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Trumpeter: deutscher Flugzeugträger Graf Zeppelin (1/700) Drucken
Mittwoch, 06. Juni 2018 um 05:00

Flugzeugträger Graf Zeppelin: Deckelbild

Modell: German Navy Aicraft Carrier DKM Graf Zeppelin
Hersteller: Trumpeter
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 06709
Preis: 38,6 € (bei NNT)

Das Original

Am 16. November 1935 wurde der Bauauftrag für den ersten Flugzeugträger Deutschlands ausgegeben. Das Schiff sollte auf der Werft der Deutschen Werke Kiel AG mit der Bezeichnung K 252 begonnen werden. Am gleichen Tag wurde auch für den Flugzeugträger B bei der Friedrich-Krupp-Germania-Werft in Kiel als G 555 der Bauauftrag erteilt. Bis der Bau beginnen konnte, gingen noch weitere 13 Monate ins Land, da nach dem Stapellauf des Schlachtschiffs E, Gneisenau, die Helling um 20 m verlängert werden musste. Am 28. Dezember 1936 wurde dann endlich die Kiellegung des Flugzeugträgers begonnen.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde am 08. Dezember 1938 der Stapellauf durchgeführt. Die Ausbauten gingen in der ersten Zeit zügig weiter. Nach Kriegsbeginn wurde der Weiterbau jedoch stark zurück gefahren, auch weil die Seekriegsleitung (SKL) sich noch nicht über die genaue Einsatzmöglichkeit einig wurde. Im März 1940 bekam das Schiff einen Klippersteven, ähnlich wie der Schwere Kreuzer Admiral Hipper. Die Arbeiten verschleppten sich jedoch zusehends. Ende April 1940 wurde der Weiterbau von Seiten der SKL verneint. Im Juli 1940 ging die Graf Zeppelin im Schleppzug von Kiel nach Gotenhafen. Die Arbeiten wurden dann im November 1940 komplett eingestellt und das Schiff konserviert.

Im März 1941 kam das Interesse der Fertigstellung wieder auf und die Frage nach der Fertigstellung wurde von der SKL mit ca. acht Monaten Bauzeit sowie ca. ein Jahr Erprobung beantwortet. Da die gesamte Bewaffnung wieder abgebaut worden war, um an anderen Stellen im Krieg eingesetzt zu werden, wurde der Zeitraum der Fertigstellung immer weiter nach hinten gezogen, auch im Hinblick auf die Durchführung der Operation „Barbarossa“, so wäre der Weiterbau wahrscheinlich erst nach Beendigung durchführbar gewesen. Im weiteren Verlauf der Gespräche wurde die Forderung seitens des Quartiermeisters der SKL mit der Gestellung genügender Facharbeiter, sofortige Einordnung des Trägers in die Dringlichkeitsstufe S und der sofortige Eingriff in das U-Boot Bauprogramm, aufgestellt. Unter diesen Bedingungen wäre das Schiff frühestens im Oktober 1942 fertig gewesen. Dies führte dann zu einem Gespräch zwischen Großadmiral Raeder und Hitler selbst. Das Ergebnis war, dass Hitler die Fertigstellung des Flugzeugträgers erst nach Beendigung des Ostfeldzuges erlaubte, und befahl am 25. Juli 1941 den Weiterbau und die Fertigstellung bis Oktober 1942.

In Folge dieses Befehls bat die SKL als Zwischenlösung für die Flugzeuge aus der laufenden Produktion heraus zu ziehen, da in Folge der Baueinstellung keine weiteren Trägerflugzeuge geplant und gebaut wurden. Die Wiederaufnahme der Planung und Konstruktion für Trägerflugzeuge wurde mit 1 ¾ Jahren gerechnet, wobei dann der Träger 1944 mit Flugzeugen hätte ausgestattet werden können. Aus dem Luftfahrtministerium kam dann ein Angebot über 50 Me 109 T, vier Ju 87 T und 13 Fi 167, mehr könnte man nicht mehr aufbringen, Nachbauten der ursprünglich vorgesehen Modelle konnten nicht mehr durch geführt werden. Die SKL war vorerst einverstanden und hätten diese Flugzeuge für Tests genutzt werden können, jedoch hätte der Träger dann bis zum Ende seiner Erprobungszeit ohne Flugzeuge auskommen müssen. Hitler drängte mittlerweile auf die Fertigstellung des Trägers, während die Luftwaffe nochmals prüfte, ob weitere Maschinen aus der laufenden Produktion für die Zeit nach Fertigstellung herangezogen werden könnten.

Im April 1942 würden weitere Verstärkungen des Flugdecks sowie Anbringen von Rumpfwülsten von der SKL durch gesprochen. Die weitere Planung war den Träger in Wilhelmshaven fertig zu bauen, was dann wiederum auf Kiel geändert wurde, da Wilhelmshaven durch Luftangriffe gefährdet war. In Kiel lag nun auch noch der Rumpf der Seydlitz, die weiter gebaut werden sollte und den Weiterbau des Trägers um zwei Monate nach hinten verlegte, da die Werftkapazitäten erschöpft waren. Weitere Überlegungen waren die Umbauarbeiten von drei Handelsschiffen zu Hilfsflugzeugträgern. Es waren die Scharnhorst, Potsdam und Europa. Ebenfalls wurde der Gedanke durch gesprochen die Seydlitz zum Flugzeugträger fertig zu bauen. Dies hätte eine größere Menge an Flugzeugen bedeutet.

Der letzte und endgültige Baustopp kam dann am 02. Februar 1943 durch die Anordnung Adolf Hitlers, alle Arbeiten an allen großen Schiffen einzustellen sowie alle großen Schiffe außer Dienst zu stellen. Die Graf Zeppelin wurde von Kiel nach Stettin geschleppt und mit wenig Wasser unter dem Kiel östlich des Hafens verankert. Am 25. April 1945 wurde das Schiff versenkt. Im März 1947 wurde das Wrack gehoben und nach Swinemünde Hafen geschleppt um dort als Wohnschiff PB 10 zu dienen. Am 18. Juni 1947 wurde die Graf Zeppelin vor der Danziger Bucht mit Torpedos versenkt.

Technische Daten
Länge über alles : 262,5 m
Länge KWL : 250,0 m
Flugdecklänge : 244,0 m
Breite : 36,2 m
Tiefgang : 8,5 m
Leistung : 200.000 PS
Geschwindigkeit max. : 33,8 kn
Verdrängung Konstruktion : 23.200 to
Verdrängung max : 30.210 to
Bewaffnung : 16 x Sk 15 cm L/55 Seezielartillerie
12 x Flak 10,5 cm L/65
22 x Flak 3,7 cm L/83
28 x Flak 2 cm L/65
Flugzeuge Plan 1938/39 : Arado Ar 195 Mehrzweck Flugzeug
Arado Ar 197 Jagdflugzeug
Fieseler Fi 167 Mehrzweck Flugzeug
Flugzeuge Plan 1940 : 20 x Fi 167 Torpedobomber und Aufklärer
13 x Ju 87 C Stuka
10 x BF 109 T Jagdflugzeuge
Flugzeuge Plan 1942 : 28 x Ju 87 E Torpedobomber, Stuka und Aufklärer
15 x Me 155 A Jagdflugzeuge

Wer mehr über die Geschichte des Flugzeugträgers wissen will, dem sei das Buch von Ulrich H.-J. Israel ans Herz gelegt: Einziger deutscher Flugzeugträger Graf Zeppelin. Hier findet man auch sehr gute Planskizzen.

Der Bausatz

Ein handlicher und stabiler Karton bringt dem geneigten Schiffsmodellbauer ein besonderes Highlight im Maßstab 1/700: den Flugzeugträger A Graf Zeppelin.

Der Bauzustand den dieses Modell darstellt, ist der geplante Bauzustand 1942/43. 19 graue Spritzlinge sowie eine Messingätzplatine, eine zwölfseitige Bauanleitung, ein Abziehbildersatz und eine farbige Bemalvorlage liegen im Karton bereit, um ein schönes Wasserlinienmodell bauen zu können.

Das Deck liegt einzeln im Karton sieht im ersten Moment auch ganz gut aus, jedoch gibt es hier zwei Nachteile: 1. zwei kleine Auswurfmarken direkt auf der Oberseite, sowie 2. die erhabenen Fahrbahnen für die Flugzeugschienen! Hier hätte Trumpeter die Schienen besser graviert, als erhaben darzustellen.

Die Rumpfhälften sehen sehr gut aus. An ein paar Stellen sind ganz wenig Grate zu erkennen, was aber kein Problem darstellt.

Auf dem Spritzling B sind das Namensschild, das Bug- und Heckdeck, die Schornsteinseiten, der Mast sowie weitere Teile zu finden. Die Qualität ist gut, jedoch sind ein paar Angüsse zu beseitigen.

Der Spritzling C umfasst Teile der Antennen, Seitenteile, Plattformen sowie Boote. Gerade bei kleinen Teilen sind leider wieder Angüsse zu finden, die beim Ablösen zur Vorsicht mahnen.

Der Spritzling D ist doppelt vorhanden. Es befinden sich hier Boote, Teile für die Flugabwehrkanonen, Scheinwerfer, Anker, Antennen, Radar und weitere Kleinteile. Leider sind auch hier sehr viel Angüsse zu finden, die bei der Menge schon langsam nerven und ein hohes Maß an Vorsicht mit sich bringen.

Der Spritzling E enthält Brückenaufbauten und Kassemattürme nebst Geschützrohren und auch leider wieder Angüsse und diesmal besonders nervend an den Geschützrohren!

Es sind vier verschiedene Flugzeugtypen im Bausatz. Jeweils drei Fieseler Fi 167, drei Arado Ar 195, drei Messerschmitt Bf 109 und drei Junkers Ju 87. Man kann von jedem Typ sechs Flugzeuge bauen.

Die Fi 167 sieht gut aus und besteht aus jeweils sechs Bauteilen.

Die Ar 195 besteht ebenfalls aus sechs Teilen, hier hat man aber die Nahtstellen ein bisschen groß bemessen. Da sollte man an den Maschinen spachteln!

Die Bf 109 besteht ebenfalls aus sechs Teilen. Hier hat man bei den Gravuren der Nähte am Ärgsten gehaust! Die Flügel sehen nicht sehr schön aus! Die Gravuren sind zu tief und viel zu viel!

Die Ju 87 besteht wie alle anderen Flugzeuge aus sechs Teilen, aber man findet hier auf jedem Spritzling einen Zusatzpropeller! Die Gravuren dieser Flugzeuge sind nur unwesentlicher besser als bei der Bf 109.

Die Fotoätzteile

Eine Messingplatine mit Fotoätzteilen mit Schornsteingitter, Unterkonstruktion des Flugdecks und Fangnetze. Fein gearbeitet, mit etwas Geschick sollten die Teile viel Spaß bringen.

Die Abziehbilder

Der Satz Abziehbilder enthält jede Menge Balkenkreuze für die Flugzeuge, die jedoch nicht gut gemacht sind. Die meisten Kreuze sind viel zu dick, außerdem haben wir halbierte Hakenkreuze nicht nur für das Deck, sondern auch für die Flugzeuge, aber auch hier hätte man die Abziehbilder dünner machen müssen. Hier würde ich empfehlen andere Abziehbilder zu verwenden!

Die Anleitung

Die zwölfseitige Bauanleitung ist gut beschrieben in schwarz/weiß und übersichtlich.

Es liegt noch ein Farbschema vor, wie man das Schiff und die Flugzeuge anmalen soll. Hier ist nun die eigene Kreation gefragt, denn der Flugzeugträger wurde nie eingesetzt. Ob er den hier abgebildeten Norwegen-Anstrich bekommen soll, doch nur grau oder ein anderer Tarnanstrich bleibt jedem selbst überlassen.

Fazit

Der Bausatz hat seine Stärke darin, dass der Flugzeugträger nun im Maßstab 1/700 erhältlich ist. Klar gibt es auch Resinbausätze, aber der einzige Spritzgussbausatz von Revell war im Maßstab 1/720. Die Details sind im Großen und Ganzen gut, mit Abstrichen bei den Flugzeugen und den Angüssen an viel zu vielen Kleinteilen. Auch die Proportionen sehen auf den ersten Blick gut aus, mal sehen wie das dann nach dem Bau aussieht. Leider kann man das Modell nur in Wasserlinie bauen, das ist schade, da Trumpeter ja durchaus auch die Unterwasserteile bei anderen Schiffen ausgearbeitet hat.

alt guter Durchschnitt


Sven Dettmar
MBC Koblenz

Wir danken Trumpeter für das Bausatzmuster