Boote mit Hilfe von Torpedorohren und dem U-Jagdhubschraubern bekämpfen.

Die Aquitaine-Klasse (U-Jagd-Variante) ist 142 m lang, 20 m breit und verdrängt 6000 t. Der Antrieb besteht aus einer Kombination aus einem 12 000 PS starken diesel-elektrischen Antrieb (vier Diesel und zwei-Elektromotoren) für die Marschfahrt bis 16 kn und einer 43 500 PS starken Gasturbine für die Höchstgeschwindigkeit von 27 kn. Die Besatzung setzt sich aus 108 Mitgliedern zusammen, es sind aber Unterbringungsmöglichkeiten für 120 Personen vorhanden.

Bewaffnung (U-Jagd-Variante)
1 x 7,62 cm L/62 OTO Melara SR Geschütz
2 x 2 cm Narwhal Geschütze
2 x 1,3 cm Maschinengewehre
1 16fach Sylver A-70 Senkrechtstarter für Scalp-Marschflugkörper
2 4fach Exocet MM-40 Block III-Antischiffsraketenstarter
1 16fach Sylver A-43 Senkrechstarter für Aster 15-Flugabwehrraketen
4 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Zwillingsrohre, 19 MU90 Torpedos)
1 NH-90 Caïman Bordhubschrauber

Die Provence wurde 2010-16 von DCNS in Lorient gebaut und hat ihren Heimathafen bisher in Brest, sie soll 2018 nach Toulon verlegt werden. Sie wurde bereits im Geleit des Flugzeugträgers Charles de Gaulle während dessen Einsätze im Syrien- und Irakkrieg sowie vor Somalia eingesetzt.

Das Modell

Mein Modell der französischen Fregatte Provence habe ich aus dem Bausatz von Gwylan Models gebaut. Mein Modell stellt einen frühen Zustand nach Indienststellung 2016 dar. Der Bausatz ist von den Oberflächen her einer der besseren von Gwylan Models, d.h. man sieht zwar an einigen Teilen die rauen Oberflächen des gedruckten Urmodells, aber meist ist keine oder nur wenig Nacharbeit notwendig.

Das Rohr des 7,62 cm-Geschützes habe ich durch ein Messingrohr von Orange Hobby und die der 2 cm-Geschütze durch 0,2 mm-Draht ersetzt. An den SAFRAN-Störsendern ergänzte ich je zwei Antennen aus Plastikstreifen. Dazu kamen noch zusätzliche Peitschenantennen aus 0,05 mm Kupferdraht.

Bemalt habe ich die Provence mit Acrylfarben von Vallejo Model Color: die vertikalen Flächen sind mit 154 (989) Signalgrau, die Decks mit 160 (992) Neutralgrau, das Brückendeck mit 166 (994) Dunkelgrau, das Tor vor dem Beiboot mit 162 (869) Basaltgrau, die Schornsteinkappe und die Rückseite des 7,62 cm-Turms mit 167 (995) Anthrazitgrau sowie der NH90-Hubschrauber mit 153 (907) Hellblaugrau und 155 (990) Silbergrau bemalt. Bei letzteren ist der Kontrast zwischen den beiden Farben zu groß, eventuell war es also eine dunklere Farbe als 155. Die Abziehbilder stammen aus dem Bausatz.

Links ein Vergleich mit der italienischen U-Jagd-Variante der FREMM-Klasse, der Carlo Margottini von 2014, sowie einer der singapurischen Fregatten der Formidable-Klasse, RSS Tenacious von 2006, die wie die Provence mit einem Heraklas-Radar ausgestattet ist. In der Mitte ein Vergleich mit zwei älteren französischen Schiffen, der Fregatte Surcouf von 1997 der La Fayette-Klasse und dem Zerstörer Kersaint von 1956 der Surcouf-Klasse. Rechts ein Vergleich mit zwei französischen Schiffen aus dem Zweiten Weltkrieg, dem Großzerstörer Le Terrible von 1936 der Le Fantasque-Klasse und dem Leichten Kreuzer Georges Leygues von 1937 der La Galissonniére-Klasse.

Quellen

Lars