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Britisches Schlachtschiff HMS Lord Nelson (1/350, HobbyBoss) von Thomas Sperling Drucken
Montag, 10. September 2018 um 05:00

Das Original

Die HMS Lord Nelson und ihr Schwesterschiff die HMS Agamemnon waren die letzten Schiffe der Vor-Dreadnouht-Ära, die in England gebaut wurden. Sie galten schnell als überaltert, waren aber in einigen Bereichen den Einheitskaliberschiffen überlegen. Während sie einem Schlachtschiff bei einer Kampfentfernung von über 10.000 Yards (9100 m) eindeutig unterlegen waren, hatten sie geringeren Entfernungen, etwa in der Nacht, bei Nebel oder schlechtem Wetter, Vorteile. Sie waren besser gepanzert als die frühen Dreadnoughts oder Schlachtkreuzer, und die 9,2-inch-Batterie der Sekundärbewaffnung ermöglichten mächtige Breitseiten mit einer höheren Feuergeschwindigkeit, als sie die Einheitskaliberschiffe besaßen. Dank ihrer ausgezeichneten Panzerung und der mächtigen Sekundärbatterie blieben beide Schiffe der Lord Nelson-Klasse bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im aktiven Fronteinsatz.

Im Ersten Weltkrieg diente die Lord Nelson in der Channel Fleet (1914–1915), im Dardanellenfeldzug (1915–1916), im östlichen Mittelmeer-Geschwader (1916–1917) und im Ägäis-Geschwader (1917–1919). Sie ging im Jahr 1919 in die Reserve und wurde im Jahre 1920 zum Abwracken verkauft.

Die Agamemnon ging im Jahr 1919 in die Reserve, diente von 1921 bis 1926 als funkferngesteuertes Zielschiff und wurde im Jahre 1927 als letztes britisches Vor-Dreadnought-Schlachtschiff zum Abwracken verkauft.

Technische Daten:
Verdrängung: 17820 ts
Länge: 135,18 m
Breite: 24,3 m
Tiefgang: 8,0 m
Geschwindigkeit: 18 Knoten
Besatzung: 800

Das Modell

Modell: Schlachtschiff HMS Lord Nelson
Hersteller: HobbyBoss
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Preis: ca 55 Euro

Der Bausatz wurde auf Modellmarine ausführlich von Peter Petri-Schäfer vorgestellt. Ich kann seinem Fazit „uneingeschränkt empfehlenswert“ nur zustimmen. Die Passgenauigkeit ist prima und die Details und Ätzteile lassen fast keine Wünsche offen. Ich habe mir nur noch ein Echtholzdeck gegönnt und alle Masten und Rahen durch Messingteile ersetzt. Die Kunststoffmasten erschienen mir doch etwas zu weich. Sie hätten sich bestimmt mit der Takelage verzogen.

Da ich das Modell als Wasserlinienmodell bauen wollte, habe ich den Rumpf erst zusammen gebaut und dann ausgegossen. Danach habe ich das Unterwasserschiff abgetrennt. Dadurch, dass ich den Rumpf ausgegossen hatte, hatte das Rumpfoberteil nach dem Abtrennen auch noch genügend Stabilität. Auffällig an der Lord Nelson waren die vier großen Reusenantennen. Ich habe versucht sie nach der Methode von Ulf zu bauen. Nach einem Tag Frust, unzähligen Fehlversuchen, habe ich es dann doch schließlich geschafft welche zu bauen, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin. Die nächsten werden hoffentlich besser.

Quellen

  • Internet: wikipedia
  • Buch: R A Burt, British Battleships of World War One

Fazit

Der Bausatz der Lord Nelson von HobbyBoss ist nur zu empfehlen. Man sollte aber, auf Grund der hohen Teilezahl und der zum Teil etwas kniffligen Ätzteilen, schon etwas Erfahrung im Modellbau haben. Aber auch der ambitionierte Anfänger kann aus dem Bausatz ein wunderschönes Modell bauen.

Thomas Sperling